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Ausbildungsplätze unbesetzt: Betriebe suchen Azubis
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Ausbildungsplätze unbesetzt: Betriebe suchen Azubis

Zwei Drittel der befragten Ausbildungsbetriebe konnten ihre Stellen in Metall- und Elektroberufen im vergangenen Jahr nicht vollständig besetzen - das zeigt eine neue Befragung der IHKs Arnsberg, Siegen und Hagen. Auch Betriebe aus dem Kreis Soest haben sich beteiligt. Die Unternehmen sehen dringenden Handlungsbedarf - und richten klare Forderungen an die Politik.

Veröffentlicht: Mittwoch, 08.07.2026 06:49

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Zu wenig Nachwuchs für Metall- und Elektroberufe

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Die Zahlen sind deutlich: Rund zwei Drittel der befragten Ausbildungsbetriebe konnten im vergangenen Jahr nicht alle Ausbildungsplätze in Metall- und Elektroberufen besetzen. Das ist das Ergebnis einer gemeinsamen Befragung der IHK Arnsberg Hellweg-Sauerland, der IHK Siegen und der Südwestfälischen Industrie- und Handelskammer zu Hagen. Von den 870 angeschriebenen Betrieben aus den drei Kammerbezirken haben sich 274 beteiligt - darunter auch Unternehmen aus dem Kreis Soest. Als Hauptgrund nennen die Betriebe einen Rückgang geeigneter Bewerberinnen und Bewerber.

„Viele Betriebe wollen weiterhin ausbilden, haben aber immer größere Schwierigkeiten, ausreichend geeignete junge Menschen für eine Ausbildung in den Metall- und Elektroberufen zu gewinnen. Fast alle befragten Unternehmen berichten von einer rückläufigen Zahl geeigneter Bewerberinnen und Bewerber. Wenn die Wirtschaft nach der langen Stagnation wieder Fahrt aufnimmt, wird das ein Engpass sein." - Dr. Thilo Pahl, Hauptgeschäftsführer der IHK Siegen.
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Digitalisierung verändert die Anforderungen

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Neben dem Bewerberrückgang sehen die Unternehmen auch bei den Ausbildungsinhalten Nachholbedarf. Themen wie Digitalisierung, Automatisierung und Künstliche Intelligenz verändern die Anforderungen an Fachkräfte - die bestehenden Ausbildungsordnungen spiegeln das aus Sicht vieler Betriebe noch nicht ausreichend wider. Die Unternehmen stellen das duale Ausbildungssystem dabei nicht grundsätzlich infrage, wünschen sich aber mehr Tempo bei der Modernisierung.

„Digitalisierung, Automatisierung, vernetzte Produktionssysteme und Künstliche Intelligenz verändern die Anforderungen an Fachkräfte spürbar. Gefragt sind heute neben soliden fachpraktischen Grundlagen zunehmend digitale Kompetenzen, interdisziplinäres Denken sowie Analyse- und Problemlösefähigkeit." - Dr. Ralf Geruschkat, Hauptgeschäftsführer der SIHK zu Hagen.
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Flexiblere Berufsbilder und stärkere Berufsschulen gefordert

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Konkret sprechen sich die Betriebe für Ausbildungsordnungen aus, die gemeinsame Grundlagen sichern, aber danach stärkere Spezialisierungen erlauben. Wahlqualifikationen, Profilmodule und zertifizierbare Bausteine werden als mögliche Wege genannt, um neue Inhalte besser in die Ausbildung zu integrieren. Besonders kleinere und mittlere Betriebe setzen dabei auch auf Berufsschulen und überbetriebliche Bildungsangebote - denn nicht jeder Betrieb kann jede neue Technologie selbst in der Ausbildung abdecken. Auch bei den Prüfungsformaten wünschen sich die Unternehmen mehr Praxisnähe und stärkere Abbildung digitaler Prozesse.

„Die Ergebnisse zeigen sehr klar: Die Betriebe wollen ausbilden, aber sie brauchen dafür passende Rahmenbedingungen. Dazu gehören moderne Ausbildungsordnungen, praxisnahe Prüfungen, starke Berufsschulen und leistungsfähige überbetriebliche Bildungsangebote. Nur wenn diese Bausteine zusammenspielen, bleiben die Metall- und Elektroberufe attraktiv und zukunftsfähig." - Jörg Nolte, Hauptgeschäftsführer der IHK Arnsberg Hellweg-Sauerland.
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Handlungsbedarf schon heute

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Die drei IHKs sehen in den Ergebnissen einen klaren Auftrag für die weitere Diskussion über die Zukunft der Metall- und Elektroberufe. Aus Sicht vieler Unternehmen entstehen Qualifikationslücken nicht erst langfristig - der Handlungsbedarf ist bereits heute spürbar. Für die Industrieregion Südwestfalen, zu der auch der Kreis Soest gehört, ist eine zukunftsfähige Ausbildung in diesen Berufen ein wichtiger Faktor für die Fachkräftebasis und die Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe.

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