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Biogasanlage in Erwitte ist Anlage des Monats
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Biogasanlage in Erwitte ist Anlage des Monats

Premiere für den Kreis Soest: Eine Biogasanlage in Erwitte wird bundesweit ausgezeichnet. Sie zeigt, wie Strom auch dann erzeugt werden kann, wenn Wind und Sonne ausfallen. Warum das für die Energiewende wichtig ist.

Veröffentlicht: Mittwoch, 18.02.2026 12:20

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Biogasanlage ist „Anlage des Monats“

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Erstmals geht die bundesweite Auszeichnung „Biogasanlage des Monats“ in den Kreis Soest. Geehrt wurde am Mittwoch (18. Februar 2026) die Anlage auf dem Hof in Erwitte. Vergeben wird der Titel vom Fachverband Biogas gemeinsam mit dem Landesverband Erneuerbare Energien NRW.

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Vorbild für flexible Stromversorgung

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Ausgezeichnet wurde die Biogas Brockhof GmbH & Co. KG auf dem landwirtschaftlichen Betrieb Gut Brockhof, weil sie nach Einschätzung der Jury als Modell für moderne Biogasanlagen gilt. Die Anlage wurde technisch stark erweitert und kann dadurch flexibel auf Schwankungen im Stromnetz reagieren. Statt dauerhaft Energie einzuspeisen, wird Strom gezielt dann produziert, wenn Wind- und Solarenergie nicht ausreichen.

Zusätzlich wird das entstehende Gärprodukt weiterverarbeitet - unter anderem zu Stickstoffdünger für die Landwirtschaft. Auch die Wärme aus der Anlage wird genutzt, etwa für Ställe, Wohnhäuser und Betriebsgebäude auf dem Hof.

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Betreiber freuen sich über Auszeichnung

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Die Verantwortlichen vor Ort sehen die Ehrung als Bestätigung ihrer Arbeit. Catrina Möller und Friedrich von Schorlemer erklären:

„Die Biogaserzeugung ist ein wichtiger Betriebszweig für uns, den wir noch weiter ausbauen wollen. Unter energiewirtschaftlichen Gesichtspunkten ist unsere Anlage technologisch bereits auf hohem Niveau und wir hoffen, dass wir den politischen Anforderungen gewachsen sind, um Biogas weiterhin zukunftsfähig zu machen.“

Aktuell wird sogar über einen zusätzlichen Gasspeicher nachgedacht, um künftig noch flexibler Strom liefern zu können.

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Bedeutung für die Energiewende

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Auch aus Sicht des Verbands spielt Biogas eine wichtige Rolle für die Versorgungssicherheit. Der stellvertretende Vorsitzende Thomas Griese betont:

„Es ist immer wieder schön zu sehen, dass es in unserem Land engagierte Betreiber von Biogasanlagen gibt, die eindrucksvoll zeigen, was sich alles mit diesem umweltfreundlichen Energieträger machen lässt.“

Gleichzeitig übt der Verband Kritik an der Energiepolitik des Bundes. Die vom Bundeswirtschaftsministerium vorgestellten Pläne zur Kraftwerksstrategie würden Biogas kaum berücksichtigen, obwohl Anlagen schnell verfügbar und vergleichsweise günstig seien. Bundesministerin Katherina Reiche setze stattdessen stärker auf neue Gaskraftwerke.

Nach Angaben des Verbands könnten flexible, dezentrale Anlagen einen großen Teil der benötigten Reserveleistung liefern. Grundlage dafür sei unter anderem eine Studie der Beratungsgesellschaft Frontier Economics. Nach einer Einigung mit der EU-Kommission sollen zunächst neue große Gaskraftwerke mit insgesamt 12.000 Megawatt ausgeschrieben werden.

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Biogas als Reserve bei „Dunkelflauten“

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Gerade in Zeiten sogenannter Dunkelflauten - also wenn im Winter wenig Wind weht und die Sonne kaum scheint - könnten Biogasanlagen eine wichtige Reserve sein. Das Beispiel aus Erwitte soll deshalb auch andere Betreiber motivieren, ihre Anlagen technisch aufzurüsten und flexibler zu betreiben.

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