
E-Scooter-Unfälle im Kreis Soest steigen stark an
Im vergangenen Jahr verunglückten im Kreis Soest 69 Menschen auf E-Scootern - ein Anstieg von mehr als 50 Prozent. Auch bundesweit warnt der ADAC: Die Zahl der Verletzten bei E-Scooter-Unfällen stieg um 38 Prozent. Alkohol und fehlender Helm gehören zu den größten Risikofaktoren.
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Starker Anstieg im Kreis Soest
69 Menschen verunglückten im vergangenen Jahr im Kreis Soest auf E-Scootern. Gegenüber dem Vorjahr entspricht das einem Anstieg von mehr als 50 Prozent. Damit liegt der Kreis Soest deutlich über dem ohnehin schon besorgniserregenden bundesweiten Trend. Die Zahlen zeigen: E-Scooter werden im Straßenverkehr zunehmend zum Sicherheitsthema - auch vor Ort.
ADAC schlägt bundesweit Alarm
Auch deutschlandweit zeigt die Kurve steil nach oben. Laut einer Auswertung des ADAC gab es im vergangenen Jahr rund 38 Prozent mehr E-Scooter-Unfälle mit Verletzten als noch im Jahr zuvor. Der Automobilclub macht mit diesen Zahlen auf eine Entwicklung aufmerksam, die sich in vielen Regionen Deutschlands beobachten lässt - im Kreis Soest aber besonders deutlich ausfällt.
Was die Polizei sagt
Caroline Oenning, Leiterin des Verkehrsdienstes bei der Polizei im Kreis Soest, sieht E-Scooter als die am stärksten wachsende Gruppe im Straßenverkehr. Dass die Unfallzahlen steigen, hängt für sie direkt mit den weiter anziehenden Verkaufszahlen zusammen. Die Polizei nimmt E-Scooter-Fahrer deshalb stärker in den Fokus.
„Das ist auf jeden Fall die Gruppe, die am stärksten anwächst mit Abstand. Und das merkt wahrscheinlich auch jeder von uns, dass die im Straßenbild immer häufiger vertreten sind. Deswegen werden die auch bei uns mehr in den Fokus genommen, weil die Verkaufszahlen steigen weiter rasant an. Dementsprechend gehen auch die Verkehrsunfallzahlen nach oben." - Caroline Oenning, Leiterin des Verkehrsdienstes, Polizei Kreis Soest.
Helm, Sicht und Alkohol: Die größten Risiken
Als Hauptrisikofaktoren nennt der ADAC fehlenden Helm, Alkohol und schlechte Sichtverhältnisse. Wer einen E-Scooter fährt, ist gesetzlich nicht verpflichtet, einen Helm zu tragen - dabei kann dieser im Ernstfall entscheidend sein. Dazu kommen Fahrten bei Dunkelheit oder schlechtem Wetter, bei denen E-Scooter-Fahrer für andere Verkehrsteilnehmer oft schwer zu erkennen sind.
Alkohol: Fünfmal häufiger als beim Pkw
Besonders ins Auge fällt der Faktor Alkohol. Bei E-Scooter-Unfällen spielt er laut ADAC rund fünfmal häufiger eine Rolle als bei Unfällen mit Personenwagen. Viele Menschen unterschätzen offenbar, dass auch auf einem E-Scooter die gleichen Promillegrenzen gelten wie beim Autofahren - und dass die kleinen Roller bei Alkoholeinfluss genauso gefährlich werden können.