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Symbolbild: Telefon
© Lippewelle, Jacqueline Schlüsener
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Aktionswoche in Hamm: So kann ich mich vor Schockanrufen schützen

Seit September registrierte die Polizei Hamm zwei Schockanrufe mit erfundenen Notfällen. Eine aktuelle Präventionskampagne soll Bürger vor den emotionalen Betrugsmaschen schützen.

Veröffentlicht: Freitag, 14.11.2025 05:18

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Hammer Polizei meldet zwei Schockanrufe seit September

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Seit dem 1. September wurden insgesamt zwei Fälle angezeigt, bei denen Betrüger ihre Opfer mit erfundenen Notfallgeschichten unter Druck setzten. Die Täter geben sich dabei als Polizisten, Staatsanwälte oder nahe Angehörige aus und versuchen mit emotionaler Manipulation an Geld oder Wertsachen zu gelangen. In beiden Fällen aus Hamm behaupteten die Anrufer, Tochter oder Sohn hätten einen schweren Verkehrsunfall verursacht, bei dem eine Person verletzt oder verstorben sei. Um eine angebliche Inhaftierung zu vermeiden, sollten die Opfer schnell eine Geldsumme zahlen.

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Verschiedene Betrugsmaschen im Hammer Stadtgebiet

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Neben den beiden Verkehrsunfall-Fällen registrierte die Hammer Polizei drei weitere Anrufe mit einer anderen Masche. Hierbei gaben sich die Täter als Polizeibeamte aus und behaupteten, es habe Einbrüche in der Nachbarschaft gegeben. Die falschen Beamten erkundigten sich gezielt nach Bargeld oder Wertgegenständen im Haus der Angerufenen. Diese Methode zielt darauf ab, potenzielle Opfer auszukundschaften und später möglicherweise zu bestehlen. Die Polizei weist darauf hin, dass echte Beamte niemals am Telefon nach Wertsachen oder Bargeld fragen würden. Auch das Durchforsten von Todesanzeigen in Zeitungen nutzen Betrüger als gängige Methode, um gezielt an persönliche Daten zu gelangen und Vertrauen aufzubauen.

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Aktionswoche CESA bringt Präventionsplakate nach Hamm

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Aktuell (10.11. - 16.11.25) läuft eine bundesweite Aktionswoche gegen Schockanrufe im Rahmen der Präventionskampagne CESA (Callcenterbetrug, Enkeltrick und Schockanruf), die vom Landeskriminalamt Nordrhein-Westfalen koordiniert wird. Die Kriminalprävention der Polizei Hamm hat in der vergangenen Woche rund 40 Plakate im Hammer Stadtgebiet verteilt. Die Informationsmaterialien hängen nun in Arztpraxen, Banken, Sparkassen und Apotheken aus. Ziel der Kampagne ist es, insbesondere ältere Menschen für diese Betrugsmaschen zu sensibilisieren und ihnen konkrete Verhaltenstipps an die Hand zu geben.

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Technische Manipulation der Stimmen noch unklar

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Ein besonders perfides Element der Schockanrufe ist die Stimmenimitation. Betroffene berichten immer wieder, die Stimme am Telefon habe der des eigenen Kindes oder Enkelkindes geglichen. Ob dies tatsächlich durch technische Manipulation mit KI-generierten Stimmen geschieht oder durch die emotionale Ausnahmesituation beeinflusst wird, lässt sich laut Polizei schwer beurteilen. KI-generierte Stimmen sind den Ermittlern in diesem Zusammenhang bislang nicht bekannt. Die emotionale Belastung der Opfer in der vermeintlichen Notsituation kann jedoch dazu führen, dass sie weniger kritisch hinhören und eher geneigt sind, der vertrauten Stimme zu glauben. Dieser psychologische Effekt macht die Betrugsmasche besonders gefährlich und erfolgreich.

Autorin: Jacqueline Schlüsener

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