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Drei Kollegen arbeiten gemeinsam in einem Büro
© Christin Klose/dpa-tmn
Das Unterdrücken von negativen Emotionen kann dafür sorgen, dass sie irgendwann unkontrolliert herauskommen oder selbst zu einer Belastung werden.
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Toxische Positivität: Zu viel Optimismus kann schaden

Immer nur gute Laune am Arbeitsplatz? In Wirklichkeit wird ständiger Optimismus allerdings zu einem Problem. Echte Gefühle werden unterdrückt und der Frust steigt.

Veröffentlicht: Montag, 20.04.2026 11:01

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Gesundes Arbeitsklima

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Hamburg (dpa/tmn) - Wenn auf der Arbeit ein positives Klima herrscht, klingt das erst einmal nach etwas Gutem. Doch wenn jede Antwort immer nur positiv ausfällt, kann das in Wirklichkeit für mehr Frust und Belastung sorgen. Ein «Sieh doch mal das Gute daran», ist zwar meist gut gemeint, verhindert oft aber einen Raum für ehrliche Emotionen, erklärt Speakerin und Autorin Gina Schöler auf dem Karriereportal Xing.

Dadurch entsteht auch ein Gefühl, immer optimistisch bleiben zu müssen – und genau darum geht es in der toxischen Positivität. Allerdings kann das Unterdrücken von negativen Emotionen dafür sorgen, dass sie dann irgendwann unkontrolliert herauskommen oder selbst zu einer Belastung werden.

Ist mein Arbeitsplatz toxisch positiv?

Vielleicht läuft auf der Arbeit alles super und es gibt keine Probleme. Vielleicht werden sie aber auch einfach nicht thematisiert. Fehler werden nicht angesprochen und Schwierigkeiten übergangen, so Schöler. Das kann ein Anzeichen dafür sein, dass immer alles zu positiv dargestellt wird.

Auch Vertröstungen wie ein «bald wird es ruhiger», wenn die Arbeitslast zu viel ist, kann ein Anzeichen sein. Denn statt eine Lösung für das Problem zu finden, bleibt das Problem einfach bestehen. Da hilft es auch nicht positiv zu bleiben.

Was kann ich dagegen machen?

Nicht immer alles positiv zu sehen, bedeutet nicht, dass man nur noch negativ denken sollte. Stattdessen sollte einfach den Gefühlen Raum gegeben werden. Die Gefühle wahrzunehmen verhindert, dass sie sich immer mehr aufstauen. Und mit den echten Emotionen kann auch geantwortet werden, wenn etwa in einem Meeting gefragt wird, wie es einem geht. Ist man zum Beispiel überfordert, sollte man das teilen können, ohne sich rechtfertigen zu müssen, so Schöler.

Und manchmal kann leicht negatives Denken auch hilfreich sein. Denn wer ein Problem aus mehreren Perspektiven betrachtet, kann besser Lösungsansätze finden. Auch konkret darüber nachzudenken, was schiefgehen kann, hilft Klarheit zu gewinnen und Ängste aus dem Weg zu schaffen, so Schöler.

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© dpa-infocom, dpa:260420-930-968886/1
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