Anzeige
Endlich wieder!
© Hellweg Radio
Teilen:

Erdbeer- und Spargelernte in NRW auf Zehnjahrestief

Die Erdbeer- und Spargelernte in Nordrhein-Westfalen fällt in diesem Jahr so gering aus wie seit zehn Jahren nicht mehr - das zeigen aktuelle Zahlen des Statistischen Landesamts IT.NRW. Doch wer jetzt an eine schlechte Ernte denkt, liegt falsch. Der eigentliche Grund für den Rückgang ist ein anderer. Und für viele Höfe im Kreis Soest läuft die Saison gar nicht schlechter als sonst.

Veröffentlicht: Dienstag, 21.07.2026 12:19

Anzeige

Zehnjahrestief bei Erdbeeren und Spargel in NRW

Anzeige

Die Zahlen, die IT.NRW am Montag (20.07.2026) veröffentlicht hat, klingen auf den ersten Blick nach einer schwachen Saison: Rund 25.290 Tonnen Erdbeeren werden für das laufende Jahr in NRW erwartet - das sind 17,6 Prozent weniger als im Vorjahr und der niedrigste Wert seit zehn Jahren. Beim Spargel sieht es ähnlich aus: Die Saison ist bereits vorbei, die Erntemenge lag bei 16.343 Tonnen - ein Minus von 7,4 Prozent gegenüber 2025 und sogar 10,1 Prozent weniger als noch 2016. Es sind vorläufige Zahlen, die das Landesamt auf Basis einer Gemüsevorerhebung ermittelt hat.

Anzeige

Weniger Betriebe - nicht schlechteres Wetter

Anzeige

Wer hinter diesen Zahlen eine miserable Ernte oder schlechtes Wetter vermutet, liegt daneben. Laut dem Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverband ist der Rückgang vor allem darauf zurückzuführen, dass immer weniger Betriebe überhaupt noch Erdbeeren und Spargel anbauen. Die Anbaufläche schrumpft - und damit zwangsläufig auch die Gesamtmenge. Haupttreiber dahinter sind gestiegene Kosten, besonders für Erntehelfer, sowie die starke Konkurrenz durch günstigere Importware aus dem Ausland. Vor allem kleinere Höfe geraten dadurch unter Druck und steigen aus dem Anbau aus.

Anzeige

Kreis Soest: Lokale Höfe berichten von normaler Saison

Anzeige

Für Erdbeer-Fans im Kreis Soest gibt es aber keinen Grund zur Sorge. Mehrere Erdbeerbauern aus der Region haben gegenüber Hellweg Radio bestätigt, dass ihre Saison nicht schlechter läuft als in den Jahren zuvor. Der landesweite Rückgang macht sich bei ihnen kaum bemerkbar - weil er eben nicht an der Ernte selbst liegt, sondern an der sinkenden Zahl der Betriebe insgesamt. Wer also Lust auf frische, regionale Erdbeeren hat, wird im Kreis Soest nach wie vor fündig.

Anzeige

Anbau unter Folie auf dem Vormarsch

Anzeige

Ein weiterer Trend zeigt sich in den Zahlen von IT.NRW deutlich: Immer mehr Erdbeeren werden nicht mehr im Freiland, sondern unter hohen begehbaren Schutzabdeckungen oder in Gewächshäusern angebaut. Lag dieser Anteil im Jahr 2016 noch bei 12,4 Prozent, wird er für 2026 auf 42,2 Prozent geschätzt. Von den erwarteten 25.290 Tonnen Erdbeeren entfallen damit 10.677 Tonnen auf den Anbau unter Abdeckung - und 14.613 Tonnen auf das klassische Freiland. Größere Betriebe setzen zunehmend auf diese Methode, weil sie unabhängiger vom Wetter macht und die Qualität der Früchte stabilisiert.

Anzeige
Anzeige
Anzeige