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Lippstadt plant Kesselhaus in der Hospitalstraße
© Hellweg Radio
Die Hospitalstraße 44-46 in Lippstadt: Hier soll ein sogenanntes "Kesselhaus" entstehen.
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Lippstadt plant Kesselhaus in der Hospitalstraße

In der Lippstädter Hospitalstraße soll ein besonderes Haus entstehen: das "Kesselhaus". Auf einem historisch bedeutsamen Gelände plant die Stadt einen offenen Treffpunkt für Begegnung, Bildung und gesellschaftliches Engagement. Nächste Woche kommen die Pläne erstmals in den Jugendhilfeausschuss.

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Lippstadt hat gerade einiges vor

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Stadthaus, Feuerwache, Therme in Bad Waldliesborn, Stadtmuseum: Lippstadt plant in diesen Jahren gleich mehrere große Projekte. Jetzt kommt möglicherweise ein weiteres hinzu: In der Hospitalstraße 44-46 soll ein sogenanntes "Kesselhaus" entstehen - ein generationenübergreifendes Begegnungshaus mitten in der Südlichen Altstadt.

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Was soll das Kesselhaus werden?

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Das Konzept sieht einen offenen Treffpunkt für Menschen aller Altersgruppen vor: Kinder, Jugendliche, Familien, ältere Menschen und Menschen mit Behinderungen sollen hier zusammenkommen können. Im Erdgeschoss ist ein Café geplant, das inklusiv betrieben werden soll. Wer einfach nur einen Platz zum Verweilen sucht, ohne etwas konsumieren zu müssen, soll das ebenfalls finden. Dazu kommen Gruppen- und Multifunktionsräume für Kultur, Bildung und Bewegung sowie geschützte Beratungsräume für vertrauliche Gespräche. Im Sommer soll ein Innenhof mit Außengastronomie das Angebot ergänzen.

Das Jugend- und Familienbüro, das bisher an der Geiststraße 1 untergebracht ist, soll ins Kesselhaus einziehen. Der aktuelle Standort stößt an seine Grenzen: Es fehlen unter anderem geschützte Räume für vertrauliche Beratungen - etwa bei familiären Konflikten oder psychischen Krisen - sowie ausreichend Lagerfläche und ein Stellplatz für den Bulli der Mobilen Jugendarbeit.

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Ein Ort mit Geschichte

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Der Name "Kesselhaus" ist bewusst gewählt: An dieser Stelle in der Hospitalstraße stand einst das Kesselhaus der Firma Hella - das technische Herzstück, das den gesamten Betrieb mit Energie versorgte. Hier wurde vor mehr als 120 Jahren der Konzern gegründet, der heute unter dem Namen FORVIA zu den größten Automobilzulieferern der Welt zählt. Bereits 1911/12 zog die Firma in einen neuen Komplex in die Lüningstraße.

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Was wird aus der Beckumer Straße?

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Mit dem Kesselhaus verbunden ist eine politische Kehrtwende: Der Rat der Stadt Lippstadt hatte am 30. Juni 2025 einstimmig beschlossen, an der Beckumer Straße einen eigenständigen Mehrgenerationentreffpunkt zu errichten. Diesen Beschluss will die Verwaltung nun zurücknehmen. Als Begründung nennt sie unter anderem, dass im Lippstädter Norden bereits zwei große Quartierszentren bestehen und ein weiteres kommunales Angebot zu Überschneidungen führen könnte - bei Besuchern, Ehrenamtlichen, Fachkräften und Fördermitteln. Das Grundstück an der Beckumer Straße soll dennoch nicht brach liegen: Die Gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft Lippstadt (GWL) führt dort nach Angaben der Verwaltung Gespräche über den Bau eines Ärztehauses mit Wohnungen.

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Was kostet das Kesselhaus?

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Die Baukosten werden auf rund 6,89 Millionen Euro geschätzt. Bis zu 60 Prozent davon könnten über die Städtebauförderung finanziert werden - das wären rund 4,13 Millionen Euro vom Land. Der Eigenanteil der Stadt läge bei rund 2,76 Millionen Euro. Wichtig: Die Förderzusage ist noch nicht final. Die Bezirksregierung und das zuständige Landesministerium haben die geplanten Nutzungen grundsätzlich als förderfähig eingestuft - mit einer Einschränkung: Das Café im Erdgeschoss darf nur dann mitgefördert werden, wenn es weniger als 20 Prozent der Gesamtfläche einnimmt.

Bei den Personalkosten rechnet die Stadt mit Einsparungen gegenüber der ursprünglichen Beckumer-Straße-Planung: Statt 120.000 Euro jährlich werden nur noch rund 60.000 Euro zusätzlich pro Jahr erwartet, weil eine halbe Stelle ausreicht.

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Wie geht es weiter?

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Die Pläne kommen zunächst am Mittwoch (02.09.2026) in den Jugendhilfeausschuss - das ist erst der Auftakt einer mehrstufigen politischen Beratung. Danach befassen sich der Haupt- und Finanzausschuss am 14. September sowie der Stadtentwicklungsausschuss am 17. September mit dem Vorhaben. Eine Entscheidung fällt der Rat der Stadt Lippstadt am Montag (28.09.2026) - aber auch dann ist das letzte Wort noch nicht gesprochen. Ein tatsächlicher Baubeschluss kann erst nach einer finalen Förderzusage und einer konkreten Projektplanung fallen. Dabei drängt die Zeit: Die Förderzusage muss bereits bis Ende 2030 vorliegen, erst danach bleiben zwei weitere Jahre für den Bau.

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