
Cobra 4 revolutioniert Rettung im Kreis Soest
Das neue Einsatzleitsystem "Cobra 4" verarbeitet im Kreis Soest jährlich 200.000 Notrufe mit modernster Technologie. Echtzeitdaten der Fahrzeuge ermöglichen jetzt eine passgenaue Alarmierung der Rettungskräfte.
Veröffentlicht: Dienstag, 10.02.2026 10:13
Moderne Technik für 300.000 Einwohner im Kreis Soest
Die Kreisleitstelle im Kreis Soest hat einen wichtigen Modernisierungsschritt vollzogen: Mitte Januar ging das neue softwarebasierte Einsatzleitsystem "Cobra 4" in den Echtbetrieb. Nach drei Wochen Testphase zeigt sich: Die Umstellung verlief reibungslos. Das System, das jährlich rund 200.000 Anrufe verarbeiten wird, funktioniert einwandfrei. Im Jahr 2025 gingen allein 64.813 Notrufe über die 112 in der Rettungsleitstelle ein. Rechnet man Krankentransporte, Amts- und Behördenleitungen dazu, lag das Anrufaufkommen bei 131.567 Gesprächen. Zusätzlich wurden 4.083 Feuerwehreinsätze über die Rettungsleitstelle abgewickelt.
"Die Anforderungen an den Rettungsdienst und die Feuerwehr werden immer komplexer und die Einsatzlagen vielfältiger. Wir investieren gezielt in die Sicherheit der Menschen im Kreis Soest und haben jetzt mit Cobra 4 ein hochmodernes System zur Hand, das die Abläufe noch effizienter macht, wenn jede Sekunde zählt." - Heinrich Frieling, Landrat
Georeferenzierte Alarmierung optimiert Rettungseinsätze in Soest
georeferenzierte Alarmierung der Rettungsdienstkräfte. Das bedeutet, dass Cobra 4 automatisch das nächstgelegene und am besten geeignete Fahrzeug für einen Einsatz vorschlägt. Diese Entscheidung basiert auf Echtzeitdaten zur Position und Verfügbarkeit der Fahrzeuge. Der Disponent in der Leitstelle erhält dadurch in Sekundenschnelle einen präzisen Vorschlag, welche Kräfte mit welchem Fahrzeug alarmiert werden sollen. Die Einsatzkräfte profitieren außerdem von detaillierteren Informationen auf ihren Meldeempfängern und können sich bereits während der Anfahrt gezielter auf den bevorstehenden Einsatz vorbereiten.
Soester Leitstelle wird Teil des Südwestfalen-Verbunds
Mit der neuen Technologie ist der Kreis Soest optimal für den Eintritt in den geplanten Leitstellenverbund in Südwestfalen vorbereitet. Ziel des Verbunds ist es, Redundanzen zu schaffen und die Ausfallsicherheit zu erhöhen. Für den extrem seltenen Fall, dass eine Leitstelle ausfällt, werden die Notrufe von einer anderen Leitstelle übernommen. Das neue System ermöglicht auch einen verbesserten Datenaustausch mit Nachbarkreisen wie Paderborn oder Warendorf. Dabei geht es nicht um Redundanzen, sondern um den Austausch von Einsatzinformationen, was besonders bei Einsätzen in den Randgebieten des Kreises wichtig werden kann.
"Mit der neuen Technik ist der Kreis Soest fit für den Eintritt in den Leitstellenverbund in Südwestfalen." - Ricarda Oberreuter, Dezernentin für Gesundheit, Verbraucherschutz und Gefahrenabwehr
Vereinheitlichung bringt Vorteile für Krankentransporte
Ein weiterer Vorteil des Systems liegt in der Vereinheitlichung der Abläufe, wie Hans-Peter Trilling, Ärztlicher Leiter des Rettungsdienstes, erklärt. Das Cobra-System wird bereits in verschiedenen Regionen eingesetzt, von Krefeld bis zum Hochsauerlandkreis. Diese Standardisierung sorgt dafür, dass bei identischen Einsatzstichworten dieselbe Leistung erbracht wird - unabhängig vom Einsatzort. Besonders bei dringlichen Krankentransporten bringt diese Vereinheitlichung spürbare Vorteile für Patienten und Rettungskräfte.
"Ob bei uns hier im Kreis Soest, im Hochsauerlandkreis oder der Stadt Krefeld – Cobra sorgt dafür, dass es beim selben Einsatzstichwort dieselbe Leistung gibt." - Hans-Peter Trilling, Ärztlicher Leiter des Rettungsdienstes
4,3 Millionen Euro Investition in die Sicherheit
Die Umstellung zur neuen Software erfolgte im laufenden Betrieb, wie Christian Schneider, Leiter der Kreisleitstelle, betont. Am Tag der Umstellung blieb die Notrufnummer 112 selbstverständlich durchgehend erreichbar. Im Vorfeld der Systemeinführung wurden auch die Räumlichkeiten der Leitstelle renoviert und die gesamte Technik erneuert. Insgesamt investiert die Kreisverwaltung rund 4,3 Millionen Euro in diese umfassende Modernisierung der Sicherheitsinfrastruktur für die Bürgerinnen und Bürger im Kreis Soest.
"Am Tag der Umstellung war die Notrufnummer 112 selbstverständlich durchgehend erreichbar." - Christian Schneider, Leiter der Kreisleitstelle