
Hitzetelefon: Soest und Welver rufen Senioren an
Hohe Temperaturen sind für viele Menschen eine Belastung - für Ältere können sie zur echten Gefahr werden. Die Stadt Soest hat deshalb ihr Hitzetelefon "Sonnenruf" wieder aktiviert: Wer sich anmeldet, bekommt bei Hitzewarnung einen persönlichen Anruf. Auch die Gemeinde Welver bietet diesen Service jetzt erstmals an.
Veröffentlicht: Freitag, 19.06.2026 06:29
Soest und Welver schützen Senioren vor Hitze
Wenn die Temperaturen klettern, freuen sich die einen - für andere wird der Sommer zur Belastungsprobe. Besonders ältere Menschen im Kreis Soest können bei anhaltender Hitze in echte gesundheitliche Schwierigkeiten geraten. Die Stadt Soest hat deshalb das Hitzetelefon "Sonnenruf" wieder in Betrieb genommen. Das Angebot gibt es seit 2024 und ist kostenlos.
Anruf vom Seniorenbeirat bei Hitzewarnung
Das Prinzip ist einfach: Sobald der Deutsche Wetterdienst eine Hitzewarnung herausgibt, greifen Ehrenamtliche des Soester Seniorenbeirats zum Hörer. Sie rufen die angemeldeten Teilnehmenden an und geben Tipps zum richtigen Umgang mit der Hitze - zum Beispiel viel trinken, im Schatten bleiben und die Wohnung kühl halten. Die Anrufe finden montags bis freitags zwischen 8:30 und 12 Uhr statt, wenn Hitzetage vorhergesagt werden.
Rainer Wolf von der Geschäftsstelle Klimaschutz der Stadt Soest erklärt, warum das Angebot gebraucht wird:
„Für jüngere und für gesunde Menschen klingt es selbstverständlich, dass sie sich bei großer Hitze an kühleren, schattigen Orten aufhalten, viel trinken und sich nicht übermäßig anstrengen. Das kann bei anderen Bevölkerungsgruppen allerdings weitaus problematischer werden." - Rainer Wolf, Geschäftsstelle Klimaschutz, Stadt Soest.
Wolf macht auch deutlich, welche Risiken konkret drohen können:
„Ältere Menschen können ein gestörtes Temperaturempfinden haben oder sie unterschätzen Wetterwarnungen. In der Folge schützen sie sich nicht ausreichend und es besteht die Gefahr von Hitzekollaps, Sonnenstich oder Hitzschlag." - Rainer Wolf, Geschäftsstelle Klimaschutz, Stadt Soest.
So läuft die Anmeldung in Soest
Wer den Sonnenruf nutzen möchte, meldet sich telefonisch unter 02921 / 103-3022 oder per E-Mail an r.wolf@soest.de an. Bei der Anmeldung lässt sich auch festlegen, ob die Warnungen an die Person selbst oder an Angehörige gehen sollen. Danach folgt noch ein Anruf vom Gesundheitsamt des Kreises Soest für weitere Abstimmungen. Das Hitzetelefon läuft vom 15. Juni bis 31. August. Hinter dem Angebot stehen der Seniorenbeirat und das Seniorenbüro der Stadt Soest, die Geschäftsstelle Klimaschutz sowie das Gesundheitsamt des Kreises als Kooperationspartner.
Welver startet erstmals ein Hitzetelefon
Auch die Gemeinde Welver hat jetzt zum ersten Mal ein Hitzetelefon aktiviert - nach Soest ist sie damit die zweite Kommune im Kreis mit einem solchen Angebot. Auch hier übernimmt der Seniorenbeirat die Anrufe, sobald der Deutsche Wetterdienst Hitzewarnungen herausgibt. Die Freiwilligen sprechen dann mit den Teilnehmenden über einfache Schutzmaßnahmen und erinnern an ausreichend Trinken und das Kühlen der Wohnräume. Es geht dabei nicht um medizinische Beratung, sondern um praktische Alltagsunterstützung.
Das Angebot in Welver geht in einem Punkt noch etwas weiter: Im Erstgespräch beim Gesundheitsamt des Kreises werden neben allgemeinen Gesundheitsangaben auch Medikamente erfasst. Der Hintergrund: Bestimmte Medikamente können bei hohen Temperaturen ihre Wirkung verändern. Wer sich anmeldet, bekommt außerdem ein Paket mit einer Checkliste und Tipps für heiße Tage. Das Angebot läuft von Juni bis September und ist kostenlos.
Anmeldung - So geht's
Hitzetelefon Soest "Sonnenruf": Tel. 02921 / 103-3022 oder per E-Mail an r.wolf@soest.de
Hitzetelefon Welver: Tel. 02384 / 51217