
Geseke bekommt neues Stadthaus: Auftrag ist vergeben
Nach jahrzehntelangen Diskussionen und einem zweijährigen Vergabeverfahren ist es offiziell: Geseke bekommt ein neues Stadthaus. Den Auftrag hat eine Geseker Firma bekommen - mit dem günstigsten und gleichzeitig besten Entwurf im Wettbewerb. Bis Ende 2028 soll der Neubau fertig sein.
Veröffentlicht: Donnerstag, 23.07.2026 10:30
Geseker Firma setzt sich durch
Der Stadtrat Geseke hat in seiner nicht-öffentlichen Sitzung am Mittwoch (16.07.2026) einstimmig entschieden: Den Auftrag für Planung, Bau und den zehnjährigen Betrieb des neuen Stadthauses bekommt die Hans & Lenze Baugesellschaft mbH & Co. KG - ein Unternehmen mit Sitz in Geseke. Das Ergebnis war dabei gleich in mehrfacher Hinsicht überzeugend: Der Entwurf des Architekturbüros RSA-Rinsdorf Ströcker Architekten war beim zuständigen Architekturgremium der klare Favorit - und gleichzeitig das günstigste Angebot im gesamten Wettbewerb.
Bürgermeister Dr. Remco van der Velden brachte das Ergebnis auf den Punkt:
„Das Rathaus, das das Architekturgremium für das schönste befunden hat, war gleichzeitig auch das günstigste Rathaus. Und es stellte sich dann auch noch raus, es war von einem Geseker Unternehmen geplant worden, nämlich von der Firma Hans Lenz." - Dr. Remco van der Velden, Bürgermeister Geseke.
Zwei Jahre Vergabeverfahren
Dem Ratsbeschluss ging ein aufwendiges, EU-weites Vergabeverfahren voraus, das rund zwei Jahre dauerte. Drei Bieter reichten ihre Konzepte ein, die anhand einer vorab vom Stadtrat festgelegten Bewertungsmatrix beurteilt wurden. Die Hälfte der Gesamtpunktzahl entfiel auf den Angebotspreis, die andere Hälfte auf Qualitätskriterien wie Architektur, Städtebau, Funktionalität und den späteren Betrieb des Gebäudes. Ein fraktionsübergreifend besetztes Architekturgremium bewertete die Entwürfe - zunächst anonym. Nach einer ersten Runde konnten alle Bieter ihre Konzepte überarbeiten und verbessern, bevor das Gremium in einer zweiten Sitzung die endgültige Bewertung vornahm. Das Votum fiel einstimmig aus.
19 Millionen Euro - 6 Millionen vom Land
Die Gesamtkosten für den Neubau belaufen sich auf rund 19 Millionen Euro. Das Land Nordrhein-Westfalen beteiligt sich mit einer Förderung von 6 Millionen Euro aus der Städtebauförderung. Bedingung dafür ist, dass das neue Stadthaus bis zum 31. Dezember 2028 fertiggestellt ist. Der Projektvertrag soll noch Ende Juli unterzeichnet werden - derzeit werden noch einige redaktionelle Details abgestimmt
Zwischen Antonianum und Stiftskirche
Das neue Stadthaus entsteht auf einem rund 4.184 Quadratmeter großen Grundstück zwischen dem Gymnasium Antonianum und der Stiftskirche St. Cyriakus - mitten in der Geseker Innenstadt. Der Entwurf stammt von Architekt Carsten Rinsdorf, der selbst mit seiner Familie in Geseke lebt. Sein Büro RSA-Rinsdorf Ströcker Architekten hat den Neubau so geplant, dass er sich gestalterisch in das Umfeld mit seinen prägenden Gebäuden einfügt. Zur Innenstadt hin bildet das Gebäude einen kompakten Baukörper, auf der Rückseite öffnet es sich zu einem begrünten Innenhof, der für viel Tageslicht in den Arbeits- und Aufenthaltsbereichen sorgt. Das gesamte Gebäude ist barrierefrei - alle Geschosse sind über Aufzüge erreichbar. Im zweiten Obergeschoss ist ein Multifunktions- und Versammlungsraum geplant; außerdem könnten Räumlichkeiten für die Polizeistation Geseke entstehen.
Rinsdorf beschreibt seinen Ansatz:
„Für mich ist dieses Projekt sehr emotional. Ich lebe mit meiner Familie in Geseke und diese Verbundenheit zur Stadt ist in den Entwurf eingeflossen. Uns war es wichtig, die prägenden Bauwerke und Sichtachsen, das Gymnasium Antonianum, die Stiftskirche St. Cyriakus und das neue Stadthaus harmonisch miteinander zu verbinden. Die archäologischen Funde waren dabei keine Herausforderung, sondern eine spannende Bereicherung. Umso mehr freuen wir uns, einen neuen Mittelpunkt für Geseke mitgestalten zu dürfen." - Carsten Rinsdorf, Architekt und CEO der RSA-Rinsdorf Ströcker Architekten GmbH.
Fünf Standorte werden zu einem
Bisher ist die Geseker Stadtverwaltung auf fünf verschiedene Standorte in der Kernstadt verteilt - An der Abtei, Am Teich, Bäckstraße, Bachstraße und Mühlenstraße. Nicht alle dieser Standorte sind barrierefrei zugänglich - weder für Bürgerinnen und Bürger noch für die Mitarbeitenden. Mit dem neuen Stadthaus sollen künftig alle Verwaltungsbereiche unter einem Dach zusammengeführt werden: zentral gelegen, vollständig barrierefrei und mit einem Multifunktionsraum für Versammlungen.
Lokale Wirtschaft soll profitieren
Für Hans & Lenze-Geschäftsführer David Danne ist der Auftrag mehr als ein normales Bauprojekt:
„Dieses Projekt ist für uns eine echte Herzensangelegenheit. Von Anfang an war es unser Ziel, das Stadthaus zu realisieren. Für uns als Unternehmen mit Firmensitz in Geseke ist es eine besondere Ehre, dieses einmalige Projekt für unsere Heimatstadt umsetzen zu dürfen. Dass wir dabei sowohl wirtschaftlich als auch planerisch überzeugen konnten, freut uns ganz besonders." - David Danne, Geschäftsführer Hans & Lenze Baugesellschaft.
Danne machte zudem deutlich, dass bei der Umsetzung möglichst viele regionale Betriebe eingebunden werden sollen:
„Unser Interesse liegt natürlich auch darin, Firmen hier aus der Gegend mit dazu zu nehmen, direkt, wenn es irgendwo geht, natürlich auch aus Geseke, aber auch aus dem näheren Umfeld. Das ist auf jeden Fall Ziel und so machen wir es bei anderen Projekten auch." - David Danne, Geschäftsführer Hans & Lenze Baugesellschaft.
"Endlich geht es los"
Bürgermeister Dr. Remco van der Velden zog nach dem jahrelangen Prozess ein klares Fazit:
„Nach jahrzehntelangen Diskutieren und Warten ist der entscheidende Schritt geschafft. Wir alle freuen uns sehr, dass es nun endlich losgeht. Dass unser neues Stadthaus von Hans & Lenze, einem Geseker Unternehmen, gebaut wird und zudem der in Geseke lebende Architekt Carsten Rinsdorf mit seinem RSA Team das Gebäude geplant hat, ist sehr erfreulich. Zumal sich der Entwurf gegen starke Konkurrenz von bekannten Firmen durchgesetzt hat. Dieses Ergebnis zeigt, wie viel Kompetenz in unserer Region vorhanden ist. Davon profitieren nicht nur wir als Stadt, sondern auch das lokale Handwerk und die heimische Wirtschaft." - Dr. Remco van der Velden, Bürgermeister Geseke.
Mehr Informationen zum Vergabeverfahren und zum Bauvorhaben gibt es in der Sonderfolge Rathaus TV „Stadthausneubau" vom 22. Juli 2026 auf dem YouTube-Kanal der Stadt Geseke.
