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Olympische Winterspiele 2026
© Daniel Karmann/dpa
Philipp Raimund bejubelt seinen sensationellen Erfolg.
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«Unglaublich»: Raimund springt sensationell zu Olympia-Gold

Die deutschen Skispringer erleben eine enttäuschende Saison. Im ersten Olympia-Wettkampf gelingt die Sensation. Auch eine deutsche Skisprung-Legende jubelte mit.

Veröffentlicht: Montag, 09.02.2026 20:26

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Winterspiele

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Predazzo (dpa) - Auf den Schultern seiner Teamkollegen brüllte Philipp Raimund seine Freude über die olympische Gold-Sensation heraus. «Jaaaa», schrie der Skispringer in den Abendhimmel von Predazzo. Die schwarz-rot-goldene Fahne hing ihm triumphal über den Schultern. «Ich weiß nicht, wie ich es gemacht habe. Aber ich bin so, so stolz drauf, dass ich das geschafft habe», sagte der völlig überwältigte Champion in der ARD. «Jetzt bin ich einfach Olympiasieger. Das ist unglaublich.»

Hannawald jubelt mit

Skisprung-Legende Sven Hannawald war ebenfalls völlig begeistert. «Dass wir sowas erleben können – sensationell», schwärmte er. Für Raimund war es bei seinem ersten Winterspiele-Wettkampf der Karriere gleich das erste Gold. Im Weltcup hat er noch nie ein Einzel gewonnen. Für das deutsche Team ist es der Mega-Höhepunkt einer ganz schweren Saison mit zahlreichen Enttäuschungen.

Raimund siegte vor Silbergewinner Kacper Tomasiak aus Polen. Rang drei teilten sich der Japaner Ren Nikaido und der Schweizer Gregor Deschwanden. Anschließend sang er bei der Siegerehrung mit Inbrunst die Nationalhymne.

«Vor dem ersten Sprung war ich scheiße-nervös. Es sind alle hier», sagte Raimund. «Noch keinen einzigen Weltcup gewonnen und dann auf der größten Bühne ganz oben zu stehen, das ist unglaublich.»

Wellinger: «Wie geil war denn eigentlich der Wettkampf?»

Die Zuschauer im sehr gut gefüllten Sprung-Stadion sahen einen packenden Wettkampf. Anders als so oft in diesem Winter im Weltcup sprang der Slowene Domen Prevc diesmal nicht allen davon. Der Saison-Dominator und Vierschanzentourneesieger wurde nur Sechster. Raimund lieferte diesmal die große Show. Zahlreiche angereiste deutsche Fans feierten den gebürtigen Göppinger.

«Wie geil war denn eigentlich der Wettkampf?», sagte Andreas Wellinger. Der 30-Jährige war 2018 in Südkorea ebenfalls Olympiasieger auf der Normalschanze geworden. «Richtig geile Show». Mit Blick auf den komplizierten Winter ergänzte er: «Die Saison ist mir gerade scheißegal!»

Bundestrainer feiert ausgelassen

Auch für Bundestrainer Stefan Horngacher ist es in seiner letzten Saison im Amt ein gigantischer Erfolg. Der Österreicher jubelte extrem ausgelassen - das kennt man so von ihm normalerweise nicht.

«Aktuell bin ich ein bisschen leer. Die Anspannung war schon hoch», sagte der 56-Jährige. «Das erste Highlight mit der Vierschanzentournee ist uns nicht so gelungen, es ist uns auch das Skifliegen nicht so gelungen. Jetzt ist uns dafür die Olympiade richtig gelungen. Das ist umso wichtiger.»

Schon nach seinem ersten Versuch zeigte Raimund die Faust. Sein Sprung auf 102 Meter brachte ihn in eine hervorragende Ausgangsposition. «Komm, bitte», sagte Hannawald am ARD-Mikrofon. Im zweiten Durchgang ließ Raimund 106,5 Meter folgen. Der Triumph war perfekt.

Schon im Training zeigte der 25-Jährige, wie gut ihm die Schanze im Val di Fiemme liegt. Am Tag vor dem Wettkampf belegte er in drei Trainingsrunden die Plätze eins, eins und zwei.

Familie fiebert an der Schanze mit

«Ich habe ein Gefühl dafür aufgebaut, was für Punkte ich habe, worauf ich mich konzentrieren muss», sagte er. Er könne nun ganz entspannt an den Wettkampf herangehen, ergänzte Raimund im Stile eines Routiniers. «Ich glaube, dass wir tatsächlich aufgeregter sind als er», sagte sein Bruder Fabian vor dem Wettkampf. «Wenn ich ihn treffe, dann eskaliert es», sagte er danach.

Sportlich hat sich Raimund im vergangenen Jahr enorm weiterentwickelt und auch ein persönliches - für einen Skispringer ungewöhnliches - Problem gelöst. Höhenangst, die Raimund noch in der vergangenen Saison zwischenzeitlich plagte, macht ihm nach eigenen Angaben keine Schwierigkeiten mehr. Mit einem Psychologen hat er das Thema aufgearbeitet.

Schon an diesem Dienstag steht der nächste Wettkampf an

Raimund will seine ersten Winterspiele auch abseits des Wettkampfes genießen. Der extrovertierte Sportler nimmt in der Mannschaft eine besondere Rolle ein. «Er lebt von den Emotionen», beschrieb Sportdirektor Horst Hüttel zuletzt. «Seine Art tut auch den anderen gut.» Gut tut Raimund nun auch dem deutschen Medaillenspiegel.

Die anderen deutschen Athleten, Felix Hoffmann, Wellinger und Pius Paschke, konnten nicht in den Kampf um Edelmetall eingreifen. Sie freuten sich dafür umso mehr mit dem neuen Olympiasieger.

Für die Springer geht es bereits an diesem Dienstag weiter. Dann steht das Mixed-Team auf dem Programm (18.45 Uhr/ZDF und Eurosport).

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© dpa-infocom, dpa:260209-930-664775/3
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Olympische Winterspiele 2026
© Daniel Karmann/dpa
Philipp Raimund zeigte einen quasi perfekten Wettkampf.
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© Kirsty Wigglesworth/AP/dpa
Philipp Raimund kommt mit der Olympia-Schanze bestens klar.
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© Daniel Karmann/dpa
Domen Prevc dominierte diesmal nicht und bleibt ohne Medaille.
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