
Tipps von Zahnärzten
Köln (dpa/tmn) - Beim Biss ins Eis oder beim ersten Schluck Kaffee grüßen Ihre Zähne? Das schmerzhafte Ziehen ist oft auf freiliegende Zahnhälse zurückzuführen, wie der Zahnarzt Jochen Schmidt vom Kölner Carree Dental erklärt.
Mit zunehmendem Alter bildet sich das Zahnfleisch nämlich zurück und legt diese Bereiche frei. So haben Temperaturreize es leicht, über die sogenannten Dentinkanälchen, die kleinen Poren im Zahnbein, an den Nerv zu gelangen.
Auch Karies, undichte Füllungen und schlecht sitzende Kronen können die Zähne sensibler machen. Zudem kann ein zu dünner Zahnschmelz dafür sorgen, dass die Zähne schnell «aufschreien».
Daher ist immer eine gute Idee, Beschwerden in der Zahnarztpraxis abklären zu lassen. Dort gibt es auch Behandlungsmöglichkeiten: So lassen sich etwa die Dentinkanälchen mit speziellen Lacken versiegeln, erklärt die Initiative ProDente.
Doch auch Betroffene selbst können viel gegen sensible Zähne tun. Hier kommen vier Tipps.
1. Zahncremes für sensible Zähne nutzen
Solche speziellen Zahncremes können Jochen Schmidt zufolge tatsächlich Linderung bringen. Sie setzen auf Salze wie Aminfluorid und Kaliumverbindungen, die durch verschiedene Wirkmechanismen den Zahn schützen.
«Entweder bilden sie eine dauerhafte Schutzschicht auf dem Zahn oder sie dringen in die Dentinkanälchen des Zahns ein und verhindern so die Schmerzweiterleitung», fasst der Experte zusammen. Effekte zeigen sich aber nicht sofort, sondern erst nach drei bis vier Wochen regelmäßiger Anwendung.
2. Regelmäßig Schwarz- oder Grüntee trinken
Schwarzer und Grüner Tee zählen «zu den wenigen Lebensmitteln mit beachtlichem Fluoridgehalt», heißt es von der Informationsstelle für Kariesprophylaxe. Somit haben sie eine zahnschützende Wirkung. Fluorid härtet unter anderem den Zahnschmelz und fördert die Reparatur kleinerer Zahnschäden - willkommene Effekte bei sensiblen Zähnen.
Wie viel Tee sollte man dafür trinken? Laut der Informationsstelle sind pauschale Empfehlungen nicht möglich. Die Fachleute verweisen auf eine polnische Studie aus dem Jahr 2023, die den Fluoridgehalt von 28 Teeaufgüssen ermittelt und verglichen hat. Eine Erkenntnis: Je feiner der Tee und je länger die Ziehzeit, desto mehr Fluorid landet in der Teetasse. Teebeutel schneiden also besser ab als loser Tee.
Einen Nachteil für die Zähne gibt es aber: Teeblätter enthalten von Natur aus Gerb- und Farbstoffe, die die Zähne verfärben können.
3. Beim Zähneputzen lieber nicht schrubben
Zu starkes Aufdrücken beim Zähneputzen haben empfindliche Zähne gar nicht gern. «Dadurch wird das Zahnfleisch verdrängt und das Zahnbein zusätzlich abgetragen, was wiederum offene Kanälchen zur Folge hat», sagt Schmidt.
Bitte sanft, lautet also das Motto. Eine Zahnbürste mit weichen Borsten ist allerdings nicht ideal, warnt der Zahnarzt. «Weiche Borsten übermitteln weniger Druckrückmeldung an die Hand, wodurch die Benutzer teilweise noch fester drücken.» Er rät zu mittelharten Borsten. Am besten nutzt man eine elektrische Zahnbürste, die eine Warnung von sich gibt, wenn man zu fest aufdrückt.
4. Nicht über den ganzen Tag verteilt naschen
Über den Nachmittag immer mal wieder in die Gummibärchentüte greifen? Das kann gerade empfindlichen Zähnen weiter zusetzen.
Kontinuierliches Naschen sorgt dafür, dass der Speichel kaum Zeit hat, Säuren zu neutralisieren - das greift den Zahnschmelz an. Wenn man sich etwas Süßes gönnen will, nascht man lieber nur einmal und verstaut die süße Verlockung dann wieder.