
Missbrauchsstudie: Ehemaliger Erzbischof bittet um Vergebung
Die Aufarbeitung von Missbrauchsfällen im Erzbistum Paderborn beschäftigt viele Menschen im Kreis Soest. Auch der frühere Erzbischof Hans-Josef Becker aus Warstein-Belecke äußert sich zu seiner Verantwortung.
Veröffentlicht: Mittwoch, 18.03.2026 06:07
Systematische Versäumnisse offenbart
Eine aktuelle Studie, vergangene Woche veröffentlicht, beleuchtet die Missbrauchsstrukturen im Erzbistum Paderborn von 1941 bis 2002. Auch im Kreis Soest war es in der Zeit zu Vorfällen gekommen. Professorin Nicole Priesching von der Universität Paderborn skizziert in der Studie die systematische Vertuschung und den Mangel an Unterstützung für Betroffene. Für viele ist diese Aufarbeitung längst überfällig, um den Opfern gerecht zu werden.
Beckers kritisches Selbstbekenntnis
Hans-Josef Becker, der von 2002 bis 2022 Erzbischof von Paderborn war, gibt an, dass er in Prozessen involviert war, die Betroffene nicht ausreichend schützten. „Dass das Leid oft hinter den Schutz der Institution zurückgestellt wurde, bedauere ich zutiefst“, sagte Becker. Er betont, dass eine weitere Untersuchung seiner Amtszeit demnächst abgeschlossen wird: „Wo mein Handeln nicht genügte, bitte ich um Entschuldigung.“
Zukünftige Schritte zur Aufarbeitung
Das Erzbistum Paderborn hat nach eigenen Angaben bereits begonnen, durch Prävention und Intervention die Fehler von einst zu korrigieren. Die kommende Studie, die die Zeitspanne von 2002 bis 2022 untersucht, wird endgültige Ergebnisse im kommenden Jahr liefern. Becker dankt in dem Zusammenhang der Unabhängigen Aufarbeitungskommission, die sich mit den Ergebnissen weiter befassen und sie einordnen werde. Ziel müsse sein, vergangenes Unrecht aufzuarbeiten und für die Zukunft zu verhindern, so Becker.