
Kreis Soest: Mindestsicherungsquote sinkt deutlich
Im Kreis Soest sind deutlich weniger Menschen auf Leistungen der sozialen Mindestsicherung angewiesen als im NRW-Durchschnitt. Zum Jahresende 2025 lag die Quote bei 7,7 Prozent - fast drei Prozentpunkte unter dem Landesschnitt. Besonders stark sank die Zahl der Betroffenen in Möhnesee.
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Das Wichtigste auf einen Blick
- 23.048 Menschen im Kreis Soest bezogen Ende 2025 Mindestsicherung - 1.734 weniger als ein Jahr zuvor
- Die Quote sank von 8,3 auf 7,7 Prozent - NRW-weit liegt sie bei 10,6 Prozent
- Stärkster Rückgang in Möhnesee: Bezieher halbierten sich nach Schließung einer Landesunterkunft
- Asylbewerberleistungen im Kreis gingen um knapp 28 Prozent zurück
- Werl, Soest und Lippstadt haben die höchsten Quoten im Kreis
Einer von 13 Menschen betroffen
Zum Jahresende 2025 haben im Kreis Soest 23.048 Menschen Leistungen der sozialen Mindestsicherung erhalten - das entspricht einer Quote von 7,7 Prozent oder etwa einem von 13 Menschen. Zur sozialen Mindestsicherung zählen unter anderem das Bürgergeld, die Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung, die Hilfe zum Lebensunterhalt sowie Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz. Gegenüber dem Vorjahr sank die Zahl der Bezieher um 1.734 Personen, das entspricht einem Rückgang von 7,0 Prozent. Damit liegt der Kreis Soest deutlich über dem NRW-weiten Rückgang von 4,2 Prozent. Landesweit erhielten zum selben Zeitpunkt rund 1,9 Millionen Menschen solche Leistungen - eine Quote von 10,6 Prozent.
Möhnesee verzeichnet stärksten Rückgang
Am deutlichsten fiel die Entwicklung in Möhnesee aus. Dort sank die Zahl der Bezieher von 882 auf 426 - also um mehr als die Hälfte. Die Mindestsicherungsquote fiel von 7,8 auf 4,1 Prozent und ist damit die niedrigste im gesamten Kreis. Hauptursache ist der starke Rückgang bei den Asylbewerberleistungen: Bezogen 2024 noch 365 Menschen in Möhnesee diese Leistungen, waren es 2025 nur noch fünf. Die zentrale Unterbringungseinrichtung des Landes in Möhnesee war vor einem Jahr geschlossen worden.
Bürgergeld und Asylleistungen treiben den Rückgang
Zwei Leistungsarten sind für den Großteil des Rückgangs im Kreis verantwortlich. Die Zahl der Bürgergeld-Bezieher sank um 5,6 Prozent auf 16.288 Menschen - etwas stärker als im NRW-Schnitt von 4,6 Prozent. Noch deutlicher fiel der Rückgang bei den Asylbewerberleistungen aus: von 2.835 auf 2.045 Personen, ein Minus von 27,9 Prozent. Die Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung blieb mit 4.335 Beziehern unverändert, während sie landesweit das fünfte Jahr in Folge gestiegen ist. Leicht zugelegt hat lediglich die Hilfe zum Lebensunterhalt - von 350 auf 380 Personen.
Werl, Soest und Lippstadt mit höchsten Quoten
Innerhalb des Kreises gibt es erhebliche Unterschiede zwischen den Kommunen. Die höchsten Quoten haben Werl mit 10,1 Prozent, die Stadt Soest mit 9,3 Prozent und Lippstadt mit 9,0 Prozent. Lippstadt ist mit 6.130 Beziehern auch die Kommune mit den meisten Betroffenen im Kreis - rund 27 Prozent aller Kreisbezieher entfallen auf die größte Stadt im Kreis. Am anderen Ende der Skala liegen neben Möhnesee die Gemeinden Ense mit 4,8 Prozent und Anröchte mit 4,9 Prozent.
Kreis Soest im regionalen Vergleich
Im Vergleich mit den Nachbarkreisen liegt der Kreis Soest im Mittelfeld. Niedrigere Quoten haben der Hochsauerlandkreis mit 6,6 Prozent und der Kreis Warendorf mit 7,0 Prozent. Der Märkische Kreis und der Kreis Unna liegen mit jeweils 9,8 Prozent deutlich darüber. Im Regierungsbezirk Arnsberg, zu dem der Kreis Soest gehört, beträgt die Gesamtquote 11,5 Prozent - der Kreis schneidet damit erheblich besser ab als der Bezirksdurchschnitt. Die Daten stammen vom Statistischen Landesamt IT.NRW.