
Sie klauten auch im Kreis Soest: Bande in Polen gefasst
Eine Bande hat jahrelang Luxusautos in ganz Deutschland und Europa gestohlen - unter anderem auch in Bad Sassendorf und Lippstadt. Jetzt hat die Polizei in Polen neun Mitglieder der Gruppe festgenommen. Der Schaden liegt bei mehr als drei Millionen Euro.
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Festnahmen in mehreren polnischen Städten
Am Montag, 22. September 2026, haben Ermittler in Polen neun Mitglieder einer Autodiebesbande festgenommen. Grundlage waren Europäische Haftbefehle, die die Staatsanwaltschaft Dresden beantragt hatte. Alle neun Beschuldigten sitzen inzwischen in Polen in Auslieferungshaft. Die Staatsanwaltschaft Dresden hat deren Auslieferung nach Deutschland beantragt. Nach drei weiteren Mitgliedern der Gruppe wird noch gefahndet. Insgesamt ermitteln die Behörden gegen zwölf Verdächtige im Alter zwischen 19 und 54 Jahren.
Jahrelanger Diebstahl quer durch Deutschland
Den Beschuldigten wird schwerer Bandendiebstahl in mehr als 70 Fällen vorgeworfen. Laut Landeskriminalamt Sachsen soll die Bande von Polen aus operiert haben und zwischen Anfang 2017 und Ende 2025 hochwertige Fahrzeuge aus dem gesamten Bundesgebiet gestohlen haben. Die Autos wurden anschließend nach Polen gebracht und dort verkauft. Besonders häufig standen Fahrzeuge der Marken Mercedes und BMW auf der Liste der Täter. Der Gesamtschaden wird auf über drei Millionen Euro geschätzt.
Auch Orte im Kreis Soest
Die Tatorte lagen in ganz Deutschland - von Berlin über Saarbrücken bis nach Wolfsburg. Auch der Kreis Soest war betroffen: Laut Pressemitteilung des LKA Sachsen haben die Täter unter anderem in Bad Sassendorf, Lippstadt und Wadersloh zugeschlagen. Weitere Tatorte in NRW waren Castrop-Rauxel, Delbrück, Dülmen, Leverkusen und Münster.
180 Beamte bei Großeinsatz in Polen
Parallel zu den Festnahmen gab es am 22. September 2026 umfangreiche Durchsuchungen in mehreren polnischen Städten, darunter Wroclaw, Lubin und Zgorzelec. Dabei stellten die Ermittler Fahrzeugteile von rund 30 gestohlenen Autos sicher. An dem Einsatz waren insgesamt 180 Beamte beteiligt - 120 aus Polen und 60 aus Sachsen. Mitfinanziert wurde der Einsatz durch das EU-Förderprogramm ISF LUMEN Expanded, das auf die Bekämpfung organisierter Kriminalität in Europa ausgerichtet ist.
Ermittlungen dauern an
Die Staatsanwaltschaft Dresden und das Landeskriminalamt Sachsen führen das Verfahren weiter. Die Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen.