
Geseke/Welver: SPD kritisiert Bahn wegen Verzögerung
Der barrierefreie Ausbau der Bahnhöfe Geseke und Welver verzögert sich erneut. Die SPD im Kreis Soest kritisiert die Deutsche Bahn scharf, weil Bauarbeiten frühestens ab 2029 möglich sind. Der NWL bestätigt die Verzögerung, stellt aber klar: Die Fördermittel bleiben gesichert.
Veröffentlicht: Mittwoch, 14.01.2026 14:16
Barrierefreier Bahnhof verzögert sich
Der barrierefreie Ausbau der Bahnhöfe Geseke und Welver lässt weiter auf sich warten. Trotz abgeschlossener Planungen und gesicherter Fördermittel verschiebt sich das Projekt um mehrere Jahre. Darauf weist die SPD im Kreis Soest in einer aktuellen Pressemitteilung hin und kritisiert die Deutsche Bahn deutlich.
Keine Bauarbeiten vor 2029 möglich
Nach Angaben der Deutschen Bahn fehlen aktuell die notwendigen Zeitfenster für die Bauarbeiten. Für den barrierefreien Umbau sind sogenannte Sperrpausen nötig - also Zeiten, in denen keine Züge fahren. Diese Sperrungen seien aber nicht möglich, weil die Strecke zwischen Hamm und Paderborn in den kommenden Jahren als wichtige Umleitungsstrecke gebraucht wird.
Grund sind umfangreiche Sanierungen auf anderen Strecken. Unter anderem sind laut Bahn in den nächsten Jahren Arbeiten auf den Korridoren Hagen-Köln, im Frankfurter Raum sowie zwischen Hamm-Düsseldorf-Köln geplant. Die Strecke Hamm-Paderborn müsse deshalb als Ausweichroute dienen. Ein Umbau der Bahnhöfe Geseke und Welver ist damit frühestens ab 2029 realistisch.
SPD kritisiert Deutsche Bahn scharf
Die SPD im Kreis Soest zeigt sich über die erneute Verzögerung verärgert. Menschen mit Behinderung, ältere Menschen oder Eltern mit Kinderwagen müssten weiter auf barrierefreie Zugänge warten. Der heimische Bundestagsabgeordnete und SPD-Kreisvorsitzende Jens Behrens sagt dazu:
„Wir können nicht akzeptieren, dass der ländliche Raum mal wieder den Kürzeren zieht und die Maßnahme auf den Sankt Nimmerleinstag verschoben wird.“
Die SPD fordert die Deutsche Bahn auf, die notwendigen Maßnahmen kurzfristig zu ermöglichen.
Fördermittel bleiben vorerst gesichert
Sorge bereitet der SPD auch die Frage der Finanzierung. Nach aktuellem Stand gibt es hier jedoch Entwarnung - Hellweg Radio hat nachgefragt. Der Nahverkehrsverband Westfalen-Lippe (NWL) teilt mit, dass die Fördermittel für den barrierefreien Ausbau trotz der jahrelangen Verzögerung gesichert sind und nicht verfallen.
Gleichzeitig macht der NWL aber deutlich, dass eine Verschiebung um mehrere Jahre den Ausbau eines bedarfsgerechten Nahverkehrs in der Region erheblich ausbremst. Der Verband setzt sich eigenen Angaben zufolge weiter dafür ein, gemeinsam mit der Deutschen Bahn Lösungen zu finden, um solche Projekte schneller umzusetzen.
Autor: Ben Hettwer