
Trockenster Juli seit langem in der Region
Der vergangene Juli war in der Emscher-Lippe-Region der trockenste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen - und die reichen fast 100 Jahre zurück. Auch im Kreis Soest fielen die Regenmengen auf ein Tief. Wasserverbände warnen vor den Folgen für Bäche und Böden.
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Rekord: Weniger Regen als je zuvor
Seit 1931 messen Emschergenossenschaft und Lippeverband, wie viel Regen in ihrem Gebiet fällt. Im vergangenen Juli gab es so wenig Niederschlag wie noch nie in diesem Zeitraum. Im Emscher-Gebiet fielen im Monatsmittel nur 11,6 Millimeter - normal wären rund 83 Millimeter. Im Lippe-Gebiet sah es kaum besser aus: Dort kamen im Schnitt nur 13,4 Millimeter an, bei einem langjährigen Mittel von 81 Millimetern. Damit wurden die bisherigen Negativrekorde klar gebrochen, der Juli 2018 an der Emscher und der Juli 1983 an der Lippe.
Messstation Soest
Ausgerechnet die Messstation an der Kläranlage in Soest verzeichnete im Juli die höchste Niederschlagsmenge der gesamten Region - und dennoch fielen dort nur 24,9 Millimeter. Normal wären im Juli im Schnitt über 80 Liter pro Quadratmeter. Ein Millimeter Niederschlag entspricht dabei einem Liter pro Quadratmeter. Zum Vergleich: An der Station in Nordkirchen wurden sogar nur 3,6 Millimeter gemessen - der niedrigste Wert im gesamten Messnetz.
Nur sieben Regentage im ganzen Monat
Im Juli fiel lediglich an durchschnittlich sieben Tagen überhaupt Regen. Davon brachten im Emscher-Gebiet nur drei Tage und im Lippe-Gebiet vier Tage mehr als einen Millimeter. Den Hauptteil des ohnehin geringen Niederschlags lieferten Gewitterlagen am 5., 16. und 26. Juli. Damit dauerte die Trockenphase, die nach einer Hitzewelle Ende Juni begann, bereits fünf Wochen an.
Auch die Temperaturen lagen weit über dem Durchschnitt
Neben dem fehlenden Regen machten im Juli auch die Temperaturen zu schaffen. Das Monatsmittel lag bei 21,0 Grad - und damit 2,2 Grad über dem langjährigen Schnitt. Gemessen wurde das an der Stadtklimastation der Ruhr-Universität Bochum.
Was droht Gewässern und Böden?
Die Wasserverbände warnen vor den Folgen der anhaltenden Trockenheit. In Bächen und Flüssen kann der Sauerstoffgehalt bei Niedrigwasser sinken - das schadet Fischen und anderen Wassertieren. Ausgetrocknete Böden können zudem bei plötzlichem Starkregen kein Wasser mehr aufnehmen, was die Überflutungsgefahr erhöht.
Schwammstadt statt Kanalisation
Als Reaktion auf diese Entwicklung fordern Emschergenossenschaft und Lippeverband, das sogenannte Schwammstadt-Prinzip konsequenter umzusetzen. Die Idee dahinter: Regenwasser soll nicht in die Kanalisation fließen und damit verloren gehen, sondern direkt vor Ort versickern oder in Gewässer abgeleitet werden. So sollen Grundwasser, Bäche und Böden gestärkt und widerstandsfähiger gegen Hitze und Trockenheit werden.