
Sexualisierende Kommentare und Ungleichheit im Frauenfußball
In den letzten Jahren verfolgen immer mehr Menschen die Fußball-Nationalmannschaft der Frauen. Heute starten die deutschen Frauen in die Weltmeisterschaft gegen Marokko. Viele Fußballspielerinnen im Kreis Soest erhoffen sich von dem Turnier einen positiven Effekt für mehr Gleichberechtigung im Fußball, denn immer noch herrscht große Ungleichheit: Die Gehaltsunterschiede zwischen Frauen und Männern sind im Fußball größer als in anderen Branchen. Noch immer greifen Vermarktung und Sponsoring veraltete Geschlechterrollen auf. Eine ungleiche Behandlung kennen auch schon viele Fußballerinnen bei uns im Kreis Soest. Da geht es noch nicht um die Bezahlung, die bei den Profis ja meilenweit auseinander liegt - obwohl die Frauen in den großen Turnieren zuletzt immer deutlich erfolgreicher waren. Das fängt schon auf dem Platz an, sagt zum Beispiel Alessia, sie spielt Fußball beim SV Welver:
"Uns begegnen immer wieder sexualisierende Kommentare; Schiedsrichter fragen uns, ob wir wirklich über das ganze Feld spielen und viele denken immer noch wir würden nur Kaffeekränzchen auf dem Feld machen", erzählt Alessia.
"Wir spielen doch alle nur Fußball"
Mit der teils unfairen Behandlung im Frauenfußball wird auch der Wunsch nach Gleichheit immer größer:
"Ich wünsche mir, dass Männer- und Frauenfußball nicht mehr so differenziert wird. Es sollte nicht Männer oder Frauenfußball heißen - Wir spielen doch alle nur Fußball!", sagt Alessia (Fußballerin aus dem Kreis Soest)
Frauenfußball heißt Gemeinschaft
Fußballspielerinnen aus dem Kreis Soest genießen vor allem das Gemeinschaftsgefühl in ihrem Sport.
Generell habe ich das Gefühl, dass bei den Männern mehr Rivaltät herrscht. Bei den Frauen ist das Gefühl eher nach dem Motto: Wir gehören zusammen auch wenn wir gegeneinander spielen - Das ist etwas, das uns verbindet", erzählt Alessia.
Von der derzeit laufenden Frauen-WM erhoffen sie sich einen positiven Effekt für mehr Gleichberechtigung im Fußball.