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Missbrauchsstudie auch im Kreis Soest gestartet
© Hellweg Radio
Symbolbild (Archivfoto: Hellweg Radio)
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Missbrauchsstudie auch im Kreis Soest gestartet

Die Evangelische Kirche von Westfalen startet eine neue Studie zu sexualisierter Gewalt in kirchlichen Internaten und Wohnheimen. Dabei werden auch Betroffene und Zeitzeugen aus dem Kreis Soest gesucht.

Veröffentlicht: Freitag, 17.04.2026 10:11

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Betroffene und Zeitzeugen von Missbrauch gesucht

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Die Evangelische Kirche von Westfalen will Fälle von sexualisierter Gewalt in kirchlichen Einrichtungen weiter aufarbeiten. Dafür ist jetzt eine unabhängige wissenschaftliche Studie gestartet. Gesucht werden Menschen, die selbst betroffen sind oder als Zeitzeugen Hinweise geben können. Auch aus dem Kreis Soest werden Teilnehmer gesucht.

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Einrichtung in Lippstadt-Cappel im Fokus

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Im Mittelpunkt der Untersuchung stehen Taten in Internaten, Schulheimen und Wohnheimen auf dem Gebiet der Evangelischen Kirche von Westfalen. Dazu gehört auch das Landheim für Mädchen des Evangelischen Gymnasiums in Lippstadt-Cappel.

Die Kirche hofft, mehr über frühere Fälle und über mögliche missbräuchliche Machtstrukturen in den Einrichtungen zu erfahren. Die Erkenntnisse sollen helfen, aus der Vergangenheit für Gegenwart und Zukunft zu lernen.

Betroffene und Zeitzeugen können sich vertraulich melden

Nach Angaben der Landeskirche können sich Betroffene, frühere Mitarbeitende, ehemalige Bewohnerinnen und Bewohner sowie andere Zeitzeugen vertraulich melden. Auch Menschen aus dem Umfeld, die Beobachtungen gemacht haben oder Informationen beisteuern können, sind aufgerufen, sich an der Studie zu beteiligen.

Die Interviews können persönlich, telefonisch oder per Video geführt werden. Alle Angaben werden laut Kirche vertraulich behandelt und anonymisiert ausgewertet. Die Evangelische Kirche von Westfalen selbst bekommt demnach keinen Einblick in einzelne Aussagen, sondern nur den späteren Abschlussbericht.

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Wie die Kontaktaufnahme erfolgt

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Betroffene oder Zeitzeugen melden sich per E-Mail oder telefonisch: aufarbeitung@dhpol.de | 02501 806846 (Prof. Dr. Thomas Görgen) 02501 806819 (Dr. Catharina Vogt)

Alternativ oder ergänzend sind auch schriftliche Mitteilungen (per Brief oder E-Mail) möglich (Postanschrift: Prof. Dr. T. Görgen / Dr. C. Vogt, Deutsche Hochschule der Polizei, Zum Roten Berge 18-24, 48165 Münster).

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Unabhängige Forschende werten Aussagen aus

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Die Studie wurde von der Evangelischen Kirche von Westfalen an Forschende der Deutschen Hochschule der Polizei in Münster vergeben. Laut Landeskirche erfolgt die Untersuchung unabhängig von kirchlichen Stellen und nach wissenschaftlichen Standards.

Ziel sei, die Kirche auch fit für die Zukunft zu machen, so Präses Adelheid Ruck-Schröder:

„Von dieser Studie versprechen wir uns Erkenntnisse über missbräuchliche Machtstrukturen in kirchlichen Einrichtungen in der Vergangenheit, um daraus für die Gegenwart und die Zukunft zu lernen.“ – Adelheid Ruck-Schröder, Präses der EKvW
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Studie läuft bis Sommer 2027

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Die neue Studie hat am 1. April 2026 begonnen und läuft zunächst bis zum 31. Juli 2027. Sie ist Teil der weiteren Aufarbeitung von sexualisierter Gewalt in kirchlichen Einrichtungen in Westfalen.

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„Kirche muss Initiative ergreifen“

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Die Beauftragte für den Umgang mit Verletzungen der sexuellen Selbstbestimmung der EKvW, Charlotte Nieße, begrüßt, dass die EKvW insbesondere ihre eigenen Einrichtungen in den Blick nimmt. 

„Die Kirche muss selbst die Initiative ergreifen und sexualisierte Gewalt aktiv aufarbeiten. Diesem notwendigen Perspektivwechsel folgt die Förderung der nun begonnenen Studie. Wir möchten Betroffene und Zeitzeug*innen ermutigen, von ihren Erfahrungen zu berichten.“ - Charlotte Nieße, Beauftragte für den Umgang mit Verletzungen der sexuellen Selbstbestimmung
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