
Ramadan und Fastenzeit
Im Kreis Soest beginnen für viele Gläubige besondere Wochen der Besinnung: Musliminnen und Muslime starten in der kommenden Nacht (19. Februar 2026) in den Fastenmonat Ramadan - und auch für Christinnen und Christen hat heute (18. Februar 2026) mit dem Aschermittwoch die Fastenzeit begonnen. Kirchen und Religionsgemeinschaften betonen dabei die Bedeutung von Dialog und Zusammenhalt.
Ramadan beginnt für Muslime im Kreis Soest
Für tausende Muslime im Kreis Soest startet in der Nacht zum Donnerstag der Ramadan. Zwischen Sonnenauf- und Sonnenuntergang verzichten viele Gläubige auf Essen und Trinken. Die Zeit gilt als Phase der inneren Reinigung, der Besinnung und des Gebets.
Auch bei uns in der Region gibt es gemeinsame Angebote: Die Moschee in Werl organisiert beispielsweise Gebete und gemeinsames Fastenbrechen nach Sonnenuntergang, etwa in der DITIP Moschee Werl. Für viele Gläubige ist der Ramadan zudem eine Gelegenheit, bewusst an sich zu arbeiten und das eigene Verhalten zu reflektieren.
Kirchen senden Gruß zum Fastenmonat
Dass Ramadan und christliche Fastenzeit in diesem Jahr parallel verlaufen, heben die Kirchen besonders hervor. Die katholischen und evangelischen Landeskirchen in Nordrhein-Westfalen haben gemeinsam ein Grußwort an muslimische Gemeinden veröffentlicht.
Für das Erzbistum Paderborn unterzeichnete Erzbischof Udo Markus Bentz das Schreiben. Darin wünschen die Kirchen einen „gesegneten Monat voller Vergewisserung und Zuversicht“.
Die Verantwortlichen betonen, dass die Haltung von Achtsamkeit, Solidarität und Gerechtigkeit, die im Ramadan sichtbar werde, „von größter Bedeutung für unsere Gesellschaft“ sei. Gleichzeitig sehen sie Christen und Muslime gemeinsam in der Verantwortung, Vertrauen zu stärken und zu einem friedlichen Zusammenleben beizutragen.
Klima-Fasten startet mit Aschermittwoch
Mit dem Aschermittwoch hat auch die christliche Fastenzeit begonnen. In Soest ruft die Initiative Christians & Churches for Future erneut zum sogenannten Klima-Fasten auf. Unter dem Motto „So viel du brauchst“ geht es darum, bewusster mit Ressourcen umzugehen. Sprecher Franz-Josef Klausdieken sagt uns:
„Bewusst zu sagen: Ich habe eigentlich genug und kann auch mal eine gewisse Zeit meinen Konsum einschränken.“
Praktisch kann das bedeuten, häufiger auf das Auto zu verzichten oder beim Einkaufen genauer zu überlegen, was wirklich nötig ist. Mehrere Treffen sind in den kommenden Wochen unter anderem im Petrushaus Soest geplant. Die genauen Termine findet ihr hier!
Gemeinsame Botschaft: Verantwortung für die Gesellschaft
Sowohl Ramadan als auch christliche Fastenzeit stehen für Verzicht, Besinnung und Gemeinschaft. Dass beide Zeiten 2026 gleichzeitig stattfinden, sehen Kirchenvertreter im Kreis Soest als Chance für mehr Austausch zwischen den Religionen. Gerade in gesellschaftlich angespannten Zeiten seien spirituelle Werte, Solidarität und gegenseitiger Respekt wichtiger denn je.
Autor: Ben Hettwer