
Grünen-Antrag für Frauen-Nachttaxi in Lippstadt
Die Grünen in Lippstadt wollen Frauen nachts sicherer nach Hause bringen. Mit einem neuen Antrag schlagen sie Zuschüsse für Taxifahrten in den Abend- und Nachtstunden vor. Jetzt muss die Politik über das Pilotprojekt entscheiden.
Veröffentlicht: Mittwoch, 20.05.2026 10:43
Lippstadt prüft Frauen-Nachttaxi
Frauen sollen in Lippstadt nachts sicherer nach Hause kommen. Die Grünen im Stadtrat haben dafür jetzt einen Antrag für ein sogenanntes Frauen-Nachttaxi gestellt. Geplant ist ein zunächst einjähriges Pilotprojekt mit Zuschüssen für nächtliche Taxifahrten.
Zuschüsse für Fahrten in der Nacht
Nach dem Vorschlag der Grünen sollen Frauen zwischen 22 Uhr abends und 6 Uhr morgens finanzielle Unterstützung für Taxifahrten im Stadtgebiet bekommen. Gedacht ist das Angebot vor allem als Ergänzung zum öffentlichen Nahverkehr und zum Anrufsammeltaxi - also dann, wenn keine Busse mehr fahren oder der Heimweg besonders weit ist.
Die Stadtverwaltung soll jetzt prüfen, wie hoch der Zuschuss pro Fahrt ausfallen könnte. Außerdem soll ein Gutschein- oder Abrechnungssystem mit den beteiligten Taxiunternehmen entwickelt werden. Als Vorbild nennen die Grünen ähnliche Modelle aus Städten wie Dortmund, Gießen, Lehrte oder Speyer.
Grüne sehen Probleme in den Ortsteilen
Die Grünen begründen ihren Antrag mit Sicherheitsbedenken vieler Frauen in den Abend- und Nachtstunden. Vor allem in den Ortsteilen gebe es Lücken im Nahverkehrsangebot.
„Wir fordern das, weil viele Ortsteile nach 20 Uhr gar nicht mehr erreichbar sind per ÖPNV, weil auch Radwege teilweise sehr dunkel sind und man da nachts nicht sehr gerne alleine entlangfahren möchte. Und weil auch das Anrufsammeltaxi nach 1:50 Uhr nicht mehr fährt.“, sagt Grünen-Fraktionsvorsitzende Judith Schröder im Hellweg Radio Interview.
Nach Angaben der Grünen soll mit dem Angebot vor allem die sogenannte „letzte Meile“ bis zur Haustür sicherer werden.
Pilotprojekt zunächst für ein Jahr
Das Frauen-Nachttaxi soll zunächst testweise für ein Jahr laufen. Danach soll ausgewertet werden, wie viele Frauen das Angebot genutzt haben und ob das Projekt dauerhaft fortgeführt werden soll.
Die Grünen hoffen dabei auch auf Vorteile für das örtliche Taxigewerbe.
„Wir hoffen, dass das natürlich auch dem örtlichen Taxigewerbe noch Fahrten bescheren würde“, so Judith Schröder.
Positive Reaktionen im Gleichstellungsbeirat
Im Gleichstellungsbeirat sei der Vorschlag grundsätzlich positiv aufgenommen worden. Laut Schröder habe es zwar zunächst Missverständnisse gegeben, das bestehende Anrufsammeltaxi solle aber ausdrücklich nicht ersetzt werden.
„Das ist überhaupt nicht unser Ansinnen, sondern wirklich die Zeiten zu ergänzen, die nicht bedient werden.“, erklärt Schröder weiter.
Der Antrag soll jetzt auch im Haupt- und Finanzausschuss beraten werden.
Autor: Ben Hettwer