
Unterhaltsvorschuss: Das steht im Kreis Soest auf dem Spiel
Die geplanten Kürzungen beim Unterhaltsvorschuss könnten im Kreis Soest direkte Folgen für mehr als 200 Jugendliche haben. Nach aktuellem Stand würden 224 16- und 17-Jährige ihren Anspruch verlieren, wenn die Altersgrenze wie vorgeschlagen gesenkt wird.
Veröffentlicht: Mittwoch, 15.07.2026 04:54
Kreis Soest wäre von Kürzungen betroffen
Im Kreis Soest hätte die geplante Reform des Unterhaltsvorschusses spürbare Auswirkungen. Zum Stichtag Ende Juni 2026 wurde die Leistung für 224 Jugendliche im Alter von 16 oder 17 Jahren ausgezahlt. Sollte die Altersgrenze künftig bereits mit dem 16. Geburtstag enden, hätten diese Jugendlichen keinen Anspruch mehr. Insgesamt floss im vergangenen Jahr im Kreis Soest Unterhaltsvorschuss für mehr als 1.500 Kinder und Jugendliche in Höhe von 5,6 Millionen Euro.
Ministerin will Altersgrenze absenken
Bundesfamilienministerin Karin Prien will den Unterhaltsvorschuss nach Angaben des Bundes künftig nur noch bis einschließlich 15 Jahre gewähren. Hintergrund seien Sparvorgaben für den Bundeshaushalt.
Ein Sprecher der Bundesregierung erklärte am 13. Juli 2026, die Ausgaben hätten sich seit der Reform im Jahr 2017 vervierfacht, gleichzeitig sei der Unterhaltsvorschuss für Kommunen zu einem großen Kostenfaktor geworden. Seit dem 1. Juli 2017 wird die Leistung grundsätzlich bis zum 18. Geburtstag und ohne zeitliche Begrenzung gezahlt.
Kritik an den Plänen wächst
Kritik an den Reformplänen kommt unter anderem aus der SPD. Auch Sozialverbände warnen vor zusätzlichen Belastungen für Alleinerziehende und ihre Kinder.
Der Unterhaltsvorschuss greift, wenn ein Elternteil keinen oder keinen ausreichenden Unterhalt zahlt; in der Theorie können alleinerziehende Mütter und Väter diese Leistung beantragen, in der Praxis sind es oft Mütter.
Ob die vorgeschlagene Gesetzesänderung tatsächlich so beschlossen wird, ist derzeit noch offen.