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Tätlicher Angriff überschattet Sparkassen Masters in Soest
© pov.obi auf Instagram
Marcel Voß, Vorsitzender des Schiedsrichterausschusses im Fußballkreis Soest.
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Tätlicher Angriff überschattet Sparkassen Masters in Soest

Ein tätlicher Angriff auf einen Schiedsrichter sorgte letztes Wochenende beim Sparkassen Masters in Soest für Entsetzen. Verantwortliche reagieren mit mehr Sicherheitsmaßnahmen. Nun stehen die Finalspiele an.

Veröffentlicht: Freitag, 16.01.2026 06:35

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Hallensaison mit vielen Turnieren

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Für viele Fußballer im Kreis Soest läuft aktuell die Hallensaison auf Hochtouren. Zahlreiche Turniere stehen an, als sportlicher Höhepunkt gilt dabei das Sparkassen Masters. Am kommenden Wochenende stehen die Finalspiele an - eigentlich sollte der Fokus voll auf dem Sport liegen.

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Vorfälle bei Hallenturnieren in der Region

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Doch zuletzt sorgten auch negative Schlagzeilen für Aufmerksamkeit. Hallenturniere in Fröndenberg und Ahlen wurden abgebrochen. Auch beim Sparkassen Masters im Kreis Soest kam es zu einem schweren Vorfall: Am Sonntag, den 11. Januar 2026, kam es in der Soester Bördehalle zu einem Angriff auf Schiedsrichter Halil Üstün. Nach einer berechtigten Roten Karte attackierte ein Betreuer einer Mannschaft den Schiedsrichter mit einem Kopfstoß. Das Spiel wurde daraufhin abgebrochen, und Bilder des Vorfalls verbreiteten sich schnell. Es war das erste Mal in der Geschichte des Fußballkreises Soest, dass ein Schiedsrichter Opfer eines solchen Angriffs wurde.

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Schiedsrichter-Vorsitzender zeigt sich entsetzt

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Für den Vorsitzenden des Schiedsrichterausschusses im Fußballkreis Soest, Marcel Voß, wirkt der Vorfall weiter nach. Er machte im Gespräch mit Hellweg Radio deutlich, wie sehr ihn die Situation beschäftigt:

„Ich bin immer noch entsetzt, wenn ich an diese Bilder und an den Vorfall selber. Ich kann den Täter und Angriff nur aufs schärfste verurteilen und hoffen, dass das Sportgericht den Täter angemessen bestraft.“

Gleichzeitig betont Voß, dass das Turnier insgesamt ruhig verlaufen sei:

„Ohne den Vorfall relativieren zu wollen, muss ich sagen dass am Wochenende zwei weitestgehend ruhige Turniertage waren. Ich habe ganz viele faire Spiele erlebt.“
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Mehr Sicherheit bei Hallenturnieren

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Trotz des bislang überwiegend friedlichen Verlaufs wird nun reagiert. Bei den kommenden Spielen sollen zusätzliche Ordner eingesetzt und klare Ansagen gemacht werden. Ziel ist es, die Sicherheit für Schiedsrichter, Spieler und Zuschauer weiter zu erhöhen und ähnliche Vorfälle künftig zu verhindern.

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Ex-Profi Tyrala fordert härtere Strafen

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Der Angriff sorgt auch über den Kreis Soest hinaus für Diskussionen. In vielen Fußball-Chatgruppen wird aktuell ein Leserbrief von Sebastian Tyrala geteilt. Der ehemalige Profi von Borussia Dortmund und heutige Trainer aus Körbecke äußerte sich ebenfalls zu dem Thema.

„Ich war ein bisschen verwundert, dass auf die Vereine und Veranstalter hingewiesen wird und sie gefragt werden: Was wird jetzt getan dagegen? Ich war selber da und muss sagen: Ein Veranstalter kann nicht mehr tun. Wenn einem die Sicherung durchbrennt, kann man halt nicht mehr viel tun.“

Aus seiner Sicht müsse der Fokus stärker auf den Tätern liegen:

„Man sollte den Täter so bestrafen, dass es andere dazu bringt ihre Taten dreimal vorher zu überlegen und dabei an die Konsequenzen denken.“

Tyrala warnt zudem davor, immer mehr Aufgaben auf die Vereine und Ehrenamtlichen abzuwälzen:

„Es ist schwer, Ehrenamtliche zu finden. Und wenn man dann noch mehr Aufgaben an die Vereine verteilt, wird es diese irgendwann nicht mehr geben.“
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Organisator kündigt weitere Maßnahmen an

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Auch Masters-Organisator Diether Bethlehem bestätigt, dass der Vorfall viele Gespräche ausgelöst hat. Gemeinsam mit den beteiligten Vereinen SV Hilbeck und Westfalia Soest wurden zusätzliche Maßnahmen beschlossen.

„Wir werden in der Endrunde mit Bande spielen. Rund um die Bande lassen wir weniger Mannschaften neben der Bande aufhalten. Man versucht, Ordner an die Bande zu stellen. Das sind zwar Maßnahmen, die optisch sichtbar sind – aber einen Vorfall wie diesen kann man schlecht verhindern.“

Besonders ärgerlich sei für ihn, dass das Turnier bis dahin sehr fair verlaufen sei:

„Bis auf den Angriff lief alles sehr friedlich ab. Auch Mannschaften, die früher öfter mal mit Unsportlichkeiten aufgefallen sind, haben dazugelernt und sehen den Sport vorrangig.“
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Blick auf das Finalwochenende

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Am Sonntag, den 18. Januar 2026, geht es beim Sparkassen Masters um den Turniersieg. Trotz der Ereignisse hoffen alle Beteiligten auf ein sportliches, faires und vorfallsfreies Finalwochenende beim größten Hallenfußballturnier im Kreis Soest.

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