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Demo in Lippstadt: Protest gegen Gewalt an Frauen
© Ben Hettwer / Hellweg Radio
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Demo in Lippstadt: Protest gegen Gewalt an Frauen

Tausende Menschen sind am vergangenen Wochenende in mehreren deutschen Städten gegen Gewalt an Frauen auf die Straße gegangen. Heute Abend schließt sich Lippstadt an – mit einer Kundgebung auf dem Rathausplatz.


Veröffentlicht: Montag, 30.03.2026 05:46

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Kundgebung heute Abend auf dem Rathausplatz

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Am Montag (30.03.) findet ab 17 Uhr auf dem Rathausplatz in Lippstadt eine Kundgebung gegen digitale und analoge Gewalt an Frauen statt. Mehrere Parteien und Organisationen rufen zur Teilnahme auf, darunter der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB). Organisiert wurde die Veranstaltung von Privatpersonen überparteilich – der Entschluss dazu fiel erst am vergangenen Freitag (27.03.). Geplant sind fünf bis acht Redebeiträge.

"Weil Gewalt gegen Frauen kein Einzelschicksal ist, ist es ein strukturelles Problem, das natürlich auch in Lippstadt und im Kreis Soest jeden Tag passiert. Und in den meisten Fällen wird geschwiegen, aus Scham, aus Angst oder weil jemand vielleicht auch nicht weiß, wo er oder sie Hilfe bekommen kann. Aber das Schweigen, das schützt Täter und deshalb rufen wir zur Kundgebung auf." - Sarah Gonschorek, Demo-Initiatorin, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
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Hintergrund: Der Fall Collien Fernandes

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Auslöser für eine bundesweite Debatte und eine Reihe von Protestveranstaltungen in deutschen Städten ist der Fall der Moderatorin Collien Fernandes. Sie erhebt schwere Vorwürfe gegen ihren Ex-Mann, den Schauspieler Christian Ulmen - darunter sexualisierte und digitale Gewalt. Initiatorin Sarah Gonschorek verweist auf weitere prominente Fälle wie den der Französin Gisèle Pelicot. Das Dunkelfeld, so Gonschorek, sei jedoch deutlich größer als die öffentlich bekannten Fälle.


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Männer ausdrücklich zur Teilnahme eingeladen

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Zu der Kundgebung in Lippstadt sind ausdrücklich auch Männer eingeladen. Initiatorin Sarah Gonschorek begründet das so:

"Die meisten Täter sind Männer, und das bedeutet, sie sind auch Teil der Lösung. Und es geht nicht darum, sich schuldig zu fühlen, sondern darum, Verantwortung zu übernehmen, indem man hinschaut, wenn Frauen belästigt werden, indem man zuhört, wenn Frauen von ihrer Erfahrung erzählen, indem man Vorbild ist für Söhne, für Freunde, für Kollegen. Deswegen ist unser Aufruf an Männer: Kommt vorbei!" - Sarah Gonschorek, Demo-Initiatorin, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
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