
Prozess nach mehreren Verzögerungen neu angesetzt
Nach langem Hin und Her soll der Untreue-Prozess gegen den Ex-Manager einer Tochtergesellschaft von Infineon mit Sitz in Warstein heute, am 28. April, neu starten. Vor dem Landgericht Arnsberg steht der Mann gemeinsam mit einem Ehepaar aus Düsseldorf.
Anklage: Rund 14 Millionen Euro veruntreut
Laut Anklage soll die drei Angeklagten rund 14 Millionen Euro veruntreut haben. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen vor, zwischen 2016 und 2021 Firmengelder auf verschiedenen Wegen abgezweigt zu haben.
Demnach sollen unter anderem 7,5 Millionen Euro auf ein Treuhandkonto geflossen sein. Das Geld soll der eine Angeklagte unter anderem für private Immobiliengeschäfte und zur Finanzierung seines gehobenen Lebensstils genutzt haben.
Investitionen in gemeinsames Unternehmen
Außerdem soll der Ex-Manager gemeinsam mit den beiden weiteren Angeklagten ein Unternehmen gegründet haben, in das die geschädigte Firma laut Anklage weitere 6,7 Millionen Euro investiert haben soll.
Geflecht aus Scheinaufträgen und erfundenen Rechnungen
Nach bisherigen Erkenntnissen soll der Hauptangeklagte die Gelder über ein Geflecht aus erfundenen Rechnungen und Scheinaufträgen abgezweigt haben. Der Fall gilt als besonders komplex. Deshalb hat das Landgericht in Arnsberg mehr als 20 Verhandlungstermine bis Ende Juli angesetzt.
Prozess war schon mehrfach ins Stocken geraten
Der Prozess hatte sich bereits mehrfach verzögert. Zuletzt war das Verfahren vor gut einem Jahr im Februar 2025 geplatzt. Grund war eine möglicherweise befangene Schöffin. Jetzt soll der Fall noch einmal komplett von vorne verhandelt werden.