
TikTok-Betrug kostet Lippstädterin 100.000 Euro
Eine 60-jährige Frau aus Lippstadt ist auf einen Anlagebetrug hereingefallen und hat dabei rund 100.000 Euro verloren. Alles begann mit einer Werbeanzeige auf TikTok. Die Polizei warnt nun ausdrücklich vor dieser Masche - und gibt konkrete Tipps, wie man sich schützen kann.
Veröffentlicht:
Eine Werbung auf TikTok - und dann?
Eine 60-jährige Frau aus Lippstadt ist Opfer eines Anlagebetrugs geworden. Der Schaden liegt bei rund 100.000 Euro. Ausgangspunkt war eine Werbeanzeige auf TikTok, die ihr versprach, mit Trading in kurzer Zeit mehrere hunderttausend Euro verdienen zu können. Im April 2026 meldete sie sich daraufhin bei der Plattform "Proton" an und zahlte zunächst 30 Euro ein. Was danach folgte, war eine systematische Betrugsmasche, die sie über Monate hinweg in immer größere finanzielle Schwierigkeiten brachte.
Scheinbare Gewinne als Köder
Nach der Einzahlung passierte zunächst nichts. Dann gingen Beträge auf dem Konto der Frau ein - die sie für Rendite ihrer Geldanlage hielt. Tatsächlich handelte es sich dabei um einen Teil der Masche: Verschiedene Betrüger nahmen Kontakt zu ihr auf und erteilten ihr Aufträge, Geld auf andere Konten weiterzuleiten. Sie fungierte damit unwissentlich als Zwischenstation für Geldtransfers. In anderen Fällen wurde sie aufgefordert, selbst Geld beizusteuern - einen Teil davon lieh sie sich bei Freunden.
Immer mehr Druck, immer mehr Geld
Die Betrüger setzten die 60-Jährige zunehmend unter Druck. Anfang Juli nahm sie auf deren Forderung hin bei einer Bank einen Kredit über mehr als 40.000 Euro auf. Das Geld überwies sie anschließend in mehreren Teilbeträgen auf verschiedene Konten. Die Masche funktioniert oft so: Die Opfer werden durch scheinbare Gewinne und steigenden Druck dazu gebracht, immer größere Summen zu bewegen - in der Hoffnung, am Ende tatsächlich an ihr Geld zu kommen.
Geldtransporter kam nie
Die Polizei im Kreis Soest warnt ausdrücklich vor seriös wirkenden Werbeanzeigen für Geldanlagen im Netz und auf Social-Media-Plattformen. Wer Verdacht schöpft, bereits auf eine solche Masche hereingefallen zu sein, sollte sofort alle weiteren Überweisungen stoppen und den Kontakt zu den vermeintlichen Ansprechpartnern abbrechen. Wichtig ist außerdem, Chats, E-Mails, Telefonnummern und Überweisungsbelege zu sichern und dann die Polizei sowie die eigene Bank zu informieren. Diese Punkte sollten laut Polizei grundsätzlich misstrauisch machen:
⦁ Versprechen auf schnelle und hohe Gewinne - hohe Renditen sind immer mit entsprechenden Risiken verbunden
⦁ Professionell wirkende Anzeigen mit bekannten Gesichtern - Prominente werden oft ohne ihr Wissen für solche Zwecke genutzt
⦁ Druckformulierungen wie "Nur heute" oder "Diese Chance dürfen Sie nicht verpassen" - seriöse Geldanlagen erfordern keine übereilten Entscheidungen
⦁ Aufforderungen, Geld auf fremde Konten zu überweisen oder eingegangene Zahlungen weiterzuleiten
⦁ Aufforderungen, für angebliche Gewinne einen Kredit aufzunehmen
⦁ Anfragen nach persönlichen Daten, Ausweiskopien oder Fernzugriff auf das eigene Gerät
⦁ Wer prüfen will, ob ein Finanzanbieter tatsächlich existiert und offiziell zugelassen ist, kann die Warnlisten der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) nutzen. Die BaFin ist die deutsche Aufsichtsbehörde für Banken, Versicherungen und den Wertpapierhandel.