Anzeige
Lippstadt: Rat berät über Zukunft des Marktplatzes
© Ben Hettwer / Hellweg Radio
Teilen:

Lippstadt: Rat berät über Zukunft des Marktplatzes

Wie soll der Lippstädter Marktplatz künftig aussehen? Der Rat will jetzt neue Planungen starten - ohne Museumsanbau. Bürger sollen bei der Gestaltung mitreden.

Veröffentlicht: Montag, 23.02.2026 14:23

Anzeige

Rat berät über Zukunft des Marktplatzes

Anzeige

In der Ratssitzung in Lippstadt am heutigen Montag (23. Februar 2026) steht ein zentrales Thema auf der Tagesordnung: die Zukunft des Marktplatzes und des Stadtmuseums. Der Rat soll den offiziellen Start für neue Planungen beschließen und erste finanzielle Mittel freigeben.

Anzeige

Keine großen Neubauten mehr geplant

Anzeige

Grundlage ist ein früherer Beschluss, den Marktplatz ohne größere Bebauung neu zu gestalten. Der Platz soll weiterhin unter anderem als Parkplatz und Veranstaltungsfläche genutzt werden. Klar ist inzwischen auch: Ein Erweiterungsbau für das Museum auf dem Marktplatz wird nicht umgesetzt. Deshalb will die Stadt Lippstadt den laufenden Architektenwettbewerb für das Bürger Forum Stadtmuseum beenden.

Statt neuer Gebäude geht es nun darum, Konzepte zu entwickeln, wie der zentrale Platz attraktiver, barrierefrei und vielseitig nutzbar wird. Themen sind dabei unter anderem Verkehr, Parkmöglichkeiten, Veranstaltungen und die künftige Rolle des Museums.

Anzeige

Bürger sollen beteiligt werden

Anzeige

Bei den weiteren Planungen sollen Bürgerinnen und Bürger einbezogen werden. Ziel ist eine Lösung, die den Marktplatz langfristig als Treffpunkt der Innenstadt stärkt.

Anzeige

Museumsanbau sorgt weiter für Diskussionen

Anzeige

Der mögliche Museumsanbau hatte im vergangenen Jahr für viel Streit gesorgt. Bürgermeister Alexander Tschense will das Projekt nun endgültig stoppen, wie bereits in seiner Neujahrsrede angekündigt. Dass der Rat zustimmt, gilt als wahrscheinlich, da die Gegner eines Anbaus - CDU, BG und AfD - seit der Kommunalwahl über eine Mehrheit verfügen.

Als Grundlage dient ein erfolgreiches Bürgerbegehren der von CDU und BG initiierten Bürgerinitiative „Freier Marktplatz“, das einen Marktplatz ohne großflächige Bebauung fordert. Die Verwaltung stuft den geplanten Museumsanbau nun ebenfalls als großflächig ein.

Die Befürworter eines Museumsprojekts - SPD, Bündnis 90/Die Grünen, FDP und Die Linke - hatten zuvor argumentiert, ein kompakter Bau widerspreche nicht dem Bürgerwillen. Der frühere Grünen-Ratsherr Prof. Jürgen Overhoff kritisiert das Vorgehen der Verwaltung deutlich:

„Das ist hanebüchen. Die Genese des Textes ist völlig irrelevant. Entscheidend ist einzig, was in der endgültigen Fassung steht. Das ist eine einfache Kiste. Wir müssen uns strikt an den Wortlaut des Bürgerbegehrens halten. Für mich wirkt das Vorgehen der Verwaltung wie ein Rückzugsgefecht oder eine billige Ausrede.“

Er warnt außerdem vor möglichen juristischen Folgen, etwa falls der Siegerarchitekt des Wettbewerbs klagen sollte.

Anzeige

Neustart für den Marktplatz geplant

Anzeige

Unabhängig von der politischen Debatte soll mit dem Beschluss nun ein Neustart gelingen. Die Stadt will Ideen sammeln, wie der Marktplatz künftig moderner, barrierefrei und multifunktional genutzt werden kann - ohne große Neubauten.

Anzeige
Anzeige
Anzeige