Hellweg Radio http://www.hellwegradio.de/ de Hellweg Radio http://www.hellwegradio.de/fileadmin/default/templates/img/logo_hellweg.png http://www.hellwegradio.de/ 150 128 TYPO3 - get.content.right http://blogs.law.harvard.edu/tech/rss Wed, 22 Nov 2017 15:11:25 +0100 1899 Hoffenheim in Braga zum Siegen verdammt http://www.hellwegradio.de//nachrichten/der-kreis-soest/single/article/1899-hoffenheim-in-braga-ohne-wagner-auch-huebner-fehlt/ Braga (dpa) - Für das Estádio Municipal in Braga mit dem imposanten Felsmassiv direkt hinterm Tor werden die Profis von 1899 Hoffenheim kaum ein Auge haben. Das Team von Trainer Julian Nagelsmann ist beim Europa-League-Gruppenspiel bei Portugals Tabellenviertem Sporting Braga zum Siegen verdammt.

«Wir haben - noch einmal und dazu stehen wir - das klare Ziel, die Gruppenphase zu überstehen», sagte Sportchef Alexander Rosen vor der Partie am Donnerstag (21.05 Uhr). Dazu seien zwei Siege erforderlich. Umso bitterer ist für die TSG der kurzfristige Ausfall von Nationalstürmer Sandro Wagner.

Wie seine Teamkollegen Eugen Polanski und Robin Hack hat sich der 29-Jährige einen Magen-Darm-Infekt eingefangen und stieg nicht mit dem Team in den Flieger Richtung Süden. Dennoch glaubt der Fußball-Bundesligist an seine Chance. «Wir sind unter Zugzwang, wir müssen unbedingt gewinnen», betonte Angreifer Mark Uth kurz vor dem Abflug vom Baden-Airport.

Die Hoffenheimer wären bei einer Niederlage ausgeschieden und auch bei einem Unentschieden, wenn der bulgarische Tabellenführer Ludogorez Rasgrad gegen Istanbul Basaksehir nicht verliert, da sie den schlechteren direkten Vergleich mit Braga haben. Die Partie in Sinsheim gegen den Europa-League-Finalisten von 2011 war äußerst unglücklich mit 1:2 verloren gegangen.

«Ich hoffe, dass wir wie im Hinspiel 20 Großchancen rausspielen - mit dem Unterschied, dass wir nach einer Führung ein zweites oder drittes nachlegen», sagte Nagelsmann. «Ich glaube, dass wir in der Lage sind, dort zu gewinnen.»

Für die TSG wäre es der erste Auswärtssieg überhaupt auf internationaler Bühne, nachdem die Mannschaft zuletzt in Istanbul in der Nachspielzeit noch den Ausgleich zum 1:1 kassiert hatte. «Uns erwartet dieses besondere Stadion, das sicher vielen bekannt ist: Das mit der außergewöhnlichen Architektur in den Berg rein», sagte Rosen. Mit nur vier Punkten reisen die Kraichgauer ins «Estádio da Pedreira» (Steinbruch-Stadion).

Im Hinspiel hätten die «Nagelsmänner» eine Lehrstunde erhalten darüber, was es heißt, auf einen «abgezockten Gegner» zu treffen, sagte Rosen. Ein Endspiel? «Nö!», antwortete der 38 Jahre alte Manager.

Hoffenheim baut darauf, trotz des Ausfalls des vom FC Bayern umworbenen Wagner wieder mehr personelle Alternativen zu haben. «Wir haben jetzt wieder mehr Konkurrenzkampf im Training», sagte Torhüter Oliver Baumann. Unter anderem ist Serge Gnabry nach wochenlanger Verletzungspause zurück und gab sein Comeback beim 1:1 gegen Eintracht Frankfurt. Es sei ein hohes Gut, wenn man einen - im Eins zu Eins so starken und schnellen - Spieler habe wie Gnabry, sagte Nagelsmann, betonte aber: «Er hat erst zwei Wochen trainiert und ist noch lange nicht bei 100 Prozent. Wenn er das ist, wird er wieder einige Tore schießen oder vorbereiten.»

Umso mehr wird es in Braga auf den zuletzt auch gegen Frankfurt wieder erfolgreichen Angreifer Uth ankommen. In der Europa League hat er zwar bisher noch nicht getroffen, die Marschroute für das schwierige Auswärtsspiel ist ihm aber bewusst: «Man muss von Anfang an ein Feuerwerk abbrennen.»

Voraussichtliche Aufstellungen:

Sporting Braga: Matheus - Esgaio, Ferreira, Silva, Goiano - Barbosa, Vukcevic - Xadas, Fransergio, Horta - Paulinho

1899 Hoffenheim: Baumann - Posch, Vogt, Nordtveit - Zuber, Geiger, Schulz - Demirbay, Amiri - Uth, Kramaric

Schiedsrichter: Andre Marriner (England)

Hintergrund auf uefa.com

Kader Hoffenheim

Spielplan Hoffenheim

Tabelle

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Braga (dpa) - Für das Estádio Municipal in Braga mit dem imposanten Felsmassiv direkt hinterm Tor werden die Profis von 1899 Hoffenheim kaum ein Auge haben. Das Team von Trainer Julian Nagelsmann ist beim Europa-League-Gruppenspiel bei Portugals Tabellenviertem Sporting Braga zum Siegen verdammt.

«Wir haben - noch einmal und dazu stehen wir - das klare Ziel, die Gruppenphase zu überstehen», sagte Sportchef Alexander Rosen vor der Partie am Donnerstag (21.05 Uhr). Dazu seien zwei Siege erforderlich. Umso bitterer ist für die TSG der kurzfristige Ausfall von Nationalstürmer Sandro Wagner.

Wie seine Teamkollegen Eugen Polanski und Robin Hack hat sich der 29-Jährige einen Magen-Darm-Infekt eingefangen und stieg nicht mit dem Team in den Flieger Richtung Süden. Dennoch glaubt der Fußball-Bundesligist an seine Chance. «Wir sind unter Zugzwang, wir müssen unbedingt gewinnen», betonte Angreifer Mark Uth kurz vor dem Abflug vom Baden-Airport.

Die Hoffenheimer wären bei einer Niederlage ausgeschieden und auch bei einem Unentschieden, wenn der bulgarische Tabellenführer Ludogorez Rasgrad gegen Istanbul Basaksehir nicht verliert, da sie den schlechteren direkten Vergleich mit Braga haben. Die Partie in Sinsheim gegen den Europa-League-Finalisten von 2011 war äußerst unglücklich mit 1:2 verloren gegangen.

«Ich hoffe, dass wir wie im Hinspiel 20 Großchancen rausspielen - mit dem Unterschied, dass wir nach einer Führung ein zweites oder drittes nachlegen», sagte Nagelsmann. «Ich glaube, dass wir in der Lage sind, dort zu gewinnen.»

Für die TSG wäre es der erste Auswärtssieg überhaupt auf internationaler Bühne, nachdem die Mannschaft zuletzt in Istanbul in der Nachspielzeit noch den Ausgleich zum 1:1 kassiert hatte. «Uns erwartet dieses besondere Stadion, das sicher vielen bekannt ist: Das mit der außergewöhnlichen Architektur in den Berg rein», sagte Rosen. Mit nur vier Punkten reisen die Kraichgauer ins «Estádio da Pedreira» (Steinbruch-Stadion).

Im Hinspiel hätten die «Nagelsmänner» eine Lehrstunde erhalten darüber, was es heißt, auf einen «abgezockten Gegner» zu treffen, sagte Rosen. Ein Endspiel? «Nö!», antwortete der 38 Jahre alte Manager.

Hoffenheim baut darauf, trotz des Ausfalls des vom FC Bayern umworbenen Wagner wieder mehr personelle Alternativen zu haben. «Wir haben jetzt wieder mehr Konkurrenzkampf im Training», sagte Torhüter Oliver Baumann. Unter anderem ist Serge Gnabry nach wochenlanger Verletzungspause zurück und gab sein Comeback beim 1:1 gegen Eintracht Frankfurt. Es sei ein hohes Gut, wenn man einen - im Eins zu Eins so starken und schnellen - Spieler habe wie Gnabry, sagte Nagelsmann, betonte aber: «Er hat erst zwei Wochen trainiert und ist noch lange nicht bei 100 Prozent. Wenn er das ist, wird er wieder einige Tore schießen oder vorbereiten.»

Umso mehr wird es in Braga auf den zuletzt auch gegen Frankfurt wieder erfolgreichen Angreifer Uth ankommen. In der Europa League hat er zwar bisher noch nicht getroffen, die Marschroute für das schwierige Auswärtsspiel ist ihm aber bewusst: «Man muss von Anfang an ein Feuerwerk abbrennen.»

Voraussichtliche Aufstellungen:

Sporting Braga: Matheus - Esgaio, Ferreira, Silva, Goiano - Barbosa, Vukcevic - Xadas, Fransergio, Horta - Paulinho

1899 Hoffenheim: Baumann - Posch, Vogt, Nordtveit - Zuber, Geiger, Schulz - Demirbay, Amiri - Uth, Kramaric

Schiedsrichter: Andre Marriner (England)

Hintergrund auf uefa.com

Kader Hoffenheim

Spielplan Hoffenheim

Tabelle

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-radioline-sport Wed, 22 Nov 2017 15:11:25 +0100
Russland, Türkei und Iran beraten über Syrien http://www.hellwegradio.de//nachrichten/der-kreis-soest/single/article/russland-tuerkei-und-iran-beraten-ueber-syrien/ Sotschi (dpa) - Die Präsidenten Russlands, der Türkei und des Irans haben ein Gipfeltreffen zur Lage im Syrien-Konflikt begonnen. Kremlchef Wladimir Putin empfing seine Kollegen Recep Tayyip Erdogan und Hassan Ruhani im Badeort Sotschi am Schwarzen Meer. Sie wollten unter anderem über die militärische Lage in dem Bürgerkriegsland sowie über politische Ansätze für eine Lösung des Konflikts beraten. Am Montag hatte Putin überraschend den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad in Sotschi empfangen. Russland gilt gemeinsam mit dem Iran als militärische Schutzmacht der syrischen Regierung.

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Sotschi (dpa) - Die Präsidenten Russlands, der Türkei und des Irans haben ein Gipfeltreffen zur Lage im Syrien-Konflikt begonnen. Kremlchef Wladimir Putin empfing seine Kollegen Recep Tayyip Erdogan und Hassan Ruhani im Badeort Sotschi am Schwarzen Meer. Sie wollten unter anderem über die militärische Lage in dem Bürgerkriegsland sowie über politische Ansätze für eine Lösung des Konflikts beraten. Am Montag hatte Putin überraschend den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad in Sotschi empfangen. Russland gilt gemeinsam mit dem Iran als militärische Schutzmacht der syrischen Regierung.

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-radioline-schlaglichter Wed, 22 Nov 2017 15:08:31 +0100
Russland, Türkei und Iran beraten über Syrien http://www.hellwegradio.de//nachrichten/der-kreis-soest/single/article/meilenstein-im-syrien-krieg-staatschefs-beraten-in-sotschi/ Sotschi (dpa) - Die Präsidenten Russlands, der Türkei und des Irans haben ein Gipfeltreffen zur Lage im Syrien-Konflikt begonnen. Kremlchef Wladimir Putin empfing seine Kollegen Recep Tayyip Erdogan und Hassan Ruhani an diesem Mittwoch im Badeort Sotschi am Schwarzen Meer.

Sie wollten unter anderem über die militärische Lage in dem Bürgerkriegsland sowie über politische Ansätze für eine Lösung des Konflikts beraten.

Russland hatte den Gipfel mit großem diplomatischen Aufwand in den vergangenen Tagen vorbereitet. Am Montag hatte Putin überraschend den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad in Sotschi empfangen und rund vier Stunden mit ihm gesprochen. Am Dienstag informierte Putin neben US-Präsident Donald Trump auch den saudischen König Salman, Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu sowie den ägyptischen Präsidenten Abdel Fattah al-Sisi über sein Treffen mit Assad.

Russland gilt gemeinsam mit dem Iran als militärische Schutzmacht der syrischen Regierung. Seit 2015 unterstützt Russland die syrische Armee mit Luftangriffen und hat damit die entscheidende Wende im Bürgerkrieg ermöglicht. Weite Teile des Landes sind inzwischen wieder unter Kontrolle der Regierungstruppen. Die Terrormiliz Islamischer Staat hat die meisten Gebiete in Syrien wieder verloren.

Die Türkei unterstützt syrische Rebellen und gilt als erbitterter Gegner Assads. Erdogan machte vor dem Gipfel deutlich: «Das Assad-Regime, an dessen Händen das Blut von Hunderttausenden seiner Bürger klebt, ist immer noch an der Macht.» Auch aufgrund der entgegengesetzten Interessen wurde das Treffen von Erdogan, Putin und Ruhani mit Spannung erwartet.

Assad hatte Putin für die Militärhilfe gedankt. Putin deutete an, dass sich der Einsatz in Syrien bald seinem Ende nähere und es Zeit sei für politische Gespräche. Das Treffen mit Assad sollte nach Kremlangaben eine Grundlage schaffen, damit die Beschlüsse des Dreiergipfels Bestand haben könnten.

Der iranische Präsident Ruhani sagte, er sehe den Gipfel als Fortsetzung der gemeinsamen Bemühungen in Astana. Moskau, Ankara und Teheran haben seit Anfang des Jahres mehrere Verhandlungsrunden in der kasachischen Hauptstadt initiiert, an denen auch Vertreter der syrischen Konfliktparteien teilnahmen. Dabei wurden unter anderem vier Schutzzonen in Syrien vermittelt.

Als nächstes will Russland einen sogenannten Kongress der Völker Syriens organisieren, bei dem über eine Nachkriegsordnung verhandelt werden soll. Dies wäre ein weiteres Format neben den Runden in Astana und den UN-geführten Friedensgesprächen in Genf. Letztere sollen Ende November fortgesetzt werden.

Ruhani sagte: «Letztendlich müssen alle akzeptieren, dass die finale Lösung von den Menschen in Syrien selbst bestimmt werden muss.» Das Ziel sei ein innersyrischer Dialog aller politischen Parteien. 

Die Gewalt in Syrien ist in den vergangenen Monaten abgeflaut, dennoch gibt es weiterhin Kämpfe und Luftangriffe. Wie eine politische Lösung für den Bürgerkrieg mit rund 500 000 Toten und Millionen Vertriebenen aussehen könnte, ist unklar.

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Sotschi (dpa) - Die Präsidenten Russlands, der Türkei und des Irans haben ein Gipfeltreffen zur Lage im Syrien-Konflikt begonnen. Kremlchef Wladimir Putin empfing seine Kollegen Recep Tayyip Erdogan und Hassan Ruhani an diesem Mittwoch im Badeort Sotschi am Schwarzen Meer.

Sie wollten unter anderem über die militärische Lage in dem Bürgerkriegsland sowie über politische Ansätze für eine Lösung des Konflikts beraten.

Russland hatte den Gipfel mit großem diplomatischen Aufwand in den vergangenen Tagen vorbereitet. Am Montag hatte Putin überraschend den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad in Sotschi empfangen und rund vier Stunden mit ihm gesprochen. Am Dienstag informierte Putin neben US-Präsident Donald Trump auch den saudischen König Salman, Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu sowie den ägyptischen Präsidenten Abdel Fattah al-Sisi über sein Treffen mit Assad.

Russland gilt gemeinsam mit dem Iran als militärische Schutzmacht der syrischen Regierung. Seit 2015 unterstützt Russland die syrische Armee mit Luftangriffen und hat damit die entscheidende Wende im Bürgerkrieg ermöglicht. Weite Teile des Landes sind inzwischen wieder unter Kontrolle der Regierungstruppen. Die Terrormiliz Islamischer Staat hat die meisten Gebiete in Syrien wieder verloren.

Die Türkei unterstützt syrische Rebellen und gilt als erbitterter Gegner Assads. Erdogan machte vor dem Gipfel deutlich: «Das Assad-Regime, an dessen Händen das Blut von Hunderttausenden seiner Bürger klebt, ist immer noch an der Macht.» Auch aufgrund der entgegengesetzten Interessen wurde das Treffen von Erdogan, Putin und Ruhani mit Spannung erwartet.

Assad hatte Putin für die Militärhilfe gedankt. Putin deutete an, dass sich der Einsatz in Syrien bald seinem Ende nähere und es Zeit sei für politische Gespräche. Das Treffen mit Assad sollte nach Kremlangaben eine Grundlage schaffen, damit die Beschlüsse des Dreiergipfels Bestand haben könnten.

Der iranische Präsident Ruhani sagte, er sehe den Gipfel als Fortsetzung der gemeinsamen Bemühungen in Astana. Moskau, Ankara und Teheran haben seit Anfang des Jahres mehrere Verhandlungsrunden in der kasachischen Hauptstadt initiiert, an denen auch Vertreter der syrischen Konfliktparteien teilnahmen. Dabei wurden unter anderem vier Schutzzonen in Syrien vermittelt.

Als nächstes will Russland einen sogenannten Kongress der Völker Syriens organisieren, bei dem über eine Nachkriegsordnung verhandelt werden soll. Dies wäre ein weiteres Format neben den Runden in Astana und den UN-geführten Friedensgesprächen in Genf. Letztere sollen Ende November fortgesetzt werden.

Ruhani sagte: «Letztendlich müssen alle akzeptieren, dass die finale Lösung von den Menschen in Syrien selbst bestimmt werden muss.» Das Ziel sei ein innersyrischer Dialog aller politischen Parteien. 

Die Gewalt in Syrien ist in den vergangenen Monaten abgeflaut, dennoch gibt es weiterhin Kämpfe und Luftangriffe. Wie eine politische Lösung für den Bürgerkrieg mit rund 500 000 Toten und Millionen Vertriebenen aussehen könnte, ist unklar.

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-radioline-politik-ausland Wed, 22 Nov 2017 15:06:53 +0100
Argentinische Marine: «Keine Spur des verschollenen U-Boots» http://www.hellwegradio.de//nachrichten/der-kreis-soest/single/article/argentinische-marine-keine-spur-des-verschollenen-u-boots/ Buenos Aires (dpa) - Eine Woche nach der letzten Funkverbindung mit dem verschollenen argentinischen U-Boot «ARA San Juan» gibt es keine neue Spur zu dem Schiff. Dies erklärte ein Marinesprecher in Buenos Aires. Während der Nacht hatten lokale Medien über eine Radaraufnahme berichtet, die auf ein Metallobjekt in 70 Metern Tiefe auf der vorgesehenen Route des U-Boots im Südatlantik hinwies. Nach gründlicher Absuche in der Zone sei ausgeschlossen worden, dass es sich um die «ARA San Juan» handelte, so der Marinesprecher.

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Buenos Aires (dpa) - Eine Woche nach der letzten Funkverbindung mit dem verschollenen argentinischen U-Boot «ARA San Juan» gibt es keine neue Spur zu dem Schiff. Dies erklärte ein Marinesprecher in Buenos Aires. Während der Nacht hatten lokale Medien über eine Radaraufnahme berichtet, die auf ein Metallobjekt in 70 Metern Tiefe auf der vorgesehenen Route des U-Boots im Südatlantik hinwies. Nach gründlicher Absuche in der Zone sei ausgeschlossen worden, dass es sich um die «ARA San Juan» handelte, so der Marinesprecher.

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-radioline-schlaglichter Wed, 22 Nov 2017 15:00:45 +0100
Nordkorea wirft Washington Provokation vor http://www.hellwegradio.de//nachrichten/der-kreis-soest/single/article/nordkorea-wirft-washington-provokation-vor/ Pjöngjang (dpa) - Nordkorea hat seine Wiederaufnahme auf die US-Liste von Terror-Unterstützerstaaten als «schwere Provokation» bezeichnet. Das Außenministerium in Pjöngjang warf Washington - wie üblich - eine feindselige Politik vor. Nordkorea werde daher sein Atomprogramm weiter ausbauen. Die Nuklearwaffen dienten der Verteidigung der eigenen Souveränität, wird ein Sprecher von den Staatsmedien zitiert. In den vergangenen Monaten hatten sich die Spannungen in der Region deutlich verschärft, nachdem Nordkorea mehrfach Raketen sowie Anfang September eine weitere Atombombe getestet hatte. 

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Pjöngjang (dpa) - Nordkorea hat seine Wiederaufnahme auf die US-Liste von Terror-Unterstützerstaaten als «schwere Provokation» bezeichnet. Das Außenministerium in Pjöngjang warf Washington - wie üblich - eine feindselige Politik vor. Nordkorea werde daher sein Atomprogramm weiter ausbauen. Die Nuklearwaffen dienten der Verteidigung der eigenen Souveränität, wird ein Sprecher von den Staatsmedien zitiert. In den vergangenen Monaten hatten sich die Spannungen in der Region deutlich verschärft, nachdem Nordkorea mehrfach Raketen sowie Anfang September eine weitere Atombombe getestet hatte. 

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-radioline-schlaglichter Wed, 22 Nov 2017 14:58:33 +0100
Berlusconi kämpft vor Menschenrechtsgerichtshof um Zukunft http://www.hellwegradio.de//nachrichten/der-kreis-soest/single/article/berlusconi-kaempft-vor-menschenrechtsgerichtshof-um-zukunft/ Straßburg (dpa) - Italiens Ex-Ministerpräsident Silvio Berlusconi zieht alle Register, um bei der anstehenden Parlamentswahl wieder kandidieren zu können.

Beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte klagte der 81-Jährige dagegen, dass er bis 2019 keine politischen Ämter übernehmen darf. Der Senat in Rom hatte ihm dieses Recht 2013 nach einer Verurteilung wegen Steuerbetrugs abgesprochen. Über die Beschwerde Berlusconis verhandelte an diesem Mittwoch in Straßburg in erster Instanz die Große Kammer. (Az.: 58428/13)

Sechs Jahre nach dem Ende seiner skandalgeprägten Amtszeiten nimmt der 81-Jährige wieder Einfluss auf die italienische Politik. Vor den Regionalwahl auf Sizilien im November präsentierte er sich als Anführer der Mitte-Rechts-Allianz, die die Wahl gewann. Ginge es nach ihm, würde er wieder für das Amt des Ministerpräsidenten antreten. «Meine Rolle im kommenden Wahlkampf ist jedenfalls klar: Ich werde draußen sein, um das Mitte-Rechts-Lager zum Regieren dieses Landes zu führen», twitterte Berlusconi am Mittwoch.

Doch so einfach ist es nicht. Gegen den Chef der konservativen Forza Italia liefen seit den 1990er Jahren Dutzende Verfahren. Es ging um Steuerbetrug, Bestechung, Amtsmissbrauch oder Sex mit Minderjährigen. Rechtskräftig verurteilt wurde er nur in einem Fall - der steht nun aber seiner politischen Zukunft im Wege.

Es ging dabei um Geschäfte mit Fernsehrechten in den 1990er Jahren. Die zunächst verhängte Haftstrafe wurde später reduziert, Berlusconi musste schließlich nur zehneinhalb Monate Sozialdienst leisten.

Die Entscheidung des Senats, ihm die Wählbarkeit bis 2019 abzusprechen, blieb dagegen bestehen. Berlusconis Anwalt bemängelte, dass das zugrundeliegende Severino-Gesetz erst gut 15 Jahre nach den Taten in Kraft getreten war, für die sein Mandant verurteilt worden war. Da der Entzug des passiven Wahlrechts einer Strafe gleichkomme, sei eine solche rückwirkende Anwendung unzulässig.

Zudem sei die Entscheidung von Berlusconis Gegnern getroffen worden. «Das war nicht die Justiz eines italienischen Gerichts», so der Anwalt. «Das war die Politik eines italienischen Amphitheaters.»

Gewählt werden muss in Italien spätestens im Mai 2018. Ob es bis dahin ein Urteil aus Straßburg gibt, ist fraglich. Berlusconi hat es allerdings nicht bei der einen Beschwerde belassen, anhängig sind zwei weitere. Der Medienunternehmer wehrt sich damit ganz generell gegen seine Verurteilung wegen Steuerhinterziehung sowie gegen ein Zivilverfahren, in dem es um eine Millionenentschädigung ging.

Die Bühne, die die Fernsehkameras am Mittwoch in Straßburg boten, nutzte der Italiener nicht. Er blieb der Verhandlung fern. Medienberichten zufolge gönnte sich der 81-Jährige drei Tage Ruhe in einer Schönheitsfarm in Meran in Südtirol.

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Straßburg (dpa) - Italiens Ex-Ministerpräsident Silvio Berlusconi zieht alle Register, um bei der anstehenden Parlamentswahl wieder kandidieren zu können.

Beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte klagte der 81-Jährige dagegen, dass er bis 2019 keine politischen Ämter übernehmen darf. Der Senat in Rom hatte ihm dieses Recht 2013 nach einer Verurteilung wegen Steuerbetrugs abgesprochen. Über die Beschwerde Berlusconis verhandelte an diesem Mittwoch in Straßburg in erster Instanz die Große Kammer. (Az.: 58428/13)

Sechs Jahre nach dem Ende seiner skandalgeprägten Amtszeiten nimmt der 81-Jährige wieder Einfluss auf die italienische Politik. Vor den Regionalwahl auf Sizilien im November präsentierte er sich als Anführer der Mitte-Rechts-Allianz, die die Wahl gewann. Ginge es nach ihm, würde er wieder für das Amt des Ministerpräsidenten antreten. «Meine Rolle im kommenden Wahlkampf ist jedenfalls klar: Ich werde draußen sein, um das Mitte-Rechts-Lager zum Regieren dieses Landes zu führen», twitterte Berlusconi am Mittwoch.

Doch so einfach ist es nicht. Gegen den Chef der konservativen Forza Italia liefen seit den 1990er Jahren Dutzende Verfahren. Es ging um Steuerbetrug, Bestechung, Amtsmissbrauch oder Sex mit Minderjährigen. Rechtskräftig verurteilt wurde er nur in einem Fall - der steht nun aber seiner politischen Zukunft im Wege.

Es ging dabei um Geschäfte mit Fernsehrechten in den 1990er Jahren. Die zunächst verhängte Haftstrafe wurde später reduziert, Berlusconi musste schließlich nur zehneinhalb Monate Sozialdienst leisten.

Die Entscheidung des Senats, ihm die Wählbarkeit bis 2019 abzusprechen, blieb dagegen bestehen. Berlusconis Anwalt bemängelte, dass das zugrundeliegende Severino-Gesetz erst gut 15 Jahre nach den Taten in Kraft getreten war, für die sein Mandant verurteilt worden war. Da der Entzug des passiven Wahlrechts einer Strafe gleichkomme, sei eine solche rückwirkende Anwendung unzulässig.

Zudem sei die Entscheidung von Berlusconis Gegnern getroffen worden. «Das war nicht die Justiz eines italienischen Gerichts», so der Anwalt. «Das war die Politik eines italienischen Amphitheaters.»

Gewählt werden muss in Italien spätestens im Mai 2018. Ob es bis dahin ein Urteil aus Straßburg gibt, ist fraglich. Berlusconi hat es allerdings nicht bei der einen Beschwerde belassen, anhängig sind zwei weitere. Der Medienunternehmer wehrt sich damit ganz generell gegen seine Verurteilung wegen Steuerhinterziehung sowie gegen ein Zivilverfahren, in dem es um eine Millionenentschädigung ging.

Die Bühne, die die Fernsehkameras am Mittwoch in Straßburg boten, nutzte der Italiener nicht. Er blieb der Verhandlung fern. Medienberichten zufolge gönnte sich der 81-Jährige drei Tage Ruhe in einer Schönheitsfarm in Meran in Südtirol.

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-radioline-politik-ausland Wed, 22 Nov 2017 14:51:25 +0100
Schauspieler Dieter Bellmann ist tot http://www.hellwegradio.de//nachrichten/der-kreis-soest/single/article/schauspieler-dieter-bellmann-ist-tot/ Leipzig (dpa) - Der Schauspieler Dieter Bellmann ist tot. Der langjährige Hauptdarsteller der beliebten ARD-Serie «In aller Freundschaft» starb bereits am Montag mit 77 Jahren in Leipzig. Das teilte der Mitteldeutsche Rundfunk unter Berufung auf seine Witwe am Mittwoch mit. «Wir nehmen Abschied von einem guten Freund, der in seiner Rolle wie auch als Mensch eine ganz herausragende Figur bei "In aller Freundschaft" war», sagte MDR-Programmdirektor Wolf-Dieter Jacobi. Der Tod kam für alle überraschend, wie eine Sprecherin der Produktionsfirma Saxonia Media sagte.

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Leipzig (dpa) - Der Schauspieler Dieter Bellmann ist tot. Der langjährige Hauptdarsteller der beliebten ARD-Serie «In aller Freundschaft» starb bereits am Montag mit 77 Jahren in Leipzig. Das teilte der Mitteldeutsche Rundfunk unter Berufung auf seine Witwe am Mittwoch mit. «Wir nehmen Abschied von einem guten Freund, der in seiner Rolle wie auch als Mensch eine ganz herausragende Figur bei "In aller Freundschaft" war», sagte MDR-Programmdirektor Wolf-Dieter Jacobi. Der Tod kam für alle überraschend, wie eine Sprecherin der Produktionsfirma Saxonia Media sagte.

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-radioline-schlaglichter Wed, 22 Nov 2017 14:39:38 +0100
Joggerin ermordet - Angeklagter: «In mir war Aggression» http://www.hellwegradio.de//nachrichten/der-kreis-soest/single/article/prozess-gegen-lkw-fahrer-nach-mord-an-joggerin-beginnt/ Freiburg (dpa) - Mit einem Geständnis hat rund ein Jahr nach dem Sexualmord an einer Joggerin in Endingen bei Freiburg der Prozess gegen den Angeklagten begonnen.

«Ich weiß, dass das, was ich getan habe, nicht zu verzeihen ist. In mir war Aggression, aber kein sexuelles Verlangen», sagte der 40 Jahre alte Familienvater und Berufskraftfahrer an diesem Mittwoch vor dem Landgericht Freiburg. «Ich bin fassungslos über das, was geschehen ist.»

Dem Rumänen werden Mord und besonders schwere Vergewaltigung zur Last gelegt, wie Oberstaatsanwalt Tomas Orschitt sagte. Der Mann soll Anfang November vergangenen Jahres die junge Frau in einem Waldstück in den Weinbergen von Endingen angegriffen, vergewaltigt und getötet haben. Die 27-Jährige war alleine joggen, als sie attackiert wurde. Der Angeklagte sagte, er habe aus einer ihm unerklärlichen Aggression heraus gehandelt und die Joggerin mit einer Schnapsflasche geschlagen. An die Tat selbst könne er sich nicht erinnern.

Dem Mann wird auch der Mord an einer 20 Jahre alten französischen Austausch-Studentin aus Lyon im Januar 2014 im rund 400 Kilometer von Endingen entfernten Kufstein in Österreich vorgeworfen. An beiden Tatorten waren identische Spuren gefunden worden. Zudem zeigten Handy-Daten des Angeklagten, dass er in Endingen zur Tatzeit in der Nähe des Tatorts war. Die Leiche der Joggerin war nach einer tagelangen Suchaktion gefunden worden.

Der 40-Jährige habe heimtückisch und aus niederen Beweggründen gehandelt, sagte Orschitt. Das Opfer habe keine Chance gehabt, sich zu wehren. «Der Angriff kam für sie völlig überraschend. Nur durch Zufall hat sie den Angriff überlebt.» Der Mann habe die Frau vom Weg rund 70 Meter in ein abseits und nicht einsehbares Waldstück geschleift und sie dort vergewaltigt. Getötet habe er, um seine spätere Identifizierung durch das Opfer zu verhindern.

Mit mehreren, wuchtigen Schlägen auf den Kopf sei die junge Frau umgebracht worden. Verwendet worden sei dabei ein schwerer Gegenstand aus Metall, vermutlich eine Eisenstange. Eine solche Eisenstange diente auch beim Mord in Kufstein als Tatwaffe. Zudem habe er einen Schuh der jungen Frau in Endingen versteckt und ihr Handy zerstört.

Dem psychiatrischen Sachverständigen Peter Winkler aus Tübingen sagte der Angeklagte, er habe nach dem ersten Schlag keine Erinnerung mehr an die Tat. Das sagte Winkler zum Prozessauftakt. Davor sei der 40-Jährige weinend durch den Wald gelaufen. Das Aussehen der Frau hat der Verdächtige nach Angaben des Gutachters gar nicht wahrgenommen, weil er «zu sehr mit sich selbst beschäftigt war». Im Gespräch mit dem Gutachter habe er ungewöhnlich wenige Emotionen gezeigt. «Nur wenn er über seine Familie sprach, hatte er Tränen in den Augen», sagte Winkler. Bei Aussagen über den Fall habe er wie durch eine Glasscheibe kommuniziert.

Der Verdächtige war im Juni dieses Jahres in Endingen festgenommen worden, er sitzt seither in Untersuchungshaft. Für den Prozess sind zunächst acht Verhandlungstage geplant. Ein Urteil soll es demnach Ende Dezember geben. Die Eltern der in Endingen Ermordeten sowie der Ehemann treten in dem Prozess als Nebenkläger auf.

Der Prozess um den Sexualmord an einer Joggerin in Endingen bei Freiburg hat eine internationale Dimension. Denn der Angeklagte, der die Tat in Endingen zum Prozessauftakt gestanden hat, soll schon einmal getötet haben: Ihm wird auch der Mord an einer 20 Jahre alten französischen Austausch-Studentin aus Lyon im Januar 2014 im rund 400 Kilometer von Endingen entfernten Kufstein in Österreich vorgeworfen. Vor Gericht kommen die zwei Fälle getrennt voneinander.

Verhandelt wird am Landgericht Freiburg zunächst der Fall in Endingen, wie ein Gerichtssprecher erklärt. Das zu erwartende Urteil beziehe sich nur auf die Tat in Endingen. Die Tat in Kufstein werde aber im Rahmen der Beweisaufnahme ein Thema sein: In dem Prozess werden Experten und Polizeibeamte aus Österreich als Zeugen gehört.

Nach einem Urteil im Fall Endingen prüft die Justiz in Österreich das weitere Vorgehen, wie Staatsanwalt Hansjörg Mayr von der Staatsanwaltschaft Innsbruck sagt. Für einen zweiten Prozess, dann in Österreich, würde Deutschland den Mann ausliefern. Bei einem Prozess in Österreich könnte sich das dort zuständige Gericht dem Strafmaß anschließen oder eine höhere Zusatzstrafe, wie etwa Sicherungsverwahrung, verhängen.

Bei Mord droht in beiden Ländern in der Regel eine lebenslange Freiheitsstrafe. Addiert werden kann aber nicht, sagt Mayr. Zweimal lebenslang gebe es nicht. Ein zweiter Prozess diene aber dazu, den Fall in Österreich juristisch detailliert aufklären zu können.

Das Freiburger Urteil müsse aber erst rechtskräftig sein. Wie es in Österreich weitergeht, werde daher frühestens im nächsten Jahr entschieden - ebenso die Frage, in welchem Land der Mann nach Verurteilungen seine Haftstrafe sowie möglicherweise anschließende Sicherungsverwahrung absitze.

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Freiburg (dpa) - Mit einem Geständnis hat rund ein Jahr nach dem Sexualmord an einer Joggerin in Endingen bei Freiburg der Prozess gegen den Angeklagten begonnen.

«Ich weiß, dass das, was ich getan habe, nicht zu verzeihen ist. In mir war Aggression, aber kein sexuelles Verlangen», sagte der 40 Jahre alte Familienvater und Berufskraftfahrer an diesem Mittwoch vor dem Landgericht Freiburg. «Ich bin fassungslos über das, was geschehen ist.»

Dem Rumänen werden Mord und besonders schwere Vergewaltigung zur Last gelegt, wie Oberstaatsanwalt Tomas Orschitt sagte. Der Mann soll Anfang November vergangenen Jahres die junge Frau in einem Waldstück in den Weinbergen von Endingen angegriffen, vergewaltigt und getötet haben. Die 27-Jährige war alleine joggen, als sie attackiert wurde. Der Angeklagte sagte, er habe aus einer ihm unerklärlichen Aggression heraus gehandelt und die Joggerin mit einer Schnapsflasche geschlagen. An die Tat selbst könne er sich nicht erinnern.

Dem Mann wird auch der Mord an einer 20 Jahre alten französischen Austausch-Studentin aus Lyon im Januar 2014 im rund 400 Kilometer von Endingen entfernten Kufstein in Österreich vorgeworfen. An beiden Tatorten waren identische Spuren gefunden worden. Zudem zeigten Handy-Daten des Angeklagten, dass er in Endingen zur Tatzeit in der Nähe des Tatorts war. Die Leiche der Joggerin war nach einer tagelangen Suchaktion gefunden worden.

Der 40-Jährige habe heimtückisch und aus niederen Beweggründen gehandelt, sagte Orschitt. Das Opfer habe keine Chance gehabt, sich zu wehren. «Der Angriff kam für sie völlig überraschend. Nur durch Zufall hat sie den Angriff überlebt.» Der Mann habe die Frau vom Weg rund 70 Meter in ein abseits und nicht einsehbares Waldstück geschleift und sie dort vergewaltigt. Getötet habe er, um seine spätere Identifizierung durch das Opfer zu verhindern.

Mit mehreren, wuchtigen Schlägen auf den Kopf sei die junge Frau umgebracht worden. Verwendet worden sei dabei ein schwerer Gegenstand aus Metall, vermutlich eine Eisenstange. Eine solche Eisenstange diente auch beim Mord in Kufstein als Tatwaffe. Zudem habe er einen Schuh der jungen Frau in Endingen versteckt und ihr Handy zerstört.

Dem psychiatrischen Sachverständigen Peter Winkler aus Tübingen sagte der Angeklagte, er habe nach dem ersten Schlag keine Erinnerung mehr an die Tat. Das sagte Winkler zum Prozessauftakt. Davor sei der 40-Jährige weinend durch den Wald gelaufen. Das Aussehen der Frau hat der Verdächtige nach Angaben des Gutachters gar nicht wahrgenommen, weil er «zu sehr mit sich selbst beschäftigt war». Im Gespräch mit dem Gutachter habe er ungewöhnlich wenige Emotionen gezeigt. «Nur wenn er über seine Familie sprach, hatte er Tränen in den Augen», sagte Winkler. Bei Aussagen über den Fall habe er wie durch eine Glasscheibe kommuniziert.

Der Verdächtige war im Juni dieses Jahres in Endingen festgenommen worden, er sitzt seither in Untersuchungshaft. Für den Prozess sind zunächst acht Verhandlungstage geplant. Ein Urteil soll es demnach Ende Dezember geben. Die Eltern der in Endingen Ermordeten sowie der Ehemann treten in dem Prozess als Nebenkläger auf.

Der Prozess um den Sexualmord an einer Joggerin in Endingen bei Freiburg hat eine internationale Dimension. Denn der Angeklagte, der die Tat in Endingen zum Prozessauftakt gestanden hat, soll schon einmal getötet haben: Ihm wird auch der Mord an einer 20 Jahre alten französischen Austausch-Studentin aus Lyon im Januar 2014 im rund 400 Kilometer von Endingen entfernten Kufstein in Österreich vorgeworfen. Vor Gericht kommen die zwei Fälle getrennt voneinander.

Verhandelt wird am Landgericht Freiburg zunächst der Fall in Endingen, wie ein Gerichtssprecher erklärt. Das zu erwartende Urteil beziehe sich nur auf die Tat in Endingen. Die Tat in Kufstein werde aber im Rahmen der Beweisaufnahme ein Thema sein: In dem Prozess werden Experten und Polizeibeamte aus Österreich als Zeugen gehört.

Nach einem Urteil im Fall Endingen prüft die Justiz in Österreich das weitere Vorgehen, wie Staatsanwalt Hansjörg Mayr von der Staatsanwaltschaft Innsbruck sagt. Für einen zweiten Prozess, dann in Österreich, würde Deutschland den Mann ausliefern. Bei einem Prozess in Österreich könnte sich das dort zuständige Gericht dem Strafmaß anschließen oder eine höhere Zusatzstrafe, wie etwa Sicherungsverwahrung, verhängen.

Bei Mord droht in beiden Ländern in der Regel eine lebenslange Freiheitsstrafe. Addiert werden kann aber nicht, sagt Mayr. Zweimal lebenslang gebe es nicht. Ein zweiter Prozess diene aber dazu, den Fall in Österreich juristisch detailliert aufklären zu können.

Das Freiburger Urteil müsse aber erst rechtskräftig sein. Wie es in Österreich weitergeht, werde daher frühestens im nächsten Jahr entschieden - ebenso die Frage, in welchem Land der Mann nach Verurteilungen seine Haftstrafe sowie möglicherweise anschließende Sicherungsverwahrung absitze.

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-radioline-panorama Wed, 22 Nov 2017 14:37:24 +0100
Nordkoreanische Soldaten jagen Kameraden an Landesgrenze http://www.hellwegradio.de//nachrichten/der-kreis-soest/single/article/dramatische-flucht-an-der-innerkoreanischen-grenze/ Seoul/Panmunjom (dpa) - Das Video von der dramatischen Flucht über die Grenze setzt um 15.11 Uhr Ortszeit ein. Da fährt der Soldat mit einem Militärjeep schon auf eine Kontrollstation auf nordkoreanischer Seite der schwer befestigten Grenze zwischen Süd- und Nordkorea zu.

Der junge Soldat der Volksarmee durchfährt die Stelle offensichtlich ohne anzuhalten. Ein Soldat rennt ihm nach, doch der Wagen beschleunigt und überquert die sogenannte 72-Stunden-Brücke - und entkommt. Die Brücke heißt so, weil sie Nordkorea nach einem Grenzzwischenfall 1976 innerhalb von 72 Stunden gebaut hatte, um sich Zugang zum Grenzort Panmunjom zu verschaffen.

Der Soldat schafft es schließlich bis nach Panmunjom. Doch dann bleibt er mit seinem Jeep stecken, kommt nicht weiter. Er springt aus dem Wagen und rennt auf die südkoreanische Seite. Hinter ihm jagen vier nordkoreanische Soldaten her, die mehrere Schüsse auf ihn abgeben; einer überschreitet dabei sogar die militärische Demarkationslinie. 

Doch da liegt der Flüchtende schon schwer verletzt am Boden und die nordkoreanischen Soldaten ziehen sich schließlich wieder zurück. Pause. Dann sind auf Infrarotaufnahmen zu sehen, wie zwei südkoreanische Soldaten sich auf dem Boden kriechend dem Schwerverletzen nähern und ihn in Sicherheit bringen. Das Video, das an Spionagefilme aus der Ära des Kalten Kriegs erinnert, endet um 15.55 Uhr. Der nordkoreanische Soldat überlebt. 

Neun Tage dauerte es, bis das von den USA geführte UN-Kommando (UNC) in Südkorea die Aufnahmen der Überwachungskameras über die Ereignisse vom 13. November veröffentlichen. Das Kommando warf der Gegenseite am Mittwoch Verstöße gegen das Waffenstillstandsabkommen vom 1953 vor. Die Volksarmee habe das Abkommen zweifach verletzt: Einmal, als Soldaten über die Demarkationslinie hinweg auf den Flüchtenden geschossen hätten, und das andere Mal, als einer der Soldaten bei der Verfolgung für kurze Zeit die Linie überschritten habe.  

Das Kommando, das seit dem Ende des dreijährigen Korea-Kriegs über die Einhaltung des Abkommens wacht, habe Nordkorea über die Verletzungen unterrichtet und ein Treffen verlangt, hieß es. Man wolle «über die Untersuchungsergebnisse und Maßnahmen sprechen, um in Zukunft solche Verstöße zu verhindern». Bis heute ist zwischen den Kriegsgegnern kein Friedensvertrag geschlossen worden. 

Der Soldat wurde nach seiner Flucht in ein Krankenhaus nahe der Haupstadt Seoul gebracht, die nur etwa 60 Kilometer von der Grenze entfernt liegt. Die behandelnden Ärzte teilten mit, dass der Nordkoreaner nach zwei Operationen mittlerweile wieder bei Bewusstsein sei. Seine Fluchtmotive waren zunächst unklar. Er soll, wie in anderen Fluchtfällen, zu seinen Motiven befragt werden, sobald es sein Zustand erlaubt, wie südkoreanische Medien berichteten. 

Ein Abstecher nach Panmunjom, dem gemeinsamen Sicherheitsbereich (Joint Security Area/JSA) an der Grenze, gehört seit vielen Jahren zum Reiseprogramm tausender von Touristen. Der Ort liegt mitten in der demilitarisierten Zone, einer 240 Kilometer langen und vier Kilometer breiten Pufferzone, die beide Staaten voneinander trennt.

Die JSA ist der einzige Ort auf der koreanischen Halbinsel, wo sich süd- und nordkoreanische Soldaten direkt gegenüberstehen. Zahlreiche deutsche Politiker, die schon dort waren, sprachen später davon, dass der Besuch Erinnerungen an das traurige Kapitel der Teilung des eigenen Landes hervorgerufen habe. 

Zahlreiche Nordkoreaner flüchten jedes Jahr aus Hunger oder Unzufriedenheit mit der autokratischen Führung aus ihrer weithin  abgeschotteten Heimat. Doch die meisten flüchten dabei über die Grenze nach China, oft fallen dabei auch Schüsse von Grenzsoldaten. Über Drittländer gelangen viele später nach Südkorea. Gelegentlich flüchten auch nordkoreanische Soldaten. Doch ist es selten, dass sich dabei ein Grenzsoldat auf der nördlichen Seite von Panmunjom absetzt.  

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Seoul/Panmunjom (dpa) - Das Video von der dramatischen Flucht über die Grenze setzt um 15.11 Uhr Ortszeit ein. Da fährt der Soldat mit einem Militärjeep schon auf eine Kontrollstation auf nordkoreanischer Seite der schwer befestigten Grenze zwischen Süd- und Nordkorea zu.

Der junge Soldat der Volksarmee durchfährt die Stelle offensichtlich ohne anzuhalten. Ein Soldat rennt ihm nach, doch der Wagen beschleunigt und überquert die sogenannte 72-Stunden-Brücke - und entkommt. Die Brücke heißt so, weil sie Nordkorea nach einem Grenzzwischenfall 1976 innerhalb von 72 Stunden gebaut hatte, um sich Zugang zum Grenzort Panmunjom zu verschaffen.

Der Soldat schafft es schließlich bis nach Panmunjom. Doch dann bleibt er mit seinem Jeep stecken, kommt nicht weiter. Er springt aus dem Wagen und rennt auf die südkoreanische Seite. Hinter ihm jagen vier nordkoreanische Soldaten her, die mehrere Schüsse auf ihn abgeben; einer überschreitet dabei sogar die militärische Demarkationslinie. 

Doch da liegt der Flüchtende schon schwer verletzt am Boden und die nordkoreanischen Soldaten ziehen sich schließlich wieder zurück. Pause. Dann sind auf Infrarotaufnahmen zu sehen, wie zwei südkoreanische Soldaten sich auf dem Boden kriechend dem Schwerverletzen nähern und ihn in Sicherheit bringen. Das Video, das an Spionagefilme aus der Ära des Kalten Kriegs erinnert, endet um 15.55 Uhr. Der nordkoreanische Soldat überlebt. 

Neun Tage dauerte es, bis das von den USA geführte UN-Kommando (UNC) in Südkorea die Aufnahmen der Überwachungskameras über die Ereignisse vom 13. November veröffentlichen. Das Kommando warf der Gegenseite am Mittwoch Verstöße gegen das Waffenstillstandsabkommen vom 1953 vor. Die Volksarmee habe das Abkommen zweifach verletzt: Einmal, als Soldaten über die Demarkationslinie hinweg auf den Flüchtenden geschossen hätten, und das andere Mal, als einer der Soldaten bei der Verfolgung für kurze Zeit die Linie überschritten habe.  

Das Kommando, das seit dem Ende des dreijährigen Korea-Kriegs über die Einhaltung des Abkommens wacht, habe Nordkorea über die Verletzungen unterrichtet und ein Treffen verlangt, hieß es. Man wolle «über die Untersuchungsergebnisse und Maßnahmen sprechen, um in Zukunft solche Verstöße zu verhindern». Bis heute ist zwischen den Kriegsgegnern kein Friedensvertrag geschlossen worden. 

Der Soldat wurde nach seiner Flucht in ein Krankenhaus nahe der Haupstadt Seoul gebracht, die nur etwa 60 Kilometer von der Grenze entfernt liegt. Die behandelnden Ärzte teilten mit, dass der Nordkoreaner nach zwei Operationen mittlerweile wieder bei Bewusstsein sei. Seine Fluchtmotive waren zunächst unklar. Er soll, wie in anderen Fluchtfällen, zu seinen Motiven befragt werden, sobald es sein Zustand erlaubt, wie südkoreanische Medien berichteten. 

Ein Abstecher nach Panmunjom, dem gemeinsamen Sicherheitsbereich (Joint Security Area/JSA) an der Grenze, gehört seit vielen Jahren zum Reiseprogramm tausender von Touristen. Der Ort liegt mitten in der demilitarisierten Zone, einer 240 Kilometer langen und vier Kilometer breiten Pufferzone, die beide Staaten voneinander trennt.

Die JSA ist der einzige Ort auf der koreanischen Halbinsel, wo sich süd- und nordkoreanische Soldaten direkt gegenüberstehen. Zahlreiche deutsche Politiker, die schon dort waren, sprachen später davon, dass der Besuch Erinnerungen an das traurige Kapitel der Teilung des eigenen Landes hervorgerufen habe. 

Zahlreiche Nordkoreaner flüchten jedes Jahr aus Hunger oder Unzufriedenheit mit der autokratischen Führung aus ihrer weithin  abgeschotteten Heimat. Doch die meisten flüchten dabei über die Grenze nach China, oft fallen dabei auch Schüsse von Grenzsoldaten. Über Drittländer gelangen viele später nach Südkorea. Gelegentlich flüchten auch nordkoreanische Soldaten. Doch ist es selten, dass sich dabei ein Grenzsoldat auf der nördlichen Seite von Panmunjom absetzt.  

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-radioline-politik-ausland Wed, 22 Nov 2017 14:31:48 +0100
Ex-General Mladic zu lebenslanger Haft verurteilt http://www.hellwegradio.de//nachrichten/der-kreis-soest/single/article/un-tribunal-urteilt-ueber-ex-general-mladic-wegen-voelkermords/ Den Haag/Berlin (dpa) - Mehr als zwei Jahrzehnte nach dem Bürgerkrieg in Bosnien-Herzegowina (1992-1995) ist Ratko Mladic als damaliger Militärchef der Serben wegen Kriegsverbrechen zu lebenslanger Haft verurteilt worden.

Das UN-Tribunal in Den Haag sprach den 75-Jährigen am Mittwoch schuldig, Völkermord und zahlreiche weitere Morde ebenso befehligt zu haben wie den jahrelangen Beschuss der Hauptstadt Sarajevo, die gewaltsame Vertreibung Hunderttausender, die Geiselnahme von UN-Soldaten und die massenhaften Vergewaltigungen muslimischer Frauen und Mädchen. Dabei waren mehr als 100 000 Menschen getötet und mehr als zwei Millionen vertrieben worden.

Nach fünfjährigem Prozess zeigte sich der im dunklen Anzug und roter Krawatte erschienene Mladic weiter uneinsichtig. «Ich schlafe ruhig, ich bin unschuldig», sagte er der Belgrader Boulevardzeitung «Kurir» unmittelbar vor der Urteilsverkündung. Beim Eintreffen im Gerichtssaal bekreuzigte er sich und reckte den Daumen in die Höhe. Während der Vorsitzende Richter Alphons Orie die oft unfassbaren Verbrechen des Angeklagten auflistete, lächelte Mladic immer wieder oder schüttelte den Kopf.

Als der gestikulierende Ex-General «Lüge! Reine Lüge! Alles Lüge!» schrie und nicht mehr auf der Anklageseite Platz nehmen wollte, ließ Orie ihn aus dem Gerichtssaal werfen. Er habe die Verhandlung in einem Nebenraum auf einer Couch verfolgen können, sagte der Richter weiter. Die Mladic-Anwälte hatten den Abbruch der Urteilsverlesung verlangt, weil ihr Mandant durch extrem hohen Blutdruck gefährdet sei. Das Gericht folgte dieser Sicht nicht und verwies auf die gute medizinische Betreuung des Angeklagten.

Serbiens Justizministerin Nela Kuburovic verlangte an diesem Mittwoch erneut, serbische Ärzte müssten den kranken Mladic in Belgrad behandeln. Die Regierung gebe eine Garantie, dass er danach wieder nach Den Haag zurückkehren werde. Die als Regierungssprachrohr geltende Zeitung «Informer» titelte am Mittwoch «Todesstrafe für Mladic». Das Gericht bezweifelte am Tag der Urteilsverkündung erneut, dass serbische oder wie immer wieder verlangt russische Ärzte mehr als die ihn in Den Haag behandelnden niederländischen Mediziner für Mladic tun könnten.

Ziel aller Kriegsverbrechen von Mladic und seinen Offizieren war nach Überzeugung des Gerichts, Muslime und Kroaten aus den von Serben in Bosnien beanspruchten Gebieten zu vertreiben. Dazu sei ihnen jedes Verbrechen recht gewesen. Die nichtserbische Bevölkerung sei «systematisch terrorisiert» worden, um dieses Ziel zu erreichen. Damit hätten die von Mladic befehligte Armee der bosnischen Serben sowie zahlreiche Freischärlerverbände zuhauf «Verbrechen gegen die Menschlichkeit» begangen.

Während sich viele Medien in der Balkanregion erleichtert zeigten, dass der «Schlächter» und «Metzger» verurteilt wurde, reagierte der in Serbien alles entscheidende Staatspräsident Aleksandar Vucic zurückhaltend. Auch wenn «wir nicht die Verbrechen rechtfertigen dürfen, die einige im serbischen Namen begangen haben», würden die serbischen Opfer in allen Jugoslawien-Kriegen vom Ausland nicht ähnlich behandelt wie die Opfer anderer Nationen: «Wir müssen uns um die Achtung unserer eigenen Opfer selbst kümmern», sagte er am Mittwoch in Novi Sad.

Der UN-Menschenrechtskommissar bezeichnete das Urteil als monumentalen Sieg der Gerechtigkeit. «Mladic ist der Inbegriff des Bösen und die Verurteilung von Mladic ist der Inbegriff für internationale Gerechtigkeit», sagte Said Raad al-Hussein am Mittwoch in Genf. Eine Sprecherin des Auswärtiges Amtes in Berlin sagte: «Die Bundesregierung begrüßt dieses Urteil als wichtigen Beitrag zur Aufarbeitung der grausamen Verbrechen, die in den 1990er Jahren im ehemaligen Jugoslawien verübt wurden.»

Der Präsident der bosnischen Serben, Milorad Dodik, hatte noch vor der Urteilsverkündung vorausgesagt, Mladic werde durch die Gerichtsentscheidung für seine Landsleute noch mehr zu einem «Mythos»: «Der Mann hat das Militär befehligt, das die Freiheit seines Volkes verteidigt und so die Serbenrepublik erschaffen hat.»

Der Ex-General war erst 2011 nach 16 Jahren auf der Flucht festgenommen worden. Bereits 2016 war sein politischer Chef, der damalige bosnische Serbenführer Radovan Karadzic, für eine fast identische Anklage zu 40 Jahren Gefängnis verurteilt worden.

Es war der letzte Völkermord-Prozess des Tribunals. Ende des Jahres wird das Gericht nach 24 Jahren seine Arbeit abschließen. Wegen des Völkermordes in Srebrenica waren mit Mladic 16 Personen schuldig gesprochen worden.

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Den Haag/Berlin (dpa) - Mehr als zwei Jahrzehnte nach dem Bürgerkrieg in Bosnien-Herzegowina (1992-1995) ist Ratko Mladic als damaliger Militärchef der Serben wegen Kriegsverbrechen zu lebenslanger Haft verurteilt worden.

Das UN-Tribunal in Den Haag sprach den 75-Jährigen am Mittwoch schuldig, Völkermord und zahlreiche weitere Morde ebenso befehligt zu haben wie den jahrelangen Beschuss der Hauptstadt Sarajevo, die gewaltsame Vertreibung Hunderttausender, die Geiselnahme von UN-Soldaten und die massenhaften Vergewaltigungen muslimischer Frauen und Mädchen. Dabei waren mehr als 100 000 Menschen getötet und mehr als zwei Millionen vertrieben worden.

Nach fünfjährigem Prozess zeigte sich der im dunklen Anzug und roter Krawatte erschienene Mladic weiter uneinsichtig. «Ich schlafe ruhig, ich bin unschuldig», sagte er der Belgrader Boulevardzeitung «Kurir» unmittelbar vor der Urteilsverkündung. Beim Eintreffen im Gerichtssaal bekreuzigte er sich und reckte den Daumen in die Höhe. Während der Vorsitzende Richter Alphons Orie die oft unfassbaren Verbrechen des Angeklagten auflistete, lächelte Mladic immer wieder oder schüttelte den Kopf.

Als der gestikulierende Ex-General «Lüge! Reine Lüge! Alles Lüge!» schrie und nicht mehr auf der Anklageseite Platz nehmen wollte, ließ Orie ihn aus dem Gerichtssaal werfen. Er habe die Verhandlung in einem Nebenraum auf einer Couch verfolgen können, sagte der Richter weiter. Die Mladic-Anwälte hatten den Abbruch der Urteilsverlesung verlangt, weil ihr Mandant durch extrem hohen Blutdruck gefährdet sei. Das Gericht folgte dieser Sicht nicht und verwies auf die gute medizinische Betreuung des Angeklagten.

Serbiens Justizministerin Nela Kuburovic verlangte an diesem Mittwoch erneut, serbische Ärzte müssten den kranken Mladic in Belgrad behandeln. Die Regierung gebe eine Garantie, dass er danach wieder nach Den Haag zurückkehren werde. Die als Regierungssprachrohr geltende Zeitung «Informer» titelte am Mittwoch «Todesstrafe für Mladic». Das Gericht bezweifelte am Tag der Urteilsverkündung erneut, dass serbische oder wie immer wieder verlangt russische Ärzte mehr als die ihn in Den Haag behandelnden niederländischen Mediziner für Mladic tun könnten.

Ziel aller Kriegsverbrechen von Mladic und seinen Offizieren war nach Überzeugung des Gerichts, Muslime und Kroaten aus den von Serben in Bosnien beanspruchten Gebieten zu vertreiben. Dazu sei ihnen jedes Verbrechen recht gewesen. Die nichtserbische Bevölkerung sei «systematisch terrorisiert» worden, um dieses Ziel zu erreichen. Damit hätten die von Mladic befehligte Armee der bosnischen Serben sowie zahlreiche Freischärlerverbände zuhauf «Verbrechen gegen die Menschlichkeit» begangen.

Während sich viele Medien in der Balkanregion erleichtert zeigten, dass der «Schlächter» und «Metzger» verurteilt wurde, reagierte der in Serbien alles entscheidende Staatspräsident Aleksandar Vucic zurückhaltend. Auch wenn «wir nicht die Verbrechen rechtfertigen dürfen, die einige im serbischen Namen begangen haben», würden die serbischen Opfer in allen Jugoslawien-Kriegen vom Ausland nicht ähnlich behandelt wie die Opfer anderer Nationen: «Wir müssen uns um die Achtung unserer eigenen Opfer selbst kümmern», sagte er am Mittwoch in Novi Sad.

Der UN-Menschenrechtskommissar bezeichnete das Urteil als monumentalen Sieg der Gerechtigkeit. «Mladic ist der Inbegriff des Bösen und die Verurteilung von Mladic ist der Inbegriff für internationale Gerechtigkeit», sagte Said Raad al-Hussein am Mittwoch in Genf. Eine Sprecherin des Auswärtiges Amtes in Berlin sagte: «Die Bundesregierung begrüßt dieses Urteil als wichtigen Beitrag zur Aufarbeitung der grausamen Verbrechen, die in den 1990er Jahren im ehemaligen Jugoslawien verübt wurden.»

Der Präsident der bosnischen Serben, Milorad Dodik, hatte noch vor der Urteilsverkündung vorausgesagt, Mladic werde durch die Gerichtsentscheidung für seine Landsleute noch mehr zu einem «Mythos»: «Der Mann hat das Militär befehligt, das die Freiheit seines Volkes verteidigt und so die Serbenrepublik erschaffen hat.»

Der Ex-General war erst 2011 nach 16 Jahren auf der Flucht festgenommen worden. Bereits 2016 war sein politischer Chef, der damalige bosnische Serbenführer Radovan Karadzic, für eine fast identische Anklage zu 40 Jahren Gefängnis verurteilt worden.

Es war der letzte Völkermord-Prozess des Tribunals. Ende des Jahres wird das Gericht nach 24 Jahren seine Arbeit abschließen. Wegen des Völkermordes in Srebrenica waren mit Mladic 16 Personen schuldig gesprochen worden.

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-radioline-politik-ausland Wed, 22 Nov 2017 14:28:46 +0100