
Alkoholverbot an Bahnhöfen im Kreis Soest ab Oktober
Die Deutsche Bahn verbietet das Trinken von Alkohol an allen 5.400 Bahnhöfen in Deutschland - bis Mitte Oktober 2026 soll die Regelung überall gelten, auch hier im Kreis Soest. Wer zur Soester Allerheiligenkirmes oder zur Lippstädter Herbstwoche mit der Bahn fährt, muss sein Bier künftig für den Bahnsteig stehen lassen. Was genau gilt und was erlaubt bleibt.
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Deutsche Bahn verbietet Alkohol an allen Bahnhöfen
Die Deutsche Bahn zieht die Reißleine beim Thema Alkohol: Bis zum 15. Oktober 2026 soll an allen 5.400 Bahnhöfen in Deutschland das Trinken von Alkohol verboten sein - auf Bahnsteigen und in Bahnhofshallen. Hintergrund ist unter anderem ein brutaler Angriff vom vergangenen Freitag (17. Juli), der nach Angaben der Bahn einmal mehr den Zusammenhang zwischen Alkohol und Gewalt an Bahnhöfen gezeigt hat. Das Verbot wird schrittweise eingeführt und basiert auf dem Hausrecht der Deutschen Bahn. DB-Chefin Evelyn Palla macht deutlich, worum es geht:
„Wir greifen durch: Wir verbannen das Alkoholtrinken aus unseren Bahnhöfen. Zu oft mussten wir feststellen, dass dort, wo zu viel Alkohol fließt, auch die Gewalt zunimmt. Zuletzt hat uns dies der brutale und sinnlose Angriff vom vergangenen Freitag gezeigt. Deshalb kommt jetzt das Alkoholverbot an Bahnhöfen. Wir meinen es ernst mit der Sicherheit. Es geht um den Schutz unserer Mitarbeitenden und Fahrgäste." - Evelyn Palla, Vorstandsvorsitzende Deutsche Bahn.
Was gilt ab Oktober - und was bleibt erlaubt?
Das Verbot richtet sich gegen den Konsum von Alkohol auf Bahnsteigen und in Bahnhofshallen. Wer eine Flasche Bier oder Wein in der Tasche hat und diese verschlossen transportiert, darf das weiterhin tun. Auch die Gastronomie in Bahnhöfen ist vom Verbot ausgenommen - wer also am Bahnhofskiosk oder im Café ein Getränk bestellt, macht nichts falsch. Geöffnet und getrunken werden darf die Flasche auf dem Bahnsteig aber nicht mehr.
Bereits heute sind rund 30 Bahnhöfe in Deutschland alkoholfrei, darunter Köln, München und Hamburg. Die Deutsche Bahn berichtet von positiven Erfahrungen: Dort sei die Zahl von Gewaltvorfällen und auch die Vermüllung zurückgegangen. Ab dem 1. September folgen zunächst weitere Großbahnhöfe wie Berlin Hauptbahnhof, Berlin Gesundbrunnen, Kiel und Braunschweig. Bis Mitte Oktober sollen dann alle übrigen Bahnhöfe nachziehen.
Lippstadt, Werl, Geseke - das Verbot kommt überall
Für die meisten Bahnhöfe im Kreis Soest ist das Alkoholverbot neu. In Lippstadt, Werl, Geseke, Welver und Wickede gab es bisher keine entsprechende Regelung auf den Bahnsteigen oder in den Bahnhofshallen. Das ändert sich bis Mitte Oktober. Gerade mit Blick auf die Kirmessaison im Herbst - etwa die Soester Allerheiligenkirmes oder die Lippstädter Herbstwoche - dürfte das für viele Bahnfahrerinnen und Bahnfahrer im Kreis spürbar werden. Wer mit der Bahn anreist und auf dem Bahnsteig noch ein Bier trinken wollte, muss das künftig sein lassen. Die Deutsche Bahn muss für die Umsetzung die Hausordnungen an den einzelnen Standorten anpassen, dafür laufen Abstimmungen mit Kommunen und Behörden vor Ort.
Soest kennt das schon
Im Kreis Soest hat man mit solchen Regelungen bereits Erfahrung. In Soest gilt seit 2023 ein Alkoholverbot - allerdings bisher nur auf dem Bahnhofsvorplatz, nicht auf dem Bahnsteig selbst. Maximilian Klaus, Sprecher der Polizei Soest, erklärt, warum das damals eingeführt wurde:
„Das Hauptproblem war damals, dass sich die örtliche Trinkerszene und die Fahrgäste der öffentlichen Verkehrsmittel den Bahnhofsvorplatz und insbesondere die Bushäuschen geteilt haben. Durch dieses Alkoholverbot am Bahnhofsvorplatz und die engmaschigen Kontrollen anschließend wurde das unattraktiver für die Trinkerszene. Die sind zwar weiterhin im Bahnhofsbereich, allerdings gehören die Bushäuschen jetzt wieder den Nutzern der öffentlichen Verkehrsmittel." - Maximilian Klaus, Polizeisprecher Soest.
Was hat das Verbot gebracht - und was kommt auf andere Städte zu?
Die Bilanz in Soest ist gemischt: Auf dem Vorplatz ist es ruhiger geworden, die Probleme haben sich aber verlagert. Für die anderen Bahnhöfe im Kreis erwartet Klaus eine ähnliche Entwicklung - sieht das Verbot aber trotzdem als Schritt in die richtige Richtung:
„Das wird die Zeit zeigen. Es kann durchaus sein, dass sich die Szenen in den anderen Städten dann auch einfach verlagern und die Einsätze dann woanders stattfinden. Aber nichtsdestotrotz ist es für die Fahrgäste mit Sicherheit ein Vorteil, wenn an Bahnhöfen direkt kein Alkohol mehr getrunken werden darf." - Maximilian Klaus, Polizeisprecher Soest.
Was passiert, wenn man sich nicht daran hält?
Wer gegen das Alkoholverbot verstößt, muss zunächst mit einem Platzverweis rechnen. Wer wiederholt auffällt, kann von der Deutschen Bahn mit einem Hausverbot belegt werden. Kontrolliert wird das Verbot durch das Sicherheitspersonal der Bahn sowie die Bundespolizei.
Und eure Meinung?
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