Verfahren eingestellt: zu wenig Beweise

Der Prozess am Paderborner Landgericht um die Prügelattacke an der Poststraße in Lippstadt ist zu Ende. Es könnte aber noch ein Nachspiel haben, denn nach Angaben der Staatsanwaltschaft liegen neue Ermittlungsergebnisse vor.

© Hellweg Radio

Kein Urteil - aber ein beendeter Prozess. Das Verfahren wegen versuchten Totschlags gegen einen damals 19-jährigen ist vor dem Paderborner Landgericht eingestellt worden. Dem jungen Mann war vorgeworfen worden, im Dezember in der Lippstädter Poststraße einen damals 33-jährigen Mann so heftig gegen den Kopf getreten zu haben, dass dieser daraufhin wochenlang im Koma lag. Vor Gericht habe man dem Angeklagten zwar nachweisen können, dass er dem Opfer ins Gesicht geschlagen habe, ob er aber auch für die schweren Verletzungen und die Tritte verantwortlich ist, sei nicht klar, so die Richterin.

Die Tat sei auch deshalb so schwer aufzuklären weil Zeugen falsche Aussagen gemacht haben, sagt Staatsanwalt Ralf Mayer im Gespräch mit Hellwegradio.

Durch das Urteil heute, ist der Fall aber wohl noch nicht vorbei. Die Staatsanwaltschaft hat heute nämlich angedeutet, dass es neue Ermittlungsergebnisse gebe. Wen diese betreffen und was sie aussagen, das ließ die Staatsanwaltschaft aber noch offen. Derweil ist der Angeklagte wieder auf freiem Fuß und wird zudem für einen Teil seiner siebenmonatigen Untersuchungshaft entschädigt.



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