
Zwei Konzepte für den Friedhof in Günne
Die Gemeinde Möhnesee möchte das Angebot auf dem Friedhof im Ortsteil Günne erweitern. Im Ausschuss für Soziales, Bildung und Kultur stehen am Donnerstag (11.06.) zwei Varianten für pflegefreie Urnengräber zur Wahl. Die erste Option ist ein Kolumbarium - eine Kreuzstele mit 16 Fächern, in der Urnen oberirdisch beigesetzt werden können. Die zweite Möglichkeit ist das Bestattungsmodul „Fluss des Lebens" mit etwa 25 Plätzen, das wie ein kleiner Flusslauf in der Erde angelegt wird. Als Standort ist eine frei gewordene Fläche ehemaliger Reihengräber im Erweiterungsteil des Friedhofs vorgesehen - eingerahmt von altem Baumbestand, der für einen ruhigen Ort mit Privatsphäre sorgt.
Nachfrage nach Urnenbestattungen am Möhnesee wächst
Der Friedhof in Günne ist nach den beiden Körbecker Friedhöfen der drittgrößte Standort für Urnenbestattungen in der Gemeinde Möhnesee. Weil die Nachfrage dort stetig wächst, empfiehlt die Verwaltung das Erd-Modul. Es lässt sich durch den Bauhof und örtliche Steinmetze flexibel an die vorhandenen Freiflächen anpassen und ist in der Anschaffung deutlich günstiger als das Kolumbarium, das laut ersten Schätzungen rund 30.000 Euro kosten würde. Dass das Konzept funktioniert, zeigt das Beispiel Körbecke: Dort wird der „Fluss des Lebens" so stark nachgefragt, dass aktuell bereits ein dritter Teil gebaut wird. Auch im Ortsteil Wamel gibt es mit dem „Kreis des Lebens" bereits eine ähnliche Anlage.
Was nach der Ruhezeit mit den Urnen passiert
Wer sich für eine pflegefreie Grabstätte entscheidet, übernimmt keine regelmäßige Grabpflege mehr. Nach Ablauf der festgelegten Ruhezeit werden die Urnen aus dem Erd-Modul oder der Stele entnommen und an anderer Stelle des Friedhofs in einem speziellen Sammelgrab erneut beigesetzt. Dafür muss die Gemeinde ein zusätzliches Feld einplanen und dauerhaft pflegen. Bei der Stele bietet jedes Fach Platz für bis zu drei Urnen - bei einer Vollbelegung mit drei Urnen muss allerdings auf größere Schmuckurnen verzichtet werden.