
Neues Hospiz für Lippstadt: 1,9 Millionen Euro Spenden für den Bau
Im Lippstädter Stadtteil Lipperbruch soll ein neues Hospiz entstehen - mit acht stationären Plätzen und einem angeschlossenen Tageshospiz. Das Angebot in dieser Kombination ist auch in NRW noch selten. Für den Bau fehlen aktuell 900.000 Euro, 1.000.000 wurden bereits gesammelt.
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Hospiz und Tageshospiz unter einem Dach
Im Lippstädter Stadtteil Lipperbruch soll auf einem Grundstück der Evangelischen Kirchengemeinde ein neues Hospiz gebaut werden. Geplant sind acht stationäre Plätze für Menschen, die rund um die Uhr betreut werden, sowie acht Plätze im angeschlossenen Tageshospiz. Der Bau soll ebenerdig sein - genau wie das bereits bestehende Hospiz in Soest. Der Bauantrag soll noch in diesem Jahr gestellt werden, der Spatenstich ist für das Frühjahr 2027 geplant.
Neuland in der palliativen Versorgung
Das Tageshospiz richtet sich an Menschen mit einer palliativen Diagnose - also einer schweren, unheilbaren Erkrankung -, die noch zu Hause leben können und keine ganztags Betreuung brauchen. Sie können das Angebot von Montag bis Freitag zwischen 8 und 16 Uhr nutzen - an einem Tag pro Woche oder an allen fünf, je nach eigenem Bedarf. Im Tageshospiz arbeiten Pflegefachkräfte mit palliativer Ausbildung. Pflegerische Maßnahmen, die sonst im Krankenhaus stattfinden würden, sollen dort ebenfalls möglich sein.
Gemeinsam statt allein
Ein großer Gemeinschaftsraum soll der Mittelpunkt des Tageshospizes werden. Frühstück und Mittagessen können dort gemeinsam zubereitet und gegessen werden. Ruheräume stehen ebenfalls zur Verfügung. Wer sich nicht sicher ist, ob das Angebot das Richtige ist, kann zunächst einen Schnuppertag nutzen - ohne sich vorab festlegen zu müssen. Das Ziel beschreibt Staffehl so:
„Es geht darum, dass Menschen in dieser Situation aus einer möglichen inneren Vereinsamung herausgeholt werden und Unterstützung bekommen." - Felix Staffehl, Geschäftsführer
Hoher Bedarf im Kreis Soest
Dass ein zweites Hospiz im Kreis Soest gebraucht wird, zeigen die Zahlen des bestehenden Standorts in Soest. Seit dessen Eröffnung gingen dort insgesamt 2.100 Anfragen ein. Nur 700 davon konnten positiv beantwortet werden - die übrigen 1.400 mussten anderweitig anfragen. Auch von Pflegediensten, Krankenhäusern und anderen Organisationen in der Region kommt laut den Geschäftsführern das klare Signal, dass ein weiteres stationäres Angebot gebraucht wird. Geschäftsführer Sebastian Thiemann sagt dazu:
„Das ist aus unserem Verständnis heraus für den Kreis Soest und auch in unserem christlichen Verständnis einfach keine gute Ausgangssituation, sodass wir mit acht weiteren stationären Plätzen da entgegenwirken wollen." - Sebastian Thiemann, Geschäftsführer
Spenden werden benötigt
Noch fehlen 900.000 Euro. Sebastian Thiemann betont, dass auch kleinere Beträge einen Unterschied machen:
„Wir haben natürlich Unterstützung von Stiftungen und Firmen mit Beträgen, die fantastisch sind. Aber das ist ja auch ein kleiner Aufruf an alle da draußen, dass wirklich jeder Betrag am Ende zählt, damit die 1,9 Millionen zusammenkommen." - Sebastian Thiemann, Geschäftsführer
Eröffnung für 2028 geplant
Wenn der Zeitplan hält, beginnt der Bau im Frühjahr 2027. Die Eröffnung des neuen Hospizes in Lippstadt-Lipperbruch ist für 2028 vorgesehen.