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Politik fordert Frauenhaus in Lippstadt
© Ben Hettwer / Hellweg Radio
(v.l.) Lennard Schlöffel (Bündnis 90/Die Grünen), Marianne Schobert (SPD) und Olaf Reen (CDU) haben am 11. Mai 2026 den gemeinsamen Antrag zur Schaffung eines Frauenhauses in Lippstadt vorgestellt.
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Politik fordert Frauenhaus in Lippstadt

Im Kreis Soest fehlen Schutzplätze für Frauen und Kinder. Jetzt wollen gleich sechs Fraktionen gemeinsam ein Frauenhaus in Lippstadt auf den Weg bringen.

Veröffentlicht: Montag, 11.05.2026 17:00

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Politik fordert neues Frauenhaus

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Sechs Fraktionen im Kreistag wollen den Ausbau des Schutzangebots für Frauen im Kreis Soest jetzt gemeinsam vorantreiben. CDU, SPD, Bündnis 90/Die Grünen, FDP, Die Linke und die BG-Kreistagsfraktion haben einen gemeinsamen Antrag für ein Frauenhaus in Lippstadt vorgestellt. Ziel ist es, schneller zusätzliche Schutzplätze für Frauen und Kinder zu schaffen, die von häuslicher Gewalt betroffen sind.

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Breiter politischer Konsens

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Der gemeinsame Antrag soll am Donnerstag (21. Mai 2026) zunächst im Sozialausschuss beraten werden. Danach geht das Thema weiter in den Kreisausschuss und schließlich in den Kreistag. Die Politik spricht von einem wichtigen Signal für den Schutz von Frauen und Kindern. In der gemeinsamen Erklärung heißt es:

„Ziel des gemeinsamen Antrages zur Schaffung eines Frauenhauses in Lippstadt ist es, ein starkes Zeichen für den Schutz von Frauen und Kindern sowie für eine parteiübergreifende Zusammenarbeit in diesem wichtigen gesellschaftlichen Bereich zu setzen.“

Betont wurde bei der Pressekonferenz, dass es nicht nur um ein Frauenhaus „für“ Lippstadt gehe, sondern konkret um einen Standort in Lippstadt für Frauen und Kinder in der Region.

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Zu wenige Plätze im Kreis Soest

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Aktuell gibt es im gesamten Kreis Soest deutlich zu wenige Plätze für Frauen und Kinder, die Schutz vor häuslicher Gewalt suchen. Die bestehenden Angebote konzentrieren sich bislang vor allem auf Soest. Viele Anfragen müssten deshalb abgelehnt werden, Einrichtungen seien dauerhaft überlastet. Als Grundlage nennen die Fraktionen die sogenannte Istanbul-Konvention. Sie sieht pro 10.000 Einwohnerinnen und Einwohner einen Frauenhausplatz vor. Für den Kreis Soest wären demnach mehr als 30 Plätze nötig. Derzeit fehlen aber laut Politik rund 50 Prozent davon.

Marianne Schobert von der SPD, Sozialausschussvorsitzende in Lippstadt, sagt dazu:

„Die Frauen sollen nicht alleine gelassen werden in ihrer Not.“

Im Hellweg Radio Interview verwies sie außerdem auf die steigende Zahl häuslicher Gewalt:

"Sie müssen sich vorstellen, dass deutschlandweit alle 45 Minuten eine Frau häusliche Gewalt erlebt - und noch viel mehr Frauen werden psychisch und durch Drohungen in der häuslichen Umgebung bedroht."
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Fördermittel und Träger noch offen

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Damit ein Frauenhaus in Lippstadt entstehen kann, braucht es vor allem finanzielle Unterstützung vom Land Nordrhein-Westfalen. Genau dafür soll sich der Landrat Heinrich Frieling laut Antrag bei den zuständigen Ministerien einsetzen.

Als möglicher Träger steht bereits der Sozialdienst katholischer Frauen e. V. im Raum. Der Verband hat nach Angaben der Politik Anfang März 2026 bereits einen Förderantrag beim Land eingereicht. Eine Rückmeldung des Ministeriums gibt es bisher allerdings noch nicht.

Neben der Finanzierung geht es auch um organisatorische Fragen. Gemeinsam mit der Stadt Lippstadt und weiteren Beteiligten sollen unter anderem Standort, Kapazitäten und die Einbindung in bestehende Hilfsangebote geplant werden.

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Politik hofft auf Umsetzung ab 2027

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Einen festen Zeitplan gibt es aktuell noch nicht. Ziel sei aber, möglichst schnell konkrete Grundlagen für das Projekt zu schaffen. Nach Angaben aus der Pressekonferenz soll spätestens 2027 das Grundgerüst für das Frauenhaus stehen.

CDU-Kreistagsfraktionschef Olaf Reen erklärte, es sei eigentlich traurig, dass sich Politik überhaupt mit dem Schutz von Frauen beschäftigen müsse. Gleichzeitig betonte er aber, dass das Thema jetzt konsequent angegangen werden solle - gemeinsam und mit gesicherter Finanzierung.

Marianne Schobert machte am Ende des Hellweg Radio Interviews deutlich, worum es aus Sicht der Politik vor allem gehe:

„Wir wollen ihnen sagen: Ihr seid nicht alleine. Wir stehen bei euch.“

Autor: Ben Hettwer

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