
„Maskenmann“ steht erneut vor Gericht
Der verurteilte Serienmörder Martin Ney muss sich seit heute (19.05.) in Frankreich wegen eines weiteren mutmaßlichen Kindesmordes verantworten. Der Fall sorgt auch in Lippstadt erneut für Aufmerksamkeit: Ney war in Deutschland bereits unter anderem wegen des Mordes an Dennis Rostel aus Lippstadt verurteilt worden.
Prozess in Frankreich gestartet
Vor einem Schwurgericht in Frankreich geht es um den Tod des zehnjährigen Jonathan Coulom. Der Junge war 2004 aus einem Schullandheim an der französischen Atlantikküste verschwunden. Wochen später fanden Ermittler seine Leiche in einem Teich.
Die französische Justiz wirft dem heute 55-jährigen Martin Ney den Mord an dem Jungen vor. Ausschlaggebend für die Anklage sollen unter anderem Aussagen gewesen sein, die Ney laut Ermittlungen gegenüber Mithäftlingen gemacht haben soll. Der Prozess läuft seit Dienstag (19.05.) und soll bis Anfang Juni dauern.
Martin Ney auch wegen Mordes in Lippstadt verurteilt
Martin Ney ist unter dem Namen „Maskenmann“ bekannt geworden. Diesen Namen erhielt er, weil er bei seinen Taten häufig maskiert und schwarz gekleidet vorging. Über Jahre drang er nachts in Kinderzimmer, Ferienlager und Schullandheime ein.
In Deutschland wurde Ney bereits 2012 zu lebenslanger Haft verurteilt. Er gilt als einer der bekanntesten Serienmörder Deutschlands. Zu den Taten zählt auch der Mord an Dennis Rostel aus Lippstadt. Der Junge war 1995 während eines Ferienlagers verschwunden und später tot aufgefunden worden.
Überstellung aus deutscher Haft
Für den aktuellen Prozess wurde Martin Ney aus deutscher Haft nach Frankreich überstellt. Was nach dem Verfahren passiert, hängt vom Urteil ab. Möglich wäre laut EU-Recht sowohl eine Rücküberstellung nach Deutschland als auch die Übernahme des französischen Urteils durch die deutschen Behörden.
Autor: Ben Hettwer