
Neue Schulideen für Soest
Gleich zwei neue Schulideen beschäftigen heute Abend den Soester Schulausschuss. Die Linke will die Sekundarschule in eine Gesamtschule umwandeln - Hintergrund sind Rekordablehnungen an der Hannah-Arendt-Gesamtschule. Außerdem entscheidet der Ausschuss über einen Grünen-Antrag zur PRIMUS-Schule, bei der Kinder von Klasse 1 bis 10 gemeinsam lernen.
Veröffentlicht:
Der Ausschuss für Schule und Weiterbildung der Stadt Soest kommt heute (13.10.2026) ab 18 Uhr im Ratssaal zusammen. Auf der Tagesordnung steht unter anderem der Entwurf des neuen Schulentwicklungsplans, den das Planungsbüro Thomaßen Consult vorstellt. Er betrachtet die Schülerzahlen in Soest bis zum Schuljahr 2032/33. Heute gibt es dazu zunächst nur eine Kenntnisnahme. Beschlossen werden soll der Plan am 25. November, danach folgen der Hauptausschuss am 10. Dezember und der Rat am 16. Dezember.
Rekordablehnungen an der Hannah-Arendt-Gesamtschule
Zum Schuljahr 2026/27 haben sich 196 Kinder an der Hannah-Arendt-Gesamtschule in Soest angemeldet. Aufnehmen konnte die Schule davon nur 108. Die restlichen 88 Kinder gingen leer aus - das ist laut dem Entwurf des Schulentwicklungsplans der höchste Wert seit dem Schuljahr 2019/20. Die Schule ist seit ihrer Gründung 1994 durchgehend vierzügig und bietet deshalb nur 108 Plätze im Eingangsjahrgang.
Was die Linke fordert
Die Fraktion Die Linke im Rat der Stadt Soest beantragt, die Sekundarschule Soest in eine Gesamtschule mit integrierter gymnasialer Oberstufe umzuwandeln. Das würde mehr Gesamtschulplätze in Soest schaffen und Schülerinnen und Schülern ermöglichen, bis zum Abitur an einer Schule zu bleiben. Den Antrag hat die Fraktion am 23. September gestellt - zu spät, um heute offiziell auf der Tagesordnung zu stehen. Trotzdem will die Linke das Thema in der Sitzung ansprechen. Ansprechpartner im Ausschuss ist Jakob Beetz.
Was die Gutachter sagen
Die Gutachter von Thomaßen Consult sehen die Soester Schullandschaft insgesamt als ausgewogen an. Sie warnen: Eine zweite Gesamtschule würde voraussichtlich die Schließung eines Gymnasiums nach sich ziehen und den Fortbestand der Christian-Rohlfs-Realschule in Frage stellen. Den gestiegenen Bedarf an Ganztagsplätzen könne stattdessen die Sekundarschule auffangen. Sie hat aktuell 575 Schülerinnen und Schüler und erstmals fünf Eingangsklassen.
Was die Grünen wollen
Ebenfalls auf dem Tisch liegt ein Antrag der Grünen: Sie wollen, dass die Stadtverwaltung prüft, ob eine sogenannte PRIMUS-Schule für Soest in Frage kommt. Bei diesem Modell lernen Kinder von der ersten bis zur zehnten Klasse gemeinsam - ohne den üblichen Wechsel nach der Grundschule. Die Verwaltung soll außerdem mit der Bezirksregierung Arnsberg klären, welche Voraussetzungen, Verfahren und mögliche Fristen gelten würden. Die Grünen betonen: Es geht noch nicht um eine Gründung, sondern darum, sich Handlungsoptionen offenzuhalten. Der Stadtrat hatte den Antrag am 24. September an den Schulausschuss verwiesen.
Reaktionen und Ausblick
Das Land NRW plant, ab dem Schuljahr 2028/29 bis zu sechs weitere PRIMUS-Schulen zu ermöglichen. Neue Standorte müssen mindestens dreizügig sein. Die SPD begrüßt die Schulform dem Grundsatz nach, lehnt den Prüfauftrag aber derzeit wegen des damit verbundenen Personalaufwands ab. Ob und wie der Ausschuss heute über beide Anträge diskutiert, zeigt sich ab 18 Uhr im Ratssaal.