
Soest: Oberleitungsschaden legt Bahnstrecken lahm
Ein RE11 hat am Donnerstagnachmittag im Bereich Ostweg in Soest eine Oberleitung gerammt und einen Großteil davon abgerissen. 330 Menschen saßen stundenlang in dem Zug fest. Auch am Freitag ist der Zugverkehr auf mehreren Strecken rund um Soest noch eingeschränkt.
Veröffentlicht: Donnerstag, 18.06.2026 14:37
330 Fahrgäste stundenlang im Zug
Am Donnerstag (18.06.2026) ist es im Bereich Ostweg in Soest zu einem schwerwiegenden Zwischenfall im Bahnverkehr gekommen. Ein Zug der Regionalexpresslinie RE11 des Betreibers National Express prallte gegen eine Oberleitung und riss einen großen Teil davon ab. Zum Zeitpunkt des Unfalls befanden sich 330 Menschen in dem Zug. Erschwerend kam hinzu, dass der Zug nicht klimatisiert war - bei den hohen Temperaturen eine belastende Situation für alle Fahrgäste. Ein Sprecher der Bundespolizei bestätigte gegenüber Hellweg Radio, dass alle Reisenden bis zum Abend aus dem Zug geholt werden konnten. Verletzt wurde nach aktuellem Stand niemand.
RB 59 von den Auswirkungen betroffen
Die betroffene Bahnstrecke ist immer noch gesperrt. Wie lange die Einschränkungen andauern werden, beibt unklar. Die Reparatur der beschädigten Oberleitung wird nach Angaben der Bahn einige Zeit in Anspruch nehmen. Die Region Soest ist aktuell nicht auf allen Strecken mit dem Zug erreichbar. Reisende müssen daher mit Verspätungen und Ausfällen rechnen. Besonders betroffen ist die Regionalbahnlinie RB 59. Die Züge aus Richtung Dortmund Hauptbahnhof enden und beginnen derzeit in Werl beziehungsweise teilweise bereits in Unna. Dadurch kommt es zu Teilausfällen auf den Streckenabschnitten zwischen Werl und Soest sowie zwischen Unna und Soest.
Ersatzverkehr mit Bussen eingerichtet
Für Fahrgäste wurde inzwischen ein Schienenersatzverkehr (SEV) eingerichtet. Zwischen Soest und Paderborn Hauptbahnhof fahren nach aktuellen Informationen vier Busse des Unternehmens Karre Tours. Die Bahn empfiehlt Reisenden, ihre Verbindung kurz vor der Abfahrt noch einmal zu überprüfen. Wann die Strecke wieder freigegeben werden kann, ist derzeit noch nicht bekannt. Seit gestern arbeiten die Mitarbeitenden der Bahn mit Hochdruck an der Reparatur der beschädigten Oberleitung. Auch in der Nacht waren mehrere Teams mit Spezialfahrzeugen entlang der Strecke im Einsatz, um die Schäden zu beheben. Ziel ist es, bis Freitagabend (19.6.) einen eingleisigen Betrieb wieder aufzunehmen. Am Wochenende soll anschließend die Instandsetzung der Oberleitung am zweiten Gleis erfolgen. Nach aktuellem Stand wird die vollständige Reparatur der Strecke voraussichtlich Anfang der kommenden Woche abgeschlossen sein. Da die Arbeiten weiterhin laufen, ist eine genaue Prognose derzeit noch nicht möglich.