
Wenn Strom und Handy ausfallen
Ein flächendeckender Stromausfall kann schnell zum Problem werden: Festnetz-Telefone funktionieren nicht mehr und auch das Handynetz bricht nach einiger Zeit zusammen. Ein Notruf über 112 oder 110 ist dann oft nicht mehr möglich. Genau für solche Situationen gibt es im Kreis Soest den Bürgernotfunk.
Die Idee hinter dem Bürgernotfunk
Das Konzept ist einfach und lebt vom Engagement der Menschen vor Ort. Freiwillige Bürgerinnen und Bürger stellen bei einem Blackout mit ihrem privaten Funkgerät eine Verbindung zum nächsten sogenannten „Leuchtturm“ her – zum Beispiel zu einem Feuerwehrstandort.
Sobald der Strom flächendeckend ausgefallen ist, schalten die Freiwilligen ihr Funkgerät auf einen festgelegten Notkanal und hängen ein Plakat gut sichtbar an ihrem Haus auf. Damit werden sie zu einer Bürgernotfunk-Anlaufstelle. Menschen, die dringend Hilfe brauchen, selbst aber kein Funkgerät besitzen, können dort einen Hilferuf absetzen lassen.
Fest verankert im Kreis Soest
Der Bürgernotfunk ist im Kreis Soest längst mehr als nur ein Pilotprojekt. Nach einem Aufruf vor rund drei Jahren haben sich viele Menschen beteiligt. Mittlerweile gibt es über 100 eingetragene Bürgernotfunkstellen – verteilt auf alle Städte und Gemeinden im Kreis Soest. Oft handelt es sich dabei um ganz normale Wohnhäuser von Bürgerinnen und Bürgern, die ihr Funkgerät im Notfall zur Verfügung stellen.
So findet man eine Bürgernotfunk-Stelle
Alle bekannten Bürgernotfunkstellen sind auf einer Online-Karte des Kreises Soest eingetragen. Dort kann man schon jetzt nachschauen, wo sich Anlaufstellen in der eigenen Nähe befinden – und sich so für den Ernstfall vorbereiten.
Wichtig: Das Plakat „Bürgernotfunk“ wird nur im Notfall aufgehängt, nicht im Alltag.
Weitere Infos und die Karte gibt es auf der Internetseite des Kreises Soest.
Kein Ersatz für den Notruf
Der Bürgernotfunk ersetzt nicht den regulären Notruf 112. Er ist ausschließlich für den Ausnahmefall eines flächendeckenden Stromausfalls gedacht – dann, wenn andere Kommunikationswege nicht mehr funktionieren. Je mehr Menschen sich beteiligen, desto dichter wird das Netzwerk und desto schneller kann im Ernstfall geholfen werden.