
Betrugsmasche mit falscher Tochter schockt Soester Senioren
Am Mittwochmorgen (8. April 2026) gegen 09:30 Uhr erhielt ein Seniorenehepaar aus dem Soester Süden einen Schockanruf. Eine weinende Frau gab sich als Tochter aus und behauptete, einen schweren Verkehrsunfall verursacht zu haben. Die vermeintliche Tochter benötige dringend Geld für eine Kaution. Im weiteren Verlauf übernahm ein angeblicher Polizeibeamter das Gespräch, der sich als "Chef der Kriminalpolizei Thomas Schneider" vorstellte. Er forderte zunächst 70.000 Euro, ließ sich aber auf die verfügbaren 25.000 Euro ein. Die Täter hielten das Ehepaar durchgehend am Telefon und instruierten sie, das Bargeld zusammen mit persönlichen Gegenständen für die vermeintliche Tochter bereitzustellen.
Junger Abholer sammelt Beute am Königsbergweg
Gegen 11:30 Uhr erschien ein unbekannter junger Mann an der Wohnadresse im Königsbergweg und holte die vorbereitete Tasche ab. Der Täter wird als 16 bis 20 Jahre alt, etwa 1,60 bis 1,70 Meter groß und von schlanker Statur beschrieben. Er hatte kurze dunkelblonde Haare, ein osteuropäisches Erscheinungsbild und trug ein helles, kurzärmeliges T-Shirt. Nach der Geldübergabe verschwand er unerkannt. Die Polizei bittet Zeugen, die am Mittwoch im Bereich des Soester Südens verdächtige Beobachtungen gemacht haben, sich unter 02921 91000 zu melden.
„Man denkt erst, es ist die Tochter, weil man unter Schock steht, und alles wirkt sehr seriös. Genau das nutzen die Täter aus“ - Marco Baffa-Scinelli, Sprecher der Kreispolizei Soest.
Polizei Soest warnt vor weiteren Betrugsversuchen
Die Kreispolizei Soest verstärkt ihre Präventionsmaßnahmen und warnt eindringlich vor solchen Betrugsmaschen. Besonders ältere Menschen seien häufig Ziel der Kriminellen, da sie möglicherweise weniger über aktuelle Betrugsformen informiert seien und leichter zu manipulieren seien. Die Polizei betont, dass echte Beamte niemals Geld oder Wertsachen an der Haustür verlangen. Bei verdächtigen Anrufen sollten Betroffene sofort auflegen und die echte Polizei über den Notruf 110 informieren.
„Wenn am Telefon Geld oder persönliche Daten gefordert werden, sollte man hellhörig werden. Im Zweifel einfach auflegen und die echte Polizei informieren“ - Marco Baffa-Scinelli, Sprecher der Kreispolizei Soest.
Die Ermittlungen wurden durch das zuständige Fachkommissariat aufgenommen. Die Polizei appelliert auch an Nachbarn, Freunde und Familienmitglieder, besonders Senioren über diese Gefahren aufzuklären und sie für solche Betrugsversuche zu sensibilisieren.
Autor: Ben Hettwer