
Führerschein-Reform: Soester Fahrschulbetreiber warnt
Bundesverkehrsminister Schnieder plant eine umfassende Reform des Führerscheins - günstiger, schneller und digitaler soll er werden. Fahrschulbetreiber Michael Bannat aus dem Kreis Soest übt scharfe Kritik an den Vorschlägen.
Veröffentlicht: Donnerstag, 12.02.2026 13:44
Neue Pläne für günstigeren Führerschein im Kreis Soest diskutiert
Bundesverkehrsminister Schnieder hat diese Woche weiterentwickelte Vorschläge für eine Reform des Führerscheins vorgestellt. Die Bundesregierung verspricht, dass der Führerschein dadurch günstiger wird. Zu den geplanten Änderungen gehört eine deutliche Verkleinerung des Fragenkatalogs für die Theorieprüfung um knapp 30 Prozent. Zusätzlich soll die Zahl verpflichtender Sonderfahrten, wie etwa Autobahnfahrten, verringert werden. Schnieder betonte dabei ausdrücklich, dass die Verkehrssicherheit trotz aller Reformen nicht leiden soll.
Ein besonders umstrittener Punkt der Reform ist die geplante Laienausbildung. Bei diesem Modell sollen Eltern oder Freunde einen Teil der praktischen Fahrausbildung übernehmen können. Dies würde die traditionelle Fahrschulausbildung ergänzen und die Kosten für angehende Autofahrer reduzieren. Das Konzept orientiert sich an Modellen aus anderen europäischen Ländern und soll den Zugang zum Führerschein erleichtern.
Soester Fahrschulexperte übt scharfe Kritik an Laienausbildung
Michael Bannat, der mehrere Fahrschulen im Kreis Soest betreibt, steht den Reformplänen äußerst kritisch gegenüber. Besonders die geplante Laienausbildung sieht er als problematisch an. Ein gewagtes Vorhaben nennt er die Pläne des Ministers insgesamt.
"Ich bin davon ausgegangen, dass das Thema Laienausbildung endlich vom Tisch ist. Und jetzt gibt es da wieder neue Informationen, dass das jetzt doch kommen soll. Finde ich total fahrlässig, dass man bei dem komplexen Verkehr, den wir hier haben, in Deutschland darüber überhaupt nachdenkt." - Michael Bannat, Fahrschulbetreiber
Sicherheitsbedenken bei praktischer Ausbildung
Bannat argumentiert aus seiner langjährigen Erfahrung als Fahrschulbetreiber heraus und verweist auf die besonderen Herausforderungen im deutschen Straßenverkehr. Er betont die Wichtigkeit professioneller Fahrausbildung, besonders in einer verkehrsreichen Region wie dem Kreis Soest. Die Komplexität des heutigen Verkehrs erfordere seiner Ansicht nach eine fundierte Ausbildung durch Fachkräfte.
"Ich kann ja nur aus meiner Erfahrung sprechen. Also, das ist nicht immer ungefährlich, tatsächlich auch mit einem Fahranfänger unterwegs zu sein. Ich bin froh, dass wir Rechtspedale haben und auch eingreifen können." - Michael Bannat, Fahrschulbetreiber
Bannats Empfehlung für kostengünstige Fahrausbildung
Statt auf die geplanten Reformen zu setzen, hat der Soester Fahrschulexperte einen eigenen Tipp für Fahranfänger, die Kosten sparen möchten. Seine Empfehlung ist pragmatisch und basiert auf jahrelanger Erfahrung in der Branche. Er rät dazu, dran zu bleiben und die Fahrschulausbildung in einem Rutsch durchzuziehen. Durch kontinuierliches Lernen und regelmäßige Fahrstunden könnten unnötige Mehrkosten vermieden werden, die durch längere Pausen zwischen den Stunden entstehen.