
Ruhrverband renaturiert die Möhne bei Möhnesee
Die Möhne in Möhnesee-Völlinghausen fließt seit den 1980er Jahren begradigt und steinbefestigt durch die Landschaft - das soll sich bald ändern. Ab September 2027 renaturiert der Ruhrverband einen rund 460 Meter langen Abschnitt oberhalb der Möhnetalsperre. Der Fluss soll zurück in sein altes, geschwungenes Bett.
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Möhne seit über 40 Jahren begradigt
Seit Anfang der 1980er Jahre fließt die Möhne im Abschnitt zwischen der Brücke "Zum Wildpark" und dem Zufluss zur Talsperre geradlinig durch ein tiefliegendes Bett. Die Ufer sind mit Steinschüttung befestigt. Nach mehr als 40 Jahren ist diese Befestigung an einigen Stellen instandsetzungsbedürftig - und genau das nimmt der Ruhrverband jetzt zum Anlass für eine umfassendere Maßnahme: die vollständige Renaturierung des Abschnitts.
Möhne kehrt in ihr altes Bett zurück
Ab September 2027 verlegt der Ruhrverband die Möhne zurück in ihr ursprüngliches Flussbett. Historische Karten und eine noch erkennbare Geländemulde zeigen, wie der Fluss früher in geschwungener Linie durch die Aue verlief. Genau diesen Verlauf soll er künftig wieder nehmen. Das neue Profil wird wesentlich flacher und breiter als das bestehende - so kann sich die Möhne wieder frei entwickeln und die Verbindung zwischen Fluss und Aue wird wiederhergestellt.
Europäische Richtlinie als Hintergrund
Hinter der Renaturierung steckt auch eine rechtliche Verpflichtung: Die europäische Wasserrahmenrichtlinie schreibt einen "guten ökologischen Gewässerzustand" vor - den der begradigte Abschnitt derzeit nicht erfüllt. Typische Tier- und Pflanzenarten fehlen, weil natürliche Strukturen wie Schotterbänke, Kolke und breitere Wasserzonen nicht vorhanden sind. Den Zustand der Fisch- und Wirbellosenfauna bewertet der Ruhrverband in diesem Abschnitt deshalb nur als "unbefriedigend". Durch die Renaturierung sollen diese Arten langfristig zurückkehren.
Naturschutzgebiet mit strengen Auflagen
Die Möhneaue in Völlinghausen liegt in einem Europäischen Vogelschutzgebiet und einem Flora-Fauna-Habitatgebiet. Das bringt strenge Vorgaben mit sich: Bei der Planung musste sichergestellt werden, dass keine geschützten Tierarten durch den Eingriff gefährdet werden. Die Bauarbeiten finden deshalb außerhalb der Brutzeit für Vögel statt. Nach Abschluss der Renaturierung soll das Gebiet von einem intakten Ökosystem profitieren - mit Tier- und Pflanzenarten, die in einem naturnahen Fluss dieser Region typischerweise vorkommen.
So laufen die Bauarbeiten ab
Zunächst wird Boden für das neue Flussbett ausgehoben und zwischengelagert. Ist der neue Gewässerlauf fertiggestellt, wird das alte Profil mit dem Aushub wieder verfüllt. Die Grundstücksentwässerung des angrenzenden Wohngebietes bleibt dabei über einen Graben gesichert. Der Ruhrverband plant, die gesamten Arbeiten bis Ende 2027 abzuschließen.