Anzeige
Kreis Soest: Reaktionen auf Sachsen-Anhalt-Wahl
© Symbolbild / Hellweg Radio
Teilen:

Kreis Soest: Reaktionen auf Sachsen-Anhalt-Wahl

Die AfD hat bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt fast 44 Prozent der Stimmen geholt und die absolute Mehrheit nur knapp verfehlt. Das Ergebnis schlägt auch im Kreis Soest hohe Wellen. Drei Bundestagsabgeordnete aus der Region reagieren gegenüber Hellweg Radio.

Veröffentlicht:

Anzeige

AfD knapp vor der absoluten Mehrheit

Anzeige

Die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am Sonntag (06.09.2026) hat ein historisches Ergebnis gebracht: Die AfD holte fast 44 Prozent der Stimmen und verfehlte damit die absolute Mehrheit nur knapp. Die CDU kam auf rund 17 Prozent, die SPD verbesserte sich leicht auf 9 Prozent. Auch Grüne (9 Prozent), Linke (9 Prozent) und BSW (5 Prozent) schafften den Einzug in den Landtag. Das Ergebnis sorgt bundesweit für Diskussionen – auch bei den Bundestagsabgeordneten aus dem Kreis Soest.

Anzeige

Pöpsel (CDU): "Hätte ich nicht für möglich gehalten"

Anzeige

CDU-Bundestagsabgeordneter Oliver Pöpsel zeigte sich gegenüber Hellweg Radio tief erschüttert. Dass eine Partei in einem deutschen Bundesland so nah an die absolute Mehrheit herankommt, habe er nicht für möglich gehalten. Gleichzeitig übte er deutliche Selbstkritik an seiner eigenen Partei und an der Politik der vergangenen Jahre.

"Das Ergebnis der AfD in Sachsen-Anhalt erschüttert mich. Ich hätte es nicht für möglich gehalten, dass eine AfD in einem deutschen Bundesland kurz vor der absoluten Mehrheit steht." - Oliver Pöpsel, CDU-Bundestagsabgeordneter

Pöpsel forderte, die Themen der Menschen jetzt ohne Streit anzugehen und Reformen zügig auf den Weg zu bringen.

"Gleichzeitig muss man selbstkritisch sagen, dass in den vergangenen Jahren viele Themen liegen gelassen worden sind. Man hat die Reformen viel zu lange aufgeschoben. Man hat die Sorgen der Menschen für ihre Zukunft vor dem wirtschaftlichen Abstieg nicht ernst genug genommen. Wir müssen den Menschen zeigen, dass wir die Zukunftsthemen anpacken, dass es in Deutschland weiter eine wirtschaftliche Sicherheit gibt, dass die Menschen weiter in Frieden leben können, dass sie ihre Arbeitsplätze behalten. Das sind alles alltägliche Sorgen, die man einfach noch viel intensiver aufnehmen und viel intensiver bespielen muss." - Oliver Pöpsel, CDU-Bundestagsabgeordneter
Anzeige

Von Zons (AfD): "Brandmauer muss weg"

Anzeige

Ulrich von Zons, AfD-Bundestagsabgeordneter aus Lippstadt, bewertet das Ergebnis erwartungsgemäß anders. Für ihn ist die Wahl in Sachsen-Anhalt ein deutliches Signal der Bevölkerung. Die Wählerinnen und Wähler hätten gezeigt, dass sie einen politischen Kurswechsel wollten.

"Der Bürger hat von den Altparteien die Nase voll. Er will die politische Wende. Und er weiß genau, das gelingt nur mit einem blauen Ministerpräsidenten." - Ulrich von Zons, AfD-Bundestagsabgeordneter

An die CDU richtete von Zons eine klare Botschaft: Die sogenannte Brandmauer – also die Weigerung der CDU, mit der AfD zusammenzuarbeiten – müsse sofort fallen.

"Wenn diese Partei überleben soll, dann muss die Brandmauer weg - und zwar sofort. Ansonsten bleibt den CDU-Abgeordneten nur noch eine Option, wenn sie konservative Politik für unser Land machen wollen - der Wechsel zur AfD." - Ulrich von Zons, AfD-Bundestagsabgeordneter
Anzeige

Behrens (SPD): "Dramatisches Ergebnis"

Anzeige

SPD-Bundestagsabgeordneter Jens Behrens bezeichnete das Wahlergebnis als dramatisch. Auch das Abschneiden seiner eigenen Partei, die sich leicht auf 9 Prozent verbesserte, sah er nicht als Anlass zur Freude. Für ihn stehe das Ergebnis vor allem für eines: Die demokratischen Parteien müssen endlich liefern.

"Das Wahlergebnis in Sachsen-Anhalt ist aus meiner Sicht als Demokrat dramatisch, dass die AfD mit Abstand die meisten Stimmen bekommen hat und nur die demokratischen Parteien gemeinsam überhaupt auf die gleiche Anzahl an Sitzen im neuen Landtag in Magdeburg bekommen, zeigt diese Dramatik und fordert uns als Demokraten auch nun auf, darüber nachzudenken, wie es weitergeht. Die Wählerinnen und Wähler wollen von uns mehr Lösungen für die Zukunft. Sie fühlen sich wahrscheinlich auch enttäuscht. Und da müssen wir jetzt Antworten liefern und auch in der Bundespolitik zeigen, dass wir wissen, was bei den Menschen wichtig ist. Und deswegen erwarte ich auch, dass wir nun Lösungen anbieten, um das Vertrauen zurückzugewinnen." - Jens Behrens, SPD-Bundestagsabgeordneter
Anzeige
Anzeige
Anzeige