
Anröchte plant Umbau von Bürgerhaus und Bildungscampus
Anröchte hat Fördermittel aus dem Bund-Länder-Programm „Lebendige Zentren" bekommen - und die sollen direkt ins Herz der Gemeinde fließen. Das Bürgerhaus aus den Achtzigerjahren und der Bildungscampus stehen vor einer grundlegenden Neugestaltung. In den nächsten Wochen entscheiden Ausschuss und Rat über die konkreten Pläne.
Veröffentlicht: Donnerstag, 18.06.2026 07:06
Fördermittel für das Herz von Anröchte
Die Gemeinde Anröchte hat eine Förderzusage aus dem Bund-Länder-Programm „Lebendige Zentren" erhalten. Die Nachricht kam im April 2025 aus Düsseldorf - und sie gibt den Startschuss für eines der größten Umbauprojekte, die Anröchte in den kommenden Jahren angehen will. Wie viel Geld genau fließt, hängt von einem Folgeantrag ab, den die Gemeinde bis Ende Oktober stellen muss. Die grundsätzliche Zusage steht aber bereits. Der Bund hat die Mittel für das Programm 2026 erstmals auf eine Milliarde Euro aufgestockt.
Grundlage für die Planungen ist das sogenannte ISEK - ein Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept, das Anröchte in den Jahren 2023 und 2024 gemeinsam mit dem Planungsbüro complan Kommunalberatung erarbeitet hat. Es beschreibt den Bereich rund um Hauptstraße, Berger Straße, Mühlenweg und Friedhofstraße als dichten Ortskern, in dem Rathaus, Schulen, Kita, Kirche, Nahversorger und Bürgerhaus auf engem Raum zusammenliegen. Genau dieser Bereich soll jetzt Schritt für Schritt aufgewertet werden.
Bürgerhaus soll zur echten Heimat werden
Das Bürgerhaus aus den 1980er Jahren steht dabei ganz oben auf der Liste. Das Gebäude wird heute gleichzeitig für Vereinssport, Jugendtreff und Veranstaltungen genutzt - wird aber keiner dieser Aufgaben wirklich gerecht. Auch die Wege zwischen den Gebäuden im Ortskern sind weder barrierefrei noch einladend gestaltet. Das soll sich ändern.
„Das Bürgerhaus ist das wichtigste Einzelprojekt im ISEK. Wir wollen es so umbauen, dass es für Vereine, Veranstaltungen und das Gemeindeleben langfristig nutzbar ist." - Birgit Hendriks, Bauamtsleiterin Anröchte.
Die Pläne für den Umbau wurden bereits mit den beteiligten Gruppen abgestimmt und liegen als Vorentwurf vor. Jetzt gehen sie in die politischen Gremien.
Bildungscampus: Mehr als nur Schulgebäude
Parallel zum Bürgerhaus soll auch der Bildungscampus neu gestaltet werden. Dabei geht es nicht allein um die Schulgebäude selbst, sondern vor allem um die Außenanlagen - also den Bereich, den Schülerinnen und Schüler täglich nutzen.
„Beim Bildungscampus geht es nicht nur um Schulgebäude. Wir wollen den ganzen Bereich attraktiver gestalten, auch für die Zeit außerhalb des Unterrichts." - Dorothé Schlüter, Bauamt Anröchte.
In die Planung wurden die Schülerinnen und Schüler von Sekundarschule und Grundschule aktiv einbezogen. Ihre Wünsche: eine Überdachung für das Soccerfeld, Tischtennisplatten und mehr Sitzgelegenheiten. Bürgermeister Alfred Schmidt hatte zugesagt, die umsetzbaren Vorschläge zu prüfen. Auch in zwei Arbeitskreisen mit rund 30 lokalen Akteuren wurden Ideen gesammelt - darunter Vereine und andere Nutzergruppen des Bürgerhauses.
Rat und Ausschuss entscheiden in Kürze
Die nächsten Wochen sind entscheidend für den weiteren Verlauf. Am Dienstag (23.06.2026) berät der Planungs-, Umwelt- und Bauausschuss sowohl das Raumprogramm mit Vorentwurf für das Bürgerhaus als auch den Rahmenplan für den Bildungscampus. Am Dienstag (07.07.2026) soll der Gemeinderat dann die Grundsatzbeschlüsse fassen. Zu beiden Sitzungen sind alle Interessierten herzlich eingeladen. Nach dem Ratsbeschluss folgt die Ausschreibung der weiteren Planungsleistungen - und bis Ende Oktober muss der Folgeantrag mit präzisierter Planung und Kostenberechnung in Düsseldorf vorliegen.
„Mit der Förderzusage können wir jetzt konkret planen. Wir wollen Angebote schaffen, die die Anröchterinnen und Anröchter wirklich aus allen Altersgruppen nutzen." - Bürgermeister Alfred Schmidt.
Wann rollt der Bagger?
Bis zur Baustelle ist es noch ein Stück Weg. Bei den Außenanlagen des Bildungscampus ist der Baubeginn für Frühjahr oder Sommer 2027 vorgesehen. Beim Bürgerhaus können Sanierungs- und Abbrucharbeiten frühestens Ende 2027 beginnen. Das liegt nicht an mangelndem Tempo, sondern am normalen Ablauf geförderter Städtebauplanung: Ratsbeschluss, Ausschreibung, Folgeantrag, Plangenehmigung - all das braucht Zeit und ist Voraussetzung dafür, die Fördermittel überhaupt abrufen zu können.