
Wetter
Berlin/Stuttgart (dpa) - Starker Schneefall und Eisregen haben am Morgen in weiten Teilen Deutschlands den Berufsverkehr behindert. Regional häuften sich Unfälle auf den Straßen, etwa in Teilen Sachsens, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern. Meistens blieb es bei Blechschäden. Zeitweise war es auch für Fußgänger und Radfahrer gefährlich glatt, weil sich Regen auf gefrorenen Böden in Eis verwandelte.
Bei der Deutschen Bahn ist im Fernverkehr mit Verspätungen und Zugausfällen zu rechnen, wie das Unternehmen am Morgen mitteilte. Dies gelte für den gesamten Süden Deutschlands sowie die Verbindungen von und nach Berlin, Hamburg und Hannover.
Oberleitungen vereist - kein Tramverkehr
In Berlin musste der Straßenbahnverkehr wegen vereister Oberleitungen eingestellt werden. Die gestreuten Hauptstraßen waren hingegen problemlos befahrbar. Auch andernorts war der öffentliche Nahverkehr eingeschränkt oder wurde vorübergehend eingestellt.
Den Südwesten Deutschlands hatte die Schneefront bereits am Sonntagabend erreicht. Dort fielen bis zu 25 Zentimeter Neuschnee. In Stuttgart wurden am Abend rund 70 Unfälle auf glatten Straßen gezählt, in der Region Ulm mehr als 50. Schwere Unfälle waren nicht dabei.
Regional noch Unwetterwarnungen
Am Morgen galten noch für Teile Mecklenburg-Vorpommerns und Brandenburgs Unwetterwarnungen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) wegen der Gefahr von Glatteis. Für Teile des nördlichen Bayerns galten noch Unwetterwarnungen wegen Schneefalls, wie aus dem Internetauftritt des DWD hervorging.
Bei Weinsberg in Baden-Württemberg blieben in der Nacht auf einer Verbindungsstrecke von zwei Autobahnen 15 bis 20 Autos und Lastwagen im Schnee stecken, wie die Polizei in Heilbronn mitteilte. Bei Bad Hersfeld in Hessen blockierten Lastwagen Fahrspuren, «weil die Fahrer meinten, bei dem Schnee noch überholen zu müssen», wie ein Sprecher des Polizeipräsidiums Fulda sagte. In mehreren Landkreisen Niedersachsens wurde der Schulunterricht wegen der gefährlichen Anfahrtswege abgesagt.
Auto rutscht in Vorgarten einer Kirche
Mit steigenden Temperaturen über den Gefrierpunkt entspannte sich die Lage regional wieder. So hob der Deutsche Wetterdienst die Glatteiswarnung für Sachsen auf. Zuvor gab es im Vogtland und im Raum Leipzig mehrere Unfälle als Folge der Glätte.
Bei Nürnberg geriet ein Mann mit seinem Auto auf schneeglatter Fahrbahn ins Rutschen und landete im Vorgarten einer Kirche. Der Wagen kam in Happurg von der abschüssigen Straße ab, fuhr auf das Gelände der Kirche und stieß gegen eine Treppe am Gebäude. Rettungskräfte brachten den 34-Jährigen leicht verletzt ins Krankenhaus.
Die Wetteraussichten
Entspannung ist erst einmal nicht in Sicht. Der Wetterdienst erwartet im Tagesverlauf in vielen Teilen Deutschlands weitere Schneefälle, die allmählich nachlassen. Mit den größten Schneemengen sei von Osthessen bis nach Oberfranken zu rechnen, örtlich bis zu 15 Zentimeter. Abseits der Küsten bleibt es frostig bei 0 bis minus 5 Grad.


