
Kleinkinder zu früh und zu lange mit einem Handy oder einem Tablet zu beschäftigen, kann zu schweren gesundheitlichen Folgen führen.
Diese Erfahrung hat der Soester Kinderarzt Dr. Holger Deisel gemacht. Im Gespräch mit Hellweg Radio erzählt er von einem zwei- bis dreijährigen Jungen, den er behandeln musste. Der Junge habe täglich bis zu 10 Stunden vor dem Handy verbracht. Für die Eltern sei das die perfekte Lösung, das Kind zu beschäftigen. Der Junge habe sich dadurch nicht richtig entwickeln können. Seine sprachlichen, motorischen und kognitiven Fähigkeiten seien zurückgeblieben.
Das Kind musste intensiv therapiert werden, um die verpassten Entwicklungsschritte wieder aufzuholen.
Das ist zwar ein extremer Einzelfall, aber fast jedes dritte Kind, das im Kreis Soest eingeschult wird, verbringt zuviel Zeit mit Handys und Tablets. "Das sei bedenklich.", sagen Experten.
Schon viele Fünfjährige sitzen bis zu drei Stunden vor den Geräten und lassen sich berieseln.
Die Folgen können unter anderem auch Schlafstörungen durch Reizüberflutung sein.
Da in Zukunft die Digitalisierung auch in den Schule zunehmen wird, sollte gelichzeitig auch immer auf genügend Bewegung der Kinder geachtet werden.
Kleinkinder sollten laut Dr. Holger Deisel höchstens eine halbe Stunde am Tag aufs Handy oder Tablet gucken. Außerdem sollten die Eltern dabei sein und den Kindern erklären, was sie da sehen, z.B. können altersgerechte Lernspiele auf dem Tablet gemeinsam gespielt werden.