
Mehr Sozialhilfe für Pflege im Kreis Soest
Im Kreis Soest können immer mehr Menschen ihre Pflegekosten nicht mehr alleine tragen. 2025 haben 1.590 Pflegebedürftige staatliche Hilfe zur Pflege erhalten - ein Anstieg von 7,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damit liegt der Kreis Soest deutlich über dem NRW-Durchschnitt.
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Pflegehilfe im Kreis Soest
Neue Zahlen des Statistischen Landesamts IT.NRW zeigen: Im Kreis Soest ist die Zahl der Menschen, die staatliche Hilfe zur Pflege beziehen, 2025 auf 1.590 gestiegen. 2024 waren es noch 1.475 Personen - das entspricht einem Zuwachs von 7,8 Prozent. Landesweit legte die Zahl der Empfängerinnen und Empfänger um 4,8 Prozent auf insgesamt 109.325 Personen zu. Der Kreis Soest wächst damit spürbar stärker als der NRW-Durchschnitt - sowohl beim Tempo des Anstiegs als auch beim Anteil der Betroffenen in Pflegeeinrichtungen.
Anstieg fast komplett in Pflegeheimen
Besonders auffällig ist, wo der Zuwachs herkommt. 93,4 Prozent der Betroffenen im Kreis Soest leben in Pflegeeinrichtungen - landesweit sind es 83,4 Prozent. Die Zahl der Heimbewohnerinnen und Heimbewohner mit Anspruch auf Hilfe zur Pflege stieg von 1.370 im Jahr 2024 auf 1.485 im Jahr 2025, ein Plus von 8,4 Prozent. Innerhalb dieses Bereichs wuchs die stationäre Pflege besonders stark: von 1.355 auf 1.475 Personen, was einem Anstieg von 8,9 Prozent entspricht. Das zeigt, dass der Druck vor allem bei den Pflegeheimplätzen zunimmt.
Ambulante Pflege bleibt stabil
Anders sieht es bei der Pflege zu Hause aus. Die Zahl der Menschen, die außerhalb von Einrichtungen auf Hilfe zur Pflege angewiesen sind, blieb mit 105 Personen gegenüber dem Vorjahr unverändert. Davon beziehen 85 Personen Pflegegeld - etwa weil Angehörige die Pflege übernehmen. 30 Personen erhalten Unterstützung durch einen ambulanten Pflegedienst. Jeweils 25 Personen werden über Pflegehilfsmittel oder sonstige Leistungen unterstützt. Der gesamte Anstieg im Kreis Soest geht also auf das Konto der stationären Pflege.
Warum reicht die Pflegekasse nicht mehr?
Hinter den Zahlen steckt ein strukturelles Problem: Die Pflegeversicherung übernimmt nur einen Teil der anfallenden Kosten. Wer in einem Pflegeheim lebt, muss den Rest als Eigenanteil selbst zahlen. Reicht das eigene Einkommen oder Vermögen dafür nicht aus, springt der Staat mit der sogenannten Hilfe zur Pflege ein - das ist eine Form der Sozialhilfe. Zwar wurden die Leistungen der Pflegeversicherung zuletzt erhöht, unter anderem zum 1. Januar 2025 um 4,5 Prozent. Die Kosten in Pflegeheimen sind aber offenbar stärker gestiegen als die Anpassungen - ein Trend, der sich bundesweit in wachsenden Eigenanteilen für Heimbewohnerinnen und Heimbewohner zeigt.
Dritter Anstieg in Folge
Die aktuelle Entwicklung im Kreis Soest ist kein einmaliger Ausreißer. 2022 waren die Zahlen noch gesunken - damals hatte ein neu eingeführter Pflegeleistungszuschlag der Pflegekassen vorübergehend dafür gesorgt, dass weniger Menschen auf staatliche Hilfe angewiesen waren. Seitdem steigen die Zahlen drei Jahre in Folge wieder. 2025 liegt die Gesamtzahl bereits 21,4 Prozent über dem Tiefstand von 2022, als 1.310 Personen im Kreis Soest Hilfe zur Pflege bezogen. Damit ist die Zahl mittlerweile auch leicht höher als 2021, als es 1.520 Personen waren.