
Bereitschaftsdienst Sauerland: Längere Sprechzeiten
Seit Februar gibt es im ärztlichen Bereitschaftsdienst Änderungen in Warstein und in Teilen des Hochsauerlandkreises. Künftig stehen euch an Wochenenden und Feiertagen sechs Stunden durchgehende Sprechzeit zur Verfügung - zusätzlich mit neuer Videosprechstunde.
Veröffentlicht: Montag, 02.02.2026 08:04
Die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) hat mit dem 1. Februar 2026 die Notfallversorgung in vier Kommunen des Sauerlandes umgestellt. In Warstein, Marsberg, Winterberg und Schmallenberg können Patienten künftig an Wochenenden und Feiertagen von 10 bis 16 Uhr durchgehend einen diensthabenden Arzt aufsuchen. Bislang waren die Praxen nur jeweils zwei Stunden vormittags und zwei Stunden nachmittags geöffnet. Mit der neuen Regelung stehen den Menschen in der Region künftig sechs zusammenhängende Stunden ärztliche Versorgung außerhalb der regulären Praxiszeiten zur Verfügung.
"Mit der neuen Struktur tragen wir auf der einen Seite dem Patientenverhalten Rechnung. Zu entsprechenden Stoßzeiten können wir eine effizientere Behandlung gewährleisten. Auf der anderen Seite müssen wir auch mit der ärztlichen Ressource, die endlich ist, sorgsam umgehen. Daher ist das neue Modell eine Win-win-Situation für alle Beteiligten." - Dr. Hans-Heiner Decker, KVWL-Bezirksstellenleiter
Neue Videosprechstunde ergänzt Vor-Ort-Behandlung
Als zusätzliches Versorgungsangebot führt die KVWL eine Videosprechstunde ein, die über die kostenlose Patientenservice-Hotline 116 117 koordiniert wird. Medizinisch geschultes Personal nimmt zunächst eine fundierte Ersteinschätzung vor und ermittelt die Behandlungsdringlichkeit. Viele Beschwerden lassen sich bereits durch ein Gespräch mit einem Arzt per Videotelefonie klären, ohne dass ihr den Weg in die Bereitschaftsdienstpraxis antreten müsst. Die Hotline 116 117 übernimmt dabei die komplette Koordination für eine solche Videosprechstunde. Alternativ könnt ihr auch die Website www.116117.de nutzen oder die entsprechende App verwenden. Diese digitale Lösung spare nicht nur Zeit und Anfahrtswege, sondern entlaste auch die Bereitschaftsdienstpraxen vor Ort, heißt es.
Effizientere Ressourcennutzung in der Region
Die Neuausrichtung des Bereitschaftsdienstes reagiert auf veränderte Patientengewohnheiten und den Umgang mit begrenzten ärztlichen Ressourcen. Durch die Konzentration der Sprechzeiten auf einen festen sechsstündigen Block können die diensthabenden Ärzte zu Stoßzeiten eine höhere Behandlungsqualität gewährleisten. Die vier betroffenen Kommunen Marsberg, Winterberg, Schmallenberg und Warstein profitieren von dieser Optimierung gleichermaßen. Patienten haben dadurch laut KVWL eine bessere Planbarkeit für ihre Arztbesuche außerhalb der regulären Öffnungszeiten. Die Kombination aus längeren Präsenzzeiten und der neuen Videosprechstunde schaffe ein zukunftsgerichtetes Versorgungsmodell für die ländlich geprägte Region.