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Apotheken im Kreis Soest protestieren mit Licht-Aus-Aktion
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Apotheken im Kreis Soest protestieren mit Licht-Aus-Aktion

Licht aus, Notbeleuchtung an: Apotheken im Kreis Soest protestieren heute gegen ihre finanzielle Lage. Seit Jahren bleibt das Honorar gleich, die Kosten steigen stark. Mit der Aktion wollen sie auf drohende Schließungen aufmerksam machen.

Veröffentlicht: Mittwoch, 17.12.2025 05:58

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Protest

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Viele Apotheken im Kreis Soest setzen heute, Mittwoch, 17. Dezember 2025, ein sichtbares Zeichen gegen ihre angespannte finanzielle Lage. Unter dem Motto "Versorgungsblackout" schalten sie zeitweise das Licht aus. In den Apotheken bleibt dann nur die Notbeleuchtung an.

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Seit Jahren gleiches Honorar, deutlich höhere Kosten

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Der Hintergrund des Protests: Das Honorar für Apotheken ist seit 13 Jahren nicht erhöht worden, während die Kosten im gleichen Zeitraum um rund 65 Prozent gestiegen sind. Darauf weist Apothekensprecher Dr. Horst Heidel aus Soest hin. Ein geplantes Gesetz der Bundesregierung verschärfe die Lage zusätzlich.

"Wenn das so kommt wie es da drin steht, bekommen wir weder Geld noch eine Chance fair mit den Krankenkassen um eine Erhöhung unserer Vergütung zu verhandeln. Dieses Gesetz ist für die Apotheken keine Verbesserung, sondern eine Verschlechterung."

Im Koalitionsvertrag von Union und SPD ist zwar eine Erhöhung des Festhonorars auf 9,50 Euro pro rezeptpflichtigem Medikament vorgesehen, im aktuellen Gesetzentwurf fehlt diese Regelung jedoch. Das kritisiert auch der Apothekerverband.

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Apothekensterben auch im Kreis Soest spürbar

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Seit 2013 ist die Zahl der Apotheken bundesweit um 19 Prozent zurückgegangen - sowohl in Städten als auch auf dem Land. Auch im Kreis Soest macht sich diese Entwicklung bemerkbar. Mit der Licht-Aus-Aktion wollen die Apotheken ihre Situation für Kundinnen und Kunden sichtbar machen.

"Wir wollen es einfach mal transparent machen, dass bei uns das Licht ausgeht und wir mit der Notbeleuchtung arbeiten. Damit die Leute das wahrnehmen."
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Forderung nach schneller Hilfe

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Der Apothekerverband fordert eine schnelle Erhöhung des Honorars und regelmäßige Verhandlungen mit den Krankenkassen. Nur so lasse sich die flächendeckende Arzneimittelversorgung langfristig sichern. Auch der Präsident der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände, Thomas Preis, warnt vor weiteren Schließungen, wenn die Politik nicht nachbessert.

Autoren: Ben Hettwer / Lars Kosmehl

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