
Jugendliche im Kreis Soest greifen zur Vape
Immer mehr Teenager im Kreis Soest dampfen an E-Zigaretten – oft unterwegs an Bushaltestellen, in Innenstädten oder vor Schulen. Experten warnen: Die bunten Einweg-Vapes sind alles andere als harmlos und machen schnell abhängig.
Veröffentlicht: Dienstag, 16.09.2025 03:30
Bunte Dinger mit Risiko
An Bushaltestellen, vor Restaurants und sogar auf Schulhöfen – im Kreis Soest sieht man immer mehr junge Menschen, die „vapen“, also E-Zigaretten nutzen. Besonders Einweg-Modelle mit bunten Designs und süßen Aromen wie Erdbeere oder Käsekuchen sind beliebt.
Doch so harmlos, wie die Geräte wirken, sind sie nicht.
„Viele Jugendliche unterschätzen das Suchtpotenzial von E-Zigaretten“, warnt Alexa Krause, Suchtpräventionskraft beim Kreisgesundheitsamt Soest.
Schneller in die Nikotinabhängigkeit
Studien zeigen: Einweg-E-Zigaretten bringen junge Erwachsene schneller in die Nikotinabhängigkeit als bisher gedacht. Auch die EU-Drogenagentur hat festgestellt, dass fast jeder zweite Jugendliche in Europa schon einmal eine E-Zigarette ausprobiert hat.
Das Kreisgesundheitsamt setzt deshalb auf Aufklärung und Prävention, um die Risiken frühzeitig zu vermitteln.
Überall zu bekommen
Die kleinen Geräte sind in der Praxis schnell zu finden: In einigen Städten des Kreises, wie Soest, Lippstadt oder Werl, tauchen sie sogar in Läden oder Automaten auf, die eigentlich Snacks verkaufen. Jugendliche berichten, dass Gruppenzwang oder Stress Gründe sein können, zur Vape zu greifen.
„Manchmal reicht es schon, wenn Jugendliche jemanden haben, mit dem sie reden können, anstatt an einer Vape zu ziehen“, ergänzt Krause.
Blick nach Europa
In einigen EU-Ländern, darunter Frankreich und Belgien, ist der Verkauf von Einweg-E-Zigaretten bereits verboten. Deutschland will nachziehen: Der Bundesrat hat Ende 2024 für ein Verbot gestimmt, die Umsetzung könnte noch dieses Jahr erfolgen. Auf EU-Ebene ist ein Verbot für Ende 2026 geplant.