
Möhnesee: Missbrauchsvorwürfe gegen Ordenspriester
Gegen einen verstorbenen Redemptoristen-Priester werden schwere Vorwürfe sexualisierter Gewalt erhoben. Der Ordensmann war von 2000 bis 2018 unter anderem im Heinrich-Lübke-Haus in Möhnesee-Günne tätig.
Veröffentlicht: Dienstag, 11.11.2025 07:33
Schwere Vorwürfe gegen verstorbenen Priester in Möhnesee-Günne
Die Redemptoristen-Provinz St. Clemens, die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung Deutschlands (KAB) und das Heinrich-Lübke-Haus haben in einer gemeinsamen Pressemitteilung schwere Vorwürfe gegen einen verstorbenen Ordenpriester bekannt gegeben. Das Mitglied des Redemptoristen-Ordens war von 2000 bis 2018 im Heinrich-Lübke-Haus der KAB in Möhnesee-Günne und im Erzbistum Paderborn tätig. Die gegen ihn erhobenen Vorwürfe betreffen sexualisierte Gewalt. Nach aktuellem Kenntnisstand beziehen sich die meisten Tatvorwürfe auf einen Zeitraum vor seiner Tätigkeit im Erzbistum Paderborn und im Heinrich-Lübke-Haus. Zusätzlich liegen jedoch zwei weitere Hinweise auf mindestens grenzüberschreitendes Verhalten während seiner Zeit in Günne vor.
Redemptoristen informierten Erzbistum Paderborn nicht über Vorwürfe
Die Letztverantwortung für den Einsatz und die Dienstaufsicht des beschuldigten Priesters lag bei der Redemptoristen-Provinz St. Clemens. Gegenüber dem Erzbistum Paderborn, der KAB und dem Heinrich-Lübke-Haus wurden die Vorwürfe zu Lebzeiten des Ordenspriesters jedoch nicht bekannt gemacht. Erst im Zuge der aktuellen Aufarbeitung sind das Erzbistum Paderborn und das Heinrich-Lübke-Haus über die erhobenen Vorwürfe informiert worden. Aus datenschutzrechtlichen Gründen wurde die Auflage erteilt, Klarnamen nicht zu veröffentlichen. Die beteiligten Institutionen stehen damit vor der Herausforderung, mögliche weitere Betroffene zu erreichen, ohne den Namen des Beschuldigten preisgeben zu können.
Kontaktstellen für Betroffene in der Region Möhnesee eingerichtet
Alle beteiligten Institutionen betonen in ihrer gemeinsamen Erklärung, dass sexualisierte Gewalt in keiner Form toleriert wird. Für mögliche Betroffene wurden mehrere Kontakt- und Anlaufstellen eingerichtet, bei denen vertrauliche Meldungen erfolgen können. Die Redemptoristen-Provinz St. Clemens hat Martin van Ditzhuyzen (02153-1397123, mvd@vd-organisationsberatung.de) und Marie-Therese Wirtz-Doerr (01515-4381337, wirtz-doerr@web.de) als unabhängige Ansprechpersonen benannt. Das Erzbistum Paderborn bietet Kontakt über Gabriela Joepen (0160-70241 65, gabriela.joepen@ap-paderborn.de), Prof. Dr. Martin Rehborn (0170-84450 99, missbrauchsbeauftragter@rehborn.com) und Interventionsbeauftragten Thomas Wendland (05251-1251701, thomas.wendland@erzbistum-paderborn.de) an.