
Wohnungsbau im Kreis stockt
Im Kreis Soest fehlen laut einer aktuellen Untersuchung rund 8.400 Wohnungen. Das hat das Pestel-Institut im Auftrag des Bundesverbandes Deutscher Baustoff-Fachhandel (BDB) errechnet. Die Forscher haben dafür die Bevölkerungsentwicklung, den Arbeitsmarkt und die Beschäftigungsprognosen im Kreis analysiert.
Jährlich 2.000 neue Wohnungen nötig
Um den künftigen Bedarf zu decken, müssten nach Berechnungen des Instituts jährlich etwa 2.000 neue Wohnungen entstehen. Doch davon ist der Kreis Soest weit entfernt: Im ersten Halbjahr 2025 gab es nur 419 Baugenehmigungen, so das Statistische Bundesamt.
„Das reicht natürlich nicht. Der Neubau läuft mit angezogener Handbremse“, sagt Matthias Günther, Chef-Ökonom des Pestel-Instituts.
Er fordert, die Politik müsse den Wohnungsbau deutlich stärker ankurbeln. Ein zentrales Mittel sei günstiges Baugeld:
„Maximal zwei Prozent Zinsen – dann wären wieder deutlich mehr Bauprojekte möglich“, so Günther.
Vorschriften bremsen Neubau
Neben finanzieller Unterstützung kritisiert das Pestel-Institut auch die vielen Bauauflagen der vergangenen Jahre. Diese hätten die Kosten in die Höhe getrieben und den Neubau erschwert. Günther fordert, „alle Vorschriften der letzten zehn Jahre auf den Prüfstand zu stellen“. Nur so könne das Bauen im Kreis Soest wieder einfacher und bezahlbarer werden.
Baustoffverband fordert „Wohnungsbau-Turbo“
Auch der BDB sieht die Bundesregierung in der Pflicht. Präsidentin Katharina Metzger kritisiert fehlende Anreize und warnt vor einem weiteren Rückgang beim Wohnungsbau:
„Von einem ‚Wohnungsbau-Turbo‘ kann keine Rede sein. Stattdessen verlieren Bauunternehmen Kapazitäten, Arbeiter ihre Jobs.“
Sie fordert, dass Bundeskanzler Merz das Thema zur Chefsache macht. Der Wohnungsbau sei ein wichtiger Motor für die Wirtschaft:
„Läuft der Bau, läuft auch die Konjunktur“, so Metzger.
